Rechts: Neonazi drohte wegen Antinazi-Aufkleber mit Aufmarsch

Herzogenrath. Ein Neonazi, der wegen rechter Aufkleber-Aktionen in Herzogenrath vonseiten der Stadt eine Rechnung wegen Reinigungsarbeiten erhielt, hat unlängst der Stadt im deutsch-niederländischen Grenzgebiet mit einem rechten Aufmarsch gedroht. Wie „Klarmanns Welt“ aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, hat der Neonazi unter Angaben seines Namens und seiner Adresse diese Drohungen in einer E-Mail und mittels – nicht frei geschalteter – Kommentare auf der Homepage eines Bürgermeisterkandidaten geäußert.

Anlass für die Schreiben war offenbar, dass der die Kosten für das Säubern von Laternenmasten, Schildern bzw. Mülleimern bezahlen müssende Neonazi Anstoß an Antinazi-Aufkleber in der Innenstadt von Herzogenrath nahm. Sinngemäß hatte der Neonazi dies am 11. Januar dem CDU-Kandidaten für die heutige Bürgermeisterwahl mitgeteilt und einen „Aktionsplan gegen Linksfaschismus“ gefordert. Zudem müsse die Stadt die linken Aufkleber entfernen, wurde gefordert.

Für den Fall, dass all dies nicht bis zum 14. Januar in die Wege geleitet worden sei, hatte der Neonazis damit gedroht, einen großen Aufmarsch in Herzogenrath zu organisieren. Szenekreise bestätigten „Klarmanns Welt“ die Echtheit der Schreiben des jungen Neonazis, der den „Autonomen Nationalisten“ angehört und zuvor Anführer der Neonazigruppe „Nationaler Widerstand Herzogenrath“ (NWH) war. Die Schreiben hatte er an den CDU-Kandidaten gerichtet, der zu dem Zeitpunkt kommissarisch das Amt des Verwaltungschefs bekleidete, nachdem der reguläre Amtsinhaber sein Amt abgegeben hatte [1].

Ähnliche Forderungen äußerte der Neonazi später auch noch einmal in einer Podiumsdiskussion [2]. An dieser nahmen die Kandidaten für das Bürgermeisteramt teil. Aus dem Publikum heraus stellte der Neonazi die Frage, was sie gegen die „sozialfaschistischen Aufkleber“ unternehmen wollen. Der junge Mann ist bislang mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten, erfuhr „Klarmanns Welt“. Die Polizei hatte zudem wegen der Mails und der Kommentare Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts der Nötigung eingeleitet. [© Klarmann]

[1] siehe dazu Lokalpresse
[2] siehe zu der Veranstaltung allgemein Lokalpresse


1 Antwort auf “Rechts: Neonazi drohte wegen Antinazi-Aufkleber mit Aufmarsch”


  1. 1 Markus 26. Februar 2008 um 9:04 Uhr

    der aufmarsch wird stattfinden du bastard!

    sollte jemand einen rechtsextremisten gesehen haben, der die frei zugänglichen w-lan-netze auf dem marktplatz oder am elisenbrunnen/holzgraben genutzt hat: das könnte der mailer sein ;) . mik

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