Hausmitteilung: Endlich – in einem Jahr wird Klarmanns Welt eingeschult!!!

Aachen. Am Abend des 13. März, und das vor fünf Jahren, erblickte „Klarmanns Welt“ (KW) das Licht des Computermonitors. Damals noch ein unfertiges Sammelsurium mit Tagebucheinträgen und den berüchtigten Gallespucken-Texte zur Weltpolitik, wurde es schließlich zum Mischmasch aus Meldungen, Berichten und Analysen im Bereich Friedens- und soziale Bewegung sowie linke und rechte Szene, um aktuell als Fachportal über die hiesige Braunszene zu enden. Anfangs war das KW-„Team“ – Klarmann, der Autor dieser Zeilen und der Herausgeber dieses Blogs ;) – noch sehr stolz, wenn die Datenuhr mal bei 1.000 Besucherinnen und Besuchern monatlich anschlug. Als dann die 5.000er Marke fiel, waren wir auch ganz mächtig stolz. Unterdessen besuchen monatlich rund 10.000 [1] Menschen „Klarmanns Welt“, was „uns“ zum Marktführer macht bei den Homepages aus der Region, in denen Menschen Informationen über die oder Hilfsangebote im Umgang mit der hiesigen Neonazi-Szene suchen. Längst ist aus dem Stolz über die vielen Besucherinnen und Besucher so etwas wie gelassene Routine geworden…

Was indes bleibt zum morgigen Geburtstag zu bilanzieren? Gerne hätten wir noch den Beitrag mit der Nr. 3.000 ins alte Blog eingestellt – bekanntlich machte das System vor Wochen dann Probleme, die teilweise bis heute andauern, und so zog „Klarmanns Welt“ um. Billanzieren lässt sich – in dem alten Blog gab es Ende 2003 einen Datenverlust, dessen Pixeltode wir hier nun addieren: Rund 3.800 Beiträge erschienen seit dem 13. März 2003 in KW, was einem täglichen Schnitt von knapp 2,1 Beiträgen entspricht. Gab es früher indes oft genug noch den Luxus der Tage oder Wochenenden, an denen gar keine Texte publiziert wurden, erscheinen unterdessen täglich oft vier bis fünf Beiträge. Die Stunden, die wir wegen des Blogs, ausführlichen Recherchen usw. „opferten“ wollen wir da lieber nicht berechnen. Andere versaufen ihr Eigenheim, wir bloggen halt. Ob das gesünder ist als sich um Kopf, Kragen und Magen zu trinken, wagen wir nach einem akkuraten Hörsturz zu bezweifeln. Immerhin: Infusionen schmecken weniger nach Alkohol, sind ungemein gesünder, und nett anzusehende Einstiche erhält man davon auch [2] – überdies sehen selbst die schlimmsten Arzthelferinnen noch besser aus als das, über das mancher Suffkopp sich morgens wundert, wenn es gerade sein Bett volleimert.

Zu einigen KW-Highlights – von denen es in den fünf Jahren positive wie negative gab – gehört unzweifelhaft ein Aufbrechen der „Schweigespirale“ (NPD) innerhalb mancher Lokalmedien-Sparten, die nicht über die Gefahr der Neonazi-Szene berichten wollten, um dieser kein Forum zu bieten. Dass dieser Taktik zufolge zugleich den Nazigegnern das Recht auf Information und die Chance zu Gegenprotesten abgesprochen wurde, da ihnen Recherche-Ergebnisse vorenthalten werden sollten, war und ist oft noch eine andere Geschichte. Abgesehen davon hat KW manchmal bewirkt, dass Vernetzung und Kontaktaufnahmen innerhalb von Teilen der Friedensbewegung, Menschenrechts-, Dritte Welt-, Gegenrechts- und Umweltgruppen sich verbesserte, weil man eben bei KW von Aktionen oder Terminen erfuhr. Außerdem war „Klarmanns Welt“ in Zeiten von Haus- und Platzbesetzungen der linken Szene oft vor Ort und lieferte authentische Berichte mit Hintergrundwissen dazu ab, was gerade in der bürgerlichen Linken und sozialen Bewegung für Wissensnachschub sorgte. Das i.d.R. Klarmann in jenen Tagen die besten Fotos von solchen Aktionen auf Lager hatte und in drei besetzen Häusern (exklusiv) fotografieren durfte, war dem „Journal der Jugendkulturen“ (Berlin) immerhin eine Fotoreportage wert. Die meist ausgewogene Berichterstattung sorgte überdies dazu, dass selbst die Polizei wenig Tadel äußerte. Zum Ausgleich dufte ausgerechnet Klarmann als erster Reporter nach Jahren des Bettelns einiger Kollegen bei der Polente erstmalig in der Region eine Exklusivstory über Unfallfluchtfahnder schreiben. Wir fühlten uns extrem geschmeichelt!

Allerdings gab es im Bereich Links und Frieden und Soziales Schattenseiten. Als es im Jahre 2006 innerhalb der linken Szene(n) zu heftigen Auseinandersetzungen und Flügelkämpfen kam, wurden „Klarmanns Welt“ bzw. der Autor dieser Zeilen als „Nachrichten“-Mitarbeiter massiv angefeindet, teilweise sogar verleumdet. Schon zuvor war KW immer wieder aktiv gewesen, und hatte über Schein(wahl)bündnisse der sektiererischen SAV aufgeklärt und über erhebliche Unregelmäßigkeiten und Flügelkämpfe (wieder auch unter Einbeziehung der SAV) innerhalb der unterdessen mit der Linkspartei fusionierten WASG berichtet. Das hatte sogar zur Folge, dass sich der damalige WASG-Landesvorstand zeitweise auch bei KW über Vorfälle innerhalb der WASG Aachen informierte, als glaubwürdigem Gegenpart zu einem Teil der eigentlichen WASG-Protagonisten. „Klarmanns Welt“ wird seitdem von Teilen der Friedens-, linken und sozialen Bewegung geschnitten, erntete aber auch Solidarität. Dass einige Gegner aus dem linken Lager nicht vergessen wollten, zeigte sich jedoch daran, dass man sich unter Vortäuschung falscher Tatsachen in 2007 einen Termin bei den „Nachrichten“ erschwindelte, um Klarmann von jeder weiteren Berichterstattung über linke Themen absetzen zu lassen. Was manche Antifaschisten und Nazigegner aus jenen Breitengraden indes nicht daran hinderte, Fakten-Passagen aus „Klarmanns Welt“ teils wortwörtlich abzuschreiben und in Reden auf Demos oder bei Gedenkveranstaltungen abzulesen.

Natürlich mochte auch die andere Feldpostnummer „Klarmanns Welt“ nicht sonderlich. (Mord-)Drohungen und Beleidigungen aus der Naziszene erreichten vielfach den Autor dieser Zeilen [3]. Man veröffentlichte dessen Steckbriefe sowie Hassartikel gegen ihn und KW auf rechten Homepages, im Wohnumfeld wurden Steckbrief-artige Flugblätter gegen Klarmann verteilt – was die Nachbarn verärgerte, mussten sie den mit großen Rechtsschreibfehlern gesegneten Unsinn doch selbst zum Altpapiercontainer oder Staatsschutz tragen. KW wurde von Neonazis teilweise per Mail so massiv bedroht, dass letztlich auch mal mit der Polizei einige Wörtchen über die hauseigene Sicherheitslage gewechselt werden mussten. Tja, gut dreieinhalb Jahre geht das nun so, wenn man etwa den körperlichen Angriff auf Klarmann in Erkelenz am Rande eines Neonaziaufmarsches als indirekten Startschuss wertet. Erstaunlich übrigens, dass sogar die NPD einmal den Quellenschutz lockerte und ausgerechnet bei ihrem liebsten Feind „Klarmanns Welt“ anfragte, ob man nicht wisse, worum es in einem Vergewaltigungs-Verfahren gehe, zu dem man eine Vorladung als Zeuge erhalten habe. Gott, „Klarmanns Welt“ ist schon damned klein.

„Klarmanns Welt“ wollte eigentlich zum fünften Geburtstag viele Honoratioren und die gemeinen Leserinnen oder den gemeinen Leser um Grußworte bitten. Da zu letztgenanntem wohl auch die NPD-Kreisverbände Aachen und Düren sowie die Neonazi-Banden „Kam(m)eradschaft Aachener Land“ und „Sturmbund Aachen“ gehören – letztgenannte lehnten ja schon vor Jahren Pressekontakte ab und konstatierten, Klarmann werde mal um eine Presseauskunft betteln, um dann aber regelmäßig Leserzuschriften einzusenden oder sogar einmal Fotos anzufragen ;) –, hatte KW die fixe Idee, auch dort nach Grußworten zu betteln. Nun können wir es unseren (tatsächlich) demokratisch eingestellten Leserinnen und Lesern aber nicht zumuten, gemeinsam in einer offiziellen Grußwort-Liste mit solchen Braunröcken aufzufallen. Also haben wir es uns lieber erspart, Anfragen auszusenden. Wir – Klarmann, der Autor dieser Zeilen und der Herausgeber dieses Blogs ;) – würden uns aber sehr freuen [4], Grußworte als Kommentare [5] unter diesem Text zu ernten. Aus den schönsten basteln wir uns dann einen Datensalat fürs Büfett der ausfallenden Birthday-Party. Und wenn nach jedem Hörsturz die Infusionen so lecker schmecken, dann wird alles gut. Überhaupt: so jung kommen wir nie wieder zusammen! Und jetzt zwanzig Liegestütze ins Phrasenschwein… [© Klarmann]

[1] Nach dem Umzug von „Klarmanns Welt“ zu blogsport.de wird diese Statistik addiert. D.h. es werden zu den neuen Klicks auch in etwa jene addiert, die auf das alte Blog (myblog.de) entfallen, wenn sie noch von Suchmaschinen auf bestimmte Begriffe/Artikel fallen und von verlinkten Seiten her kommen. Da sich dies nicht genau feststellen lässt, wird hier lieber eine nach unten korrigierte Gesamtzahl angegeben. Insgesamt entfallen auf beide Blogs derzeit rund 15.000 Besucher. Da sich einige Surfer aber Späße erlauben, und gerade am Abend alle zehn Minuten KW anklicken, wurden zudem die Klick- und Zählzeiten höher terminiert. Seitdem scheint die Statistik genauer zu sein und hatte sich zuvor beim alten KW schon bei etwa 10.000 Besucherinnen und Besuchern eingependelt. Zur Berechnung der Besucher werden unterdessen drei separate Zähler eingesetzt und deren Ergebnisse abgestimmt.
[2] Ganz kleines Querverweis an die NPD in Aachen, die meint, Klarmann sei mal ein Junkie gewesen. Wir raten hier indes dazu, bei den zahlreichen schon auffällig gewordenen „Kameraden“ nachzufragen, ob man Haschgift überhaupt spritzten kann. Frohes Aufkochen!
[3] Einige davon wurden später sorgfältig „unter Männern“ ausdiskutiert, was zur Folge hatte, dass der Autor dieser Zeilen und einige Personen aus dem Bereich Rechts sich unterdessen zumindest wieder wie Menschen gegenüber treten. Denn wie wusste schon Clive Barker: „Blutbücher sind wir Leiber alle; wo man uns aufschlägt: lesbar rot!“
[4] Deswegen erscheint der Geburtstagstext auch einen Tag vorher – für die, die noch überlegen müssen, was sie schreiben wollen und welchen Anonymisierungsdienst sie nutzen, den Kommentar einzustellen…
[5] Bitte falls anonymisiert selbst ein Pseudonym wählen und am besten eine uns bekannte E-Mail-Adresse hinterlassen für mögliche Rückfragen. Mail-Adressen werden nicht veröffentlicht. Außer bei Drohspams…


10 Antworten auf “Hausmitteilung: Endlich – in einem Jahr wird Klarmanns Welt eingeschult!!!”


  1. 1 Markus S. 12. März 2008 um 12:01 Uhr

    Hallo Herr Klarmann,

    ich gratuliere zum fünfjährigen Jubiläum,

    mir gefällt ihr Blog als linksorientierter mittlerweile schon fast Endzwanziger. Gerade im Bezug auf meine alte Heimatstadt Düren ist es immer wieder interessant und schockierend zu lesen, wie sehr die Braunszene nicht nur diese Stadt versucht zu vereinnahmen. Gott sei Dank gibt es Leute wie sie, die die Augen nicht verschließen und da reinstechen wo es weh tut!

    Weiter so!!

    Mit freundlichen Grüßen

    Markus

    danke, obschon: zu früh gratulieren bringt doch unglück… ;) mik

  2. 2 onkel hotte 12. März 2008 um 12:44 Uhr

    Herlichen Glühstrumpf, Klarmann !!

    … aber, bald ist ja wieder der 1. APRIL und da freut sich schon
    der Onkel Hotte drauf!!

    evtl. lässt sich das Team von Klarmans Welt dazu überreden, nochmal den Link des Aprilknallers einzustellen…

    onkel hotte

    danke. der 1. april fällt dieses jahr aus. letztes jahr siehe:

    http://klarmann.myblog.de/klarmann/art/131351336

  3. 3 afa 12. März 2008 um 17:42 Uhr
  4. 4 Hasstler 12. März 2008 um 19:01 Uhr

    „Ein guter Tag zum Sterben“, sang mal eine berühmte Band.
    Mal sehen, ob du auch die 10 Jahre schaffst!?

    das werte ich dann als versteckte morddrohung von der adresse info@ag-rheinland.net und der IP 77.128.144.11 via BAA900b.baa.pppool.de.
    so scheint das denn auch eher ein guter tag, um mein versprechen wahr zu machen. mik

  5. 5 L.M. 12. März 2008 um 21:56 Uhr

    Herzlichen glückwunsch zum Geburstag.

    Die Seite gefällt mir gut, obschon ich es zuweilen erschreckend finde, zu lesen was im Umkreis meiner Heimatstadt so alles passiert.

    Ich persönlich würde mich freuen wenn man (falls vorhanden) Links zu Gegendarstellungen in die Fussnoten aufnehmen würde, da dann die Möglichkeit böte sich auch diese zu Gemüte zu führen.

    Ansosten wünsche ich ihnen das Hasstlers Hoffnungen enttäuscht werden.

    Mit freundlichen Grüssen

    danke. ansatzweise wird das mit den „aus sicht der“ alias gegen- oder eigendarstellung ja versucht, allerdings unter kommentare und dann mit dem passenden link bzw. der text-doku. mik

  6. 6 Caro 15. März 2010 um 0:49 Uhr

    Happy Birthday und frohes Schaffen weiterhin.

    danke – aber der server bringt mich auf so gedanken-danken… mik

  7. 7 Nadja 15. März 2010 um 10:50 Uhr

    Hallo Mik, von mir auch ein Happy Birthday und bitte weiterhin so informative Beiträge wie bisher. Bitte nicht entmutigen lassen, aber so wie ich Sie einschätze kann das wohl nicht passieren.

  8. 8 Peter 15. März 2010 um 11:19 Uhr

    Herzlichen Glückwunsch zum 5 jährigen Bestehen des Blogs!
    Das die SAV Deine journalistische Aufklärung beschneiden wollte, hat mich etwas schockiert. Denkt die SAV eigentlich, sie hätte wirklich nur den geringsten Einfluss mit ihrer Organisation oder ihren Scheinbürgerinitiativen auf die Presse?
    …und toi, toi, toi für die Zukunft.

    liest eigentlich jemand den text…(o.ä.)?

    http://twitter.com/Klarmann/statuses/10462150036

    http://twitter.com/Klarmann/status/10462556220

    mik

  9. 9 Klaus Störtebecker 15. März 2010 um 17:03 Uhr

    Fishing for Compliments haben Sie doch gar nicht nötig…..
    aber ein dezenter Hinweis auf’s 5 Jährige war schon angebracht.

    Danke für Ihre Arbeit.

    fünf jahre?

    noch mal: http://twitter.com/Klarmann/statuses/10462150036

    mik

  10. 10 Martin von der gleichen IP wie Klau S. 15. März 2010 um 23:20 Uhr

    herzlichen glückwunsch mik…. .

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