…titelt die Lokalpresse und berichtet über einen Prozess in Krefeld gegen zwei junge Neonazis, die einen Afrikaner verprügelt haben sollen. Jener Vorwurf stehe nun auf der Kippe, da einer der Hauptbelastungszeugen seine Aussage geändert habe, heißt es weiter. Die Aussage des Zeugen vor Gericht widerspreche jener, die er nach der Tat bei der Polizei gemacht habe, heißt es zudem in der RP und im Bericht der „Westdeutschen Zeitung“.
Laut RP-Bericht kenne der Zeuge einen der Angeklagten gut und stehe unterdessen der NPD politisch nahe – in einem Szeneforum der NPD hat dies ein User unterdessen als falsch bezeichnet. Der Krefelder NPD-Anführer Lars Spönlein stellte dazu in demselben Forum in seiner üblichen Schreibweise fest, ein Kopf einer örtlichen Antinazi-Initiative werfe der „NPD wenn auch indirekt Zeugenmanipulation im Prozess um den ‚Weinflaschen Neger’ vor“. Ein anderer User regt gar rechtliche Schritte gegen den Antifaschisten wegen Verleumdung an: „Im Falle des Gutmenschen […] sollte man überlegen Rechtliche schritte gegen Ihn einzuleiten,“ heißt es weiter (Rechtschreibung wie Original.).
Spönlein selbst fordert in dem Forum in seinem üblichen Duktus im Zusammenhang mit dem Schwarzen, der laut älterer NPD-Sagen selbst die „Kameraden“ attackiert und mit einer Weinflasche schwer verletzt habe: „Kriminelle Ausländer Raus.“ Sein Demokratieverständnis vermittelt der Krefelder „Nationaldemokraten“-Vordenker mit der Signatur unter seinen Foren-Beiträgen, wonach „Menschen sterben, Regierungen vergehen, doch das [Deutsche; mik] Reich bleibt ewig bestehen.“
Die NPD hatte Mitte 2007 anlässlich des Falls in Krefeld einen Aufmarsch „gegen Inländerfeindlichkeit“ abgehalten. Spönlein hatte „dem Neger“ dabei in einer Rede schon mal zynisch eine „gute Heimreise“ gewünscht [1]. [© Klarmann]
[1] 2.500 Nazigegner gegen 209 (+5) bzw. 132 Nazis; Randbemerkungen zu den rechten Aufmärschen in Krefeld und Mönchengladbach (Links führen zum alten Blog.)