Rechts: Zwei Antifademos gegen Nazi-Märtyrerkult [update]

Stolberg. Antifaschisten aus dem Aachener Bereich der Autonomen Szene und des linken Parteienspektrums rufen für Samstag in Stolberg zu Protesten gegen einen Neonazi-Aufmarsch auf. Einem Aufruf [1] zufolge wollen sich diese im Vorfeld des rechten Aufmarsches am Mühlener Bahnhof versammeln. Es dürfte jedoch davon auszugehen sein, dass die Polizei dies so nicht genehmigt, da zwei Stunden später dort der Neonazi-Aufmarsch stattfinden soll. Wo die zweite Demo beginnen soll, ist noch unklar. Das örtliche „Bündnis gegen Radikalismus“ wird ersten Infos zufolge nicht selbst zu Gegenprotesten aufrufen – offenbar auch deswegen, weil man die Instrumentalisierung eines Todesopfers durch Neonazis als beschämend einstuft.

Gesternabend haben in Stolberg rund 80 Freunde und Mitschüler des Todesopfers, welches vonseiten der NPD und Neonazis als ihr „Kamerad“ angesehen wird, eine eigene Mahnwache und einen eigenen Trauermarsch abgehalten. Dies bestätigte die Polizei auf Anfrage von „Klarmanns Welt“. Die Freunde verwehren sich derzeit dagegen, dass das Opfer als Mitglied oder Sympathisant der Braunszene bezeichnet wird. [© Klarmann]

[1] Direktlink


24 Antworten auf “Rechts: Zwei Antifademos gegen Nazi-Märtyrerkult [update]”


  1. 1 notwendiger name 09. April 2008 um 15:17 Uhr

    2 antifademos?

    evtl. unabhängig vom jeweiligen wissen des anderen angemeldet. mik

  2. 2 Klaus Störtebecker 09. April 2008 um 16:09 Uhr

    Jo….damit Team Green ein wenig in Bewegung kommt. Viele Wohlstandsbäuche dabei……Scherz beiseite.

    Wäre natürlich toll, wenn man das noch irgendwie zusammen führen könnte.

  3. 3 tommi 09. April 2008 um 16:55 Uhr

    Sorry, mik, aber ich lese in deinem Post nur von einer Antifademo und habe auch außerhalb deines Blogs nur von einer Wind bekommen (siehe Indymedia) ;)

    zwei sind in planung. die eine seite hat zumindest polizei und presse informiert und wird sich sicher noch zu wort melden. mik

  4. 4 redical 09. April 2008 um 17:29 Uhr

    Ist sicher, dass der Aufruf bei Indymedia kein Fake ist?

    siehe link hier zum flugblatt. mik

  5. 5 autonomer 09. April 2008 um 17:32 Uhr

    am samstag wird das „Bündnis gegen Radikalismus“ es also zulassen, dass mehr als 1000 nazis durch das migrantInnenviertel von stolberg ziehen, ausländerfeindliche parolen gröhlen und leute bedrohen (im schlimmsten fall sogar angreifen)??! ich finde es traurig, dass sie den nazis aus der hand fressen, indem sie ihnen das märchen vom „trauermarsch“ abkaufen, statt bürgerinnen und bürgern die möglichkeit des demokratischen protestes gegen das aggressive und offene auftreten von neonazis zu eröffnen… es geht den nazis null um die familie des getöteten oder um dessen freundInnen. das wissen wir mitlerweile alle. es geht bei dem aufmarsch nicht um den jungen mann. es geht bei diesem nazi-aufmarsch um das gleiche, worum es ihnen immer geht: ihren rassismus auf unsere strassen zu tragen und angst zu verbreiten… und genau dagegen sollten sich alle menschen wehren, die das nicht zulassen möchten. ist zumindest meine meinung.

    man sollte nicht vorschnell urteilen, wenn man die genauen hintergründe nicht kennt. es gibt auch andere arten eines BgR-protestes ;) . mik

  6. 6 Klar, Mann? 09. April 2008 um 18:40 Uhr
  7. 7 Aachener 10. April 2008 um 1:12 Uhr

    Eine Demo muß nicht genehmigt, sondern nur angemeldet werden. Das ist sie. Die Polizei kann dann Auflagen erteilen, z.B. eine andere als die angemeldete Route bzw. einen anderen Ort für die Auftaktkundgebung. Verbote gehen nur im Ausnahmefall, wenn es gar nicht anders geht.

    In der Regel wird der den Anmelder von der Polizei einem Kooperationsgespräch einladen, wo die Details der Demonstration besprochen werden. Änderungen wird der Anmelder sicher kurzfristig öffentlich mitteilen, so daß sie auf den diversen antifaschistischen Homepages zu finden sein werden.

    Ich selbst bin am Samstag leider verhindert, hoffe aber daß möglichst viele Leute am Samstag friedlich gegen die Nazis demonstrieren, auch dann, was ich nicht glaube, aber hoffe, wenn die Nazidemo verboten wird.

  8. 8 Klar, Mann? 10. April 2008 um 10:27 Uhr

    Da nun alles so schön unübersichtlich und hektisch wird (wie immer), werden zu den Gegenprotesten vorerst hier nur Links oder Stellungnahmen ergänzend gepostet.

  9. 9 Klar, Mann? 10. April 2008 um 10:30 Uhr

    Aus Sicht der Gegendemo:

    Pressemitteilung – 8.4.2008
    Antifaschistisches Bündnis – Region Aachen

    Stolberg darf keine Pilgerstätte für Neonazis werden. – Den Aufmarsch nicht zulassen!

    Gegendemonstration am Samstag den 12.04.08, 10h am Mühlener Bahnhof in Stolberg

    In den letzten Monaten nahmen Naziaktivitäten in unserer Region ständig zu. Neben NPD und Nazi-Kameradschaften machen sich in der letzten Zeit Autonome Nationalisten“ breit, die durch Kleidung und Symbolik versuchen, linke und alternative Kultur zu kopieren, umzudeuten und zu vereinnahmen. Allen gemeinsam ist ein immer aggressiveres und offensiveres Auftreten.

    So kommt es regelmäßig zu rechten Provokationen und Übergriffen.
    Vorläufige Höhepunkte waren ein Angriff auf die Privatwohnung eines jungen Antifaschisten und eine erfolgloser Angriff von 30- 40 Nazis auf eine antifaschistische Demo am 27.03.08 in Aachen. Jetzt bemühen sich NPD und Kameradschaften nach Kräften, den Fall des am letzen Freitag in Stolberg erstochenen Jugendlichen zu instrumentalisieren, um sich als Opfer darzustellen und gegen MigrantInnen zu hetzen.
    Kaum einen halben Tag später sind über hundert Nazis in Stolberg aufmarschiert und haben unter den Augen der Polizei rassistische Parolen gebrüllt und den Hitlergruß gezeigt. Die faschistische Szene hat bereits Vergeltung für ihren Kameraden“ angekündigt und wird dies vermutlich zum Anlass nehmen, noch brutaler gegen MigrantInnen, linksalternative Jugendliche, AntifaschistInnen und GewerkschafterInnen vorzugehen.

    So werden auf Aachener Nazihomepages Photos und Namen von vermeintlich an der Auseinandersetzung Beteiligten veröffentlicht. Lynchmord und Selbstjustiz wurden bereits mehrfach gefordert.
    Die rechte Szene zieht längst einen Vergleich zu dem schwedischen Salem, in dem im Jahr 2000 ein Neonazi bei einer Auseinandersetzung mit MirgantInnen starb. Seitdem findet dort jährlich einer der größten NS- Aufmärsche Europas statt. Da es neonazistischen Organisationen anfangs gelang ihren Aufmarsch als Trauermarsch“ darzustellen, hat die Öffentlichkeit nicht reagiert.

    Für kommenden Samstag, dem 12.04.08, rufen Gruppen wie die Autonomen Nationalisten“ der AG Rheinland und der Hamburger Neonazi Christian Worch zu einer weiteren Demonstration auf. Diese soll am Mühlener Bahnhof, also in einem migrantischen Viertel Stolbergs beginnen. Am 26.04.08 will zudem die NPD erneut ihre faschistische Hetze in Stolberg auf die Straßen tragen.

    Wir rufen dazu auf, sich an den Protesten in Stolberg gegen den Neonaziaufmarsch zu beteiligen!

    Weiterführendes Material zu Recherchezwecken – nicht für die Veröffentlichung:

    Zu neonazistischen Seiten:
    Mobilisierungsseite der NPD für Samstag den 26.4.2008:
    http://trauermarsch-stolberg.de/
    Mobilisierungsseite der Neonazis für Samstag den 12.4.2008:
    http://logr.org/stolberg/
    Seite der Organisierenden AG Rheinland:
    http://www.ag-rheinland.net/
    Seite der Aktionsgruppe Aachen, die Fotos von vermeintlich an der Auseinandersetzung beteiligten ins Netz stellen:
    http://agac.freehostia.com/
    Das Nazi-Portal Altermedia, in dem die Drohungen nachzulesen sind:
    http://www.de.altermedia.info

    Zu Salem:
    http://www.kverlagundmultimedia.de/Archivb/Chronologisch_2005/Stockholm_Salem_Nazis/stockholm_salem_nazis.html
    http://libcom.org/forums/events-and-announcements/salem-stockholm-sweden-9th-december-2006-b-antifascist-rally-against-biggest-annual-fascist-marc
    http://www.nmr.nu/ (Netzwerk gegen Rassismus in Schweden)

    Zu faschistischen Aktivitäten in Aachen:
    Antifa Düren:
    http://www.antifa-dueren.org/cms/
    Blog eines freien Journalisten:
    http://klarmann.blogsport.de/
    Bericht im freien Netzwerk Indymedia zu den Vorfällen in Stolberg:
    http://de.indymedia.org/2008/04/212749.shtml

    [anmerkung: einige links zu dokumentationszwecken. mik]

  10. 10 Mensch mit Augenmaß 10. April 2008 um 10:55 Uhr

    Wenn die auf den Outingphotos abgebildeten Personen wirklich die Täter sein sollten, dann sollten sich die Nazis mal ihre Mär von der Ausländerbande nochmal überlegen. Für mich sehen sie jedenfalls nicht ausländisch aus. Aber vermutlich haben unsere Nazifreunde noch einige Rassenkundebücher auf dem Niveau von Reichsbauernführer Darré (In Südeuropa wird nicht soviel Schwarzbrot gegessen, weil die Leute dort andere Mägen haben), aus denen sie irgendwas folgern können.

  11. 11 xxx 10. April 2008 um 10:59 Uhr

    Stolberg: Diffamierungen und Bedrohungen
    Neonazis diffamieren die Eltern des Getöteten und bedrohen die Eltern des in U-Haft Sitzenden
    Eines der größten Internetportale der deutschen Neonaziszene übt sich in Schmähungen gegen die Eltern und FreundInnen des in Stolberg bei einer Auseinandersetzung Getöteten. Unter der Überschrift „Warum sollen wir auf diese Eltern Rücksicht nehmen?“ polemisieren die NeofaschistInnen, werfen den Eltern „politische Korrektheit“ vor, weil diese nicht auf den rassistischen Zug der Nazis aufgesprungen sind. Sie seien „bemüht, politisch ja nicht anzuecken“. Auf solche Eltern würden sie keine Rücksicht nehmen, so der Tenor.
    Das wussten wir auch schon vorher, so haben Nazis um Christian Worch und die AG Rheinland (unterstützt von etlichen anderen Neonaziorganisationen aus dem gesamten Bundesgebiet) für Samstag eine Großdemonstration in Stolberg angemeldet, sind zudem seit Tagen bemüht, den Getöteten gegen den Willen von dessen Eltern und FreundInnen zu instrumentalisieren und zum Nazimärtyrer zu verklären. Die Angriffe gegen die Familie des Gestorbenen zeichnen die faschistische Menschenverachtung nach. „Duckmäuser“ seien die Eltern, deren Ansehen ihnen mehr bedeute als der Verlust ihres Sohnes.
    Auch von der NPD-Düren sind die üblichen Zynismen zu lesen. So reden sie davon, der Familie noch „eine gewisse Pietätszeit zuzugestehen“, ihre Demonstration aus diesem Grund erst am 26.4.2008 durchzuführen. Als ob die Instrumentalisierung und Verklärung in drei Wochen weniger belastend für die Familie sei.
    Mehr als deutlich wird mit diesen Polemiken, wie wenig der bundesdeutschen Neonazi-Szene an den Vorgängen in Stolberg selbst, an dem Opfer, dessen FreundInnen und Familie gelegen ist. So konzentrieren sie sich doch ausschließlich um eine Mythologisierung der Ereignisse zu Gunsten ihrer rassistischen Politiken und bedrohen derweil massiv MigrantInnen in Stolberg und Aachen. Für Samstag wurde in einem anderen Internet-Forum angekündigt, wer sich ihnen an diesem Tag in den Weg stelle, spiele mit seinem Leben.
    Unlängst hielten FreundInnen des Getöteten Kevins in Stolberg eine Trauerkundgebung ab. Ohne Neonazis und ohne rassistische Intentionen. Die Eltern baten sowohl in der Presse, als auch auf einem Schild am Ort des Geschehens um das Ende der Instrumentalisierung und Verklärung ihres Sohnes. Um „Menschen, nicht Ausländer“ handele es sich, und so sei das Ereignis zu deuten. Als eine Auseinandersetzung zwischen Menschen, wo auch immer diese geboren seien, welchen Pass auch immer sie bei sich hatten.
    Neonazis sehen das grundlegend anders. Rassistische Stimmung machend, veröffentlichten sie Fotos uns Namen von vermeintlich an der Tat beteiligten, rufen auf zum Lynchmord und zur Selbstjustiz. Auch die Eltern des in U-Haft sitzenden vermeintlichen Täters werden massiv bedroht. Kollektivstrafe fordern die FaschistInnen und lauern der Familie vor deren Haus auf, darauf wartend, dass der Polizeischutz abgezogen wird.

    Wir werden keine dieser beiden rassistischen Nazi-Demonstrationen zulassen!
    Beteiligt Euch am 12. 4 2008 an den Gegendemonstrationen!
    Gegen Rassismus, Instrumentalisierung und rechten Märtyrerkult!
    Samstag 12.4.2008, 10h Bahnhof Mühle, Stolberg/Rheinland.

  12. 12 Klar, Mann? 10. April 2008 um 12:38 Uhr
  13. 13 Klar, Mann? 10. April 2008 um 18:06 Uhr
  14. 14 Klar, Mann? 10. April 2008 um 18:20 Uhr
  15. 15 @Wir-Kriegen-Euch-Alle 10. April 2008 um 18:25 Uhr

    @Mensch mit Augenmaß: Die „AG Rheinland“ behauptet, die „AG Aachen“-Seite sei ein Fake. Wenn das stimmt, ist es aber bescheurt da Fotos von vermeindlichen Tätern hochzuladen.

  16. 16 redical 10. April 2008 um 18:34 Uhr

    Und die Demo der Antifaschisten aus dem Aachener Bereich der Autonomen Szene und des linken Parteienspektrums ist 100%ig angemeldet?

    wer lesen kann ist klar im vorteil. mik

  17. 17 Klar, Mann? 10. April 2008 um 19:00 Uhr
  18. 18 Klar, Mann? 10. April 2008 um 19:01 Uhr

    Bericht in der linken jW:

    http://www.jungewelt.de/2008/04-11/029.php

  19. 19 NW 10. April 2008 um 21:17 Uhr

    wir kriegen euch alle.. Die Seite ist ein Fake! Nebenbei erwaehnt, die ist exakt im Stile Klarmanns geschrieben!

    wäre ich alleine nie drauf gekommen, dass sie im stile klarmanns gebastelt ist. sie schreiben ja sachen. mik

  20. 20 Klaus Störtebecker 10. April 2008 um 23:16 Uhr

    Ich schiffe mir in die Hosen……
    p.s. Ich brauche ’nen extra link für die Seite ich finde sie nicht.

  21. 21 martin von der gleichen ip wie Klau S. 11. April 2008 um 0:35 Uhr

    @ nw

    oh mann…. . ich muss weinen…, wegen dir. kannst du auch was anderes wie irgend welche adaptierten sachen nachplappern?

    na mik immer schön weiter machen!! wie sagt olaf kracht“ bleiben sie dran ich zähl auf sie!“

    der heiße stuhlgang? ihhhhh. mik

  22. 22 Klar, Mann? 11. April 2008 um 17:27 Uhr

    Stellungnahme des BgR-Stolberg:

    Das parteiübergreifende Stolberger Bündnis gegen Radikalismus verurteilt ausdrücklich die Tatsache, dass rechtsradikale Gruppen die schrecklichen Ereignisse in der Nacht zum 5. April zu ihren politischen Zwecken missbrauchen. Der Auslöser für die Auseinandersetzung, bei der ein junger Mann erstochen wurde, ist laut polizeilichem Ermittlungsergebnis nachweislich im privaten und persönlichen Umfeld angesiedelt. Diesen tragischen Tod nun zu volksverhetzenden Kampagnen und zwei bedrohlichen Aufmärschen zu nutzen, ist besonders verwerflich. Auf keinen Fall dürfen nun Unschuldige unter den Folgen dieser bedauernswerten Tat leiden.

    Das bürgerliche Bündnis betont, für ein harmonisches Zusammenleben aller friedfertigen Menschen in unserer Stadt einzustehen, egal aus welchem Kulturkreis sie stammen.

    Dies möchte das Bündnis unterstreichen mit einer multikulturellen Kundgebung „Stolberg steht zusammen“ am Freitag, 25. April, ab 18 Uhr im Stadtteil Mühle. Alle Bürger, die zu diesen Werten stehen, sind herzlich dazu eingeladen.

    Radikalismus jeglicher Form hat in unserer Stadt keine Lobby!

  23. 23 Klar, Mann? 11. April 2008 um 21:03 Uhr
  24. 24 Klaus Störtebecker 11. April 2008 um 23:21 Uhr

    Buisness as usual.
    Da stirbt jemand aus der Mitte der Gemeinde , durch ’ne richtig dumme und beschissene Sache.
    Bärbel Kirschfink hat leider ne falsche Sichtweise.
    Warum sollte es NICHT angemessen sein die Geschäfte zu schliessen?
    Der Junge hat garantiert auch mal bei ihr gekauft.
    2 Menschen gehen verloren OPFER ( zuallerest ) und Täter.
    Naja…..und dann noch die Faschos.. SALEM 2.

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