GegenRechts: Warum man zum Entzaubern der NPD genau 88 Fragen beantworten kann…

Aachen. Die NPD ist die älteste Partei des rechtsextremen Lagers in der Bundesrepublik. 1964 wurde sie von Vertretern aus dem national-konservativen bis neonazistischen Lager gegründet. Gründer stammten aus Parteien wie der verbotenen „Sozialistischen Reichspartei“, oft waren sie auch schon NSDAP-Mitglieder gewesen. Heute gilt die NPD als junge, dynamische Partei, gibt sich oft bürgerlich und will „Kümmerer“ sein für Arme, Arbeitslose und Jugendliche. Zugleich paktiert die Partei mit militanten Neonazi-„Kameradschaften“, präsentiert sich aber selbst als verfolgte Unschuld. Die NPD will dessen ungeachtet Migranten ausweisen, äußert sich antisemitisch und bezieht sich positiv auf den Nationalsozialismus.

Was auf den ersten Blick auf Außenstehende verwirrend klingen mag, haben Fachautoren im Buch „88 Fragen und Antworten zur NPD“ entschlüsselt. Der Titel ist schon ein eindeutiger Hinweis darauf, zu welcher Erkenntnis die Lektüre führt. Innerhalb der Braunszene steht die „88“ als Zahlencode für die Doppelung des achten Buchstabens im Alphabet, meint „HH“ alias „Heil Hitler!“ Auch NPD-Mitglieder fallen immer wieder – etwa im Internet oder mit ihrer Kleidung – dadurch auf, dass sie den „88“-Gruß verwenden. Die NPD selbst forderte in der Mindestlohndebatte einen Stundenlohn von 8,80 Euro – Ironie der „Nationaldemokraten“, die ungeachtet ihres Namens Antidemokraten sind. Denn, so sagte es einst Parteichef Udo Voigt, Adolf Hitler sei ein „großer Staatsmann“ gewesen und die Bundesrepublik werde man in einigen Jahren „abwickeln“ wie die DDR.

Die Autoren haben Fragen formuliert, etwa zur NPD-Geschichte, den Argumenten, politischen Zielen, Parteikadern und NPD-Strategien, um Wähler zu werben und Jugendliche zu ködern. Jede dieser Fragen wird auf etwa drei Buchseiten beantwortet. Mittels der Auswertung von NPD-Veröffentlichungen, Reden der Politiker und interner Strategiepapieren werden Inhalte und Zusammenhänge skizziert. Zudem wird der Sprachgebrauch der NPD entschlüsselt. Auffallend oft wird aufgezeigt, wie nah die NPD heute schon wieder Aussagen oder Strategien der NSDAP aus den 1920er Jahren steht. Lobenswert an dem Buch ist es dabei, dass Interessierte es als Einheit lesen können, indes ebenso Schlüsselthemen oder Einzelfragen gezielt nachschlagen können. Das Buch richtet sich dabei an alle, die wissen müssen oder wollen, wie die NPD arbeitet oder deren Mitglieder gegenüber tatsächlich demokratischen Kräften auftreten und argumentieren.

Mit Ausnahme einiger eher theoretischer, wissenschaftlicher Kurztexte zu tiefer gehenden Themen, ist das Gros der Texte leicht lesbar und verständlich. Ähnlich wie die Standardwerke „In Auschwitz wurde niemand vergast. 60 rechtsradikale Lügen und wie man sie widerlegt“ und „Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg.
Rechtsradikale Propaganda und wie man sie widerlegt“ entzaubert das Buch die Rechtsextremisten als das, was sie sind: Verfassungs- und – wenn sie gegen Migranten, politische Gegner oder Juden schimpfen – Menschenfeinde. Mit dem neuen, wichtigen Buch wurde indes erstmals konkret nur auf die aggressivste, aktivste und dominierende Partei des rechten Lagers eingegangen. [© Michael Klarmann; für Ox-Fanzine]

Fabian Virchow, Christian Dornbusch (Hrsg.): 88 Fragen und Antworten zur NPD. Weltanschauung, Strategie und Auftreten einer Rechtspartei – und was Demokraten dagegen tun können. Wochenschau Verlag, Schwalbach 2008. 336 Seiten, 24,80 Euro


2 Antworten auf “GegenRechts: Warum man zum Entzaubern der NPD genau 88 Fragen beantworten kann…”


  1. 1 anti antifa krefeld 18. Juli 2009 um 1:15 Uhr

    deine mutter ey klarmann pass auf ich kenn dein gesicht pass auf demnöchst dann hilft keine buLLerei mehr dann tot

    diese freundliche morddrohung wurde ihnen präsentiert unter der IP-adresse 84.60.220.248, vom DSL-anschluss dslb-084-060-220-248.pools.arcor-ip.net (via arcor-knotenpunkt in neuss) und mit der e-mail sadad@hotmail.de gekennzeichnet… mik

  2. 2 NeZ 05. September 2009 um 19:24 Uhr

    °lach°

    Herrlich.

    Insbesondere der Kommentar von diesem Möchtegern-Nationalist. Oder eher ein Möchtegern-Deutscher? Das triffts wohl eher. Ausländer ausweisen wollen oder gar zusammenschlagen aber keinen Satz korrektes Deutsch zusammenkriegen.

    Epic win, Mr. Klarmann.

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