Rechts: Geyers Sturzflug – NPD-Mann verliert Ratsmandat wegen Umzug

Mönchengladbach. Kurz vor der Gründung einer laut Änderungen im Kommunalwahlgesetz möglich werdenden „Gruppe“, deren Ratsarbeit in Mönchengladbach mit 35.000 Euro öffentlicher Zuwendungen bezuschusst werden könnte, muss ein NPD-Ratsmann sein Mandat abgeben. Dies berichtet die RP in ihrer Lokalausgabe [1]. Anlass dafür seien Hinweise darauf, dass Pascal Geyer (NPD) nicht mehr offiziell – offenbar schon seit Sommer 2007 – in Mönchengladbach lebt und daher sein Mandat gar nicht mehr wahrnehmen kann und darf. Geyer, laut seiner Partei Vorsitzender der NPD-Ortsgruppe Heinsberg, soll unterdessen im Kreis Heinsberg leben.

„Allerdings ist damit zu rechnen, dass die NPD bald einen Nachrücker benennt und ihn vereidigen lässt. Laut Liste wäre dies der 23-jährige Dennis Wüllenweber […]. Bislang steht nicht fest, wie die politische Aktivität, an der die Zuwendung gebunden ist, überprüft wird. Sollte als Kriterium zum Beispiel die Teilnahme an politischen Sitzungen des Rates und seiner Ausschüsse gelten, dann sieht es für die NPD schlecht aus: Ihre Ratsvertreter glänzten weitgehend durch Abwesenheit,“ heißt es bei der RP weiter, die ihre Recherchen offenbar im Anschluss an einem Vortrag des Autors dieser Zeilen bei der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit im Rheydter Ernst-Christoffel-Haus konkretisierte.

Geyer stammt aus der Riege der Neonazi-Glatzköpfe und war vor Erringen des Ratsmandates mehrfach aufgefallen, indem er neonazistische Symbole oder deren Abwandlungen nutze [2]. Als Geyer und dessen „Kamerad“ Wolfgang Geilenkirchen nach der Kommunalwahl 2004 mit rund zwanzig Gesinnungsgenosse in den Rat einmarschiert waren, hatten dies Lokalmedien und Ratspolitiker mit früheren SA-Kleinstaufmärschen verglichen. Um an der konstituierenden Ratssitzung 2004 teilnehmen zu können, hatte einer der beiden Ratsmänner laut Antifaschisten und Lokalpolitiker Hafturlaub beantragen müssen.

Geyer hatte an Pfingsten 2007 in Erkelenz einen Besuch des NPD-Spitzenpolitikers Udo Pastörs organisiert. Pastörs, geboren im Kreis Heinsberg, hatte dabei gegen „Demokratiefaschisten“ gehetzt [3]. [© Klarmann]

[1] Direktlink zum Text
[2] NPD-Heinsberg gründet Ortsverband (Link führt ins alte Blog.)
[3] Ausführliche Analyse der Veranstaltung: Von Demokratiefaschisten und dem Subjekt Friedmännlein sprach das Pastörchen (Link führt ins alte Blog.)


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