GegenRechts: Nachbarschaftsfest gegen NPD-Aufmarsch und Altermedia hetzt weiter…

Stolberg. Unter dem Motto „Stolberg ist bunt – nicht braun“ will eine Initiative am 26. April von 10 bis 20 Uhr parallel zu einem NPD-Aufmarsch [1] in der Straße „Am Grossen Rad“ ein Nachbarschaftsfest abhalten. In einer Pressemitteilung schreiben sie: „Stolberg ist bundesweit ins Gerede gekommen. Wir bedauern den gewaltsamen Tod des jungen Mannes vom 4. April [2]. Wir wehren uns jedoch dagegen, diesen Tod zu missbrauchen und Hass zu säen und Menschen unterschiedlicher Herkunft gegeneinander aufzuhetzen. Im Gegenteil: Wir wollen am 26. April auf einem Nachbarschaftsfest am Ort des Geschehens eintreten für ein solidarisches und gemeinschaftlich es Zusammenleben.

Menschen und Gruppen aller in Stolberg lebenden Nationalitäten können mit kulturellen Beiträgen ihr Interesse am friedlichen Miteinander zu bekunden. Wir bieten die Möglichkeit, Fragen des Zusammenlebens an einem offenen Mikrofon zu besprechen. Und wir wollen nicht, dass sich an diesem oder an beliebig anderen Tagen Nazis jeglicher Couleur auf der Birkengangstraße einfinden, das gebietet die Würde des Opfers. Wir – das ist eine Gruppe Stolberger Bürgerinnen und Bürger. Wir haben uns spontan aus unterschiedlichen Bereichen zusammengefunden, um den unleidlichen Bildern der letzten Tage und Wochen das Bild eines bunten, lebendigen Stolbergs entgegenzuhalten. Wir wollen Nazis in unserer Stadt nicht mehr sehen.“

Unterdessen hat das Neonazi-Portal „Altermedia“ nachgelegt und beschimpft die Eltern des 19-Jährigen aus Eschweiler, der von einem Migranten erstochen wurde, weiter [3]: Nach der „Stolberger Blutnacht haben sich Kevins Erzeuger als das entpuppt, was hierzulande politisch-korrekte Zeitgenossen auszeichnet, charakterloses Lumpentum.“ Die Eltern hatten sich dagegen verwehrt, dass die Braunszene weiterhin „Lügen“ über ihren Sohn verbreitet, wie etwa die Aussage, dass er dieser angehört habe. Ihr Sohn habe vielmehr viele Migranten als Freunde gehabt und sei auch kein Rassist gewesen, hatten sie mitgeteilt.

Neben dem Nachbarschaftsfest organisieren Antifaschisten eine Demonstration gegen den NPD-Spuk [1]. [© Klarmann]

[1] NPD MOBILISIERT OFFENBAR UNTER FALSCHER FLAGGE UND ANTIFA RUFT ZU GEGENPROTESTEN AUF
[2] Über die Tat und ihre Vereinnahmung hat „Klarmanns Welt“ mehrfach ausführlich berichtet; Interessierte nutzen bitte die Suchmaske oben rechts im Blog und geben die Begriffe „Stolberg“ und/oder „Märtyrer“ ein.
[3] MORD AN EINEM „KAMERADEN“; MÄRTYRER WIDER WILLEN (2); VERABSCHEUUNGSWÜRDIGE RECHTSEXTREMISTEN


10 Antworten auf “GegenRechts: Nachbarschaftsfest gegen NPD-Aufmarsch und Altermedia hetzt weiter…”


  1. 1 Klar, Mann? 21. April 2008 um 13:21 Uhr
  2. 2 Klar, Mann? 21. April 2008 um 15:04 Uhr

    Und damit man es auch doppelt versteht:



    R.I.P Kevin – MyVideo

  3. 3 Klar, Mann? 21. April 2008 um 17:19 Uhr

    Die Lokalpresse dazu (mit einem Foto vom Autor dieser Zeilen):

    http://neu.az-web.de/sixcms/detail.php?template=an_detail&id=497755&_wo=Lokales:Euregio

  4. 4 Klar, Mann? 22. April 2008 um 13:49 Uhr

    Unterdessen hat auch die „Kameradschaft Moers/Rheinberg“, deren Mitglieder wohl am Sonnabend in Stolberg mit marschieren wollen, den „Altermedia“-Beitrag nachpubliziert:

    Beachtlich, wer sich aus der Region (im weitesten Sinne) dem Gehetze gegen die Eltern anschließt…

  5. 5 Klar, Mann? 22. April 2008 um 15:48 Uhr

    Bericht in der Lokalpresse über die Solidarität der BgR-DN:

    http://www.az-web.de/sixcms/detail.php?template=az_detail&id=498629&_wo=Lokales:Dueren

  6. 6 Klar, Mann? 22. April 2008 um 17:10 Uhr
  7. 7 Klar, Mann? 23. April 2008 um 8:05 Uhr
  8. 8 Klar, Mann? 23. April 2008 um 13:23 Uhr

    Pressemitteilung der Eschweiler Bürgerinitiative „Gemeinsam gegen Neonazis“:

    Die Eschweiler Bürgerinitiative „Gemeinsam gegen Neonazis“ (BI) ruft dazu auf, die Proteste gegen den NPD-Aufmarsch in Stolberg zu unterstützen. Die NPD und bekannte Neonazis mobilisieren bundesweit, um kommenden Samstag, den 26. April in Stolberg einen vorgeblichen Trauermarsch abzuhalten.

    Anfang des Monats ist ein junger Mann in Stolberg bei einem Streit durch Messerstiche getötet worden. Die rechte Szene versucht, diesen tragischen Tod für ihre politischen Interessen zu instrumentalisieren. Am 12. April sind bereits 800 Neonazis in Stolberg mit ausländerfeindlichen Parolen durch die Straßen gezogen sein. Offensichtlich wollen die Neonazis in der Eschweiler Nachbarstadt einen neuen Wallfahrtsort für die rechtsextreme Szene schaffen.

    Die Eschweiler Bürgerinitiative „Gemeinsam gegen Neonazis“ ruft dazu auf, sich den vielfältigen Protesten gegen die Aktivitäten der Nazis in Stolberg anzuschließen. Diesen Menschenfeinden darf nicht die Straße und der öffentliche Raum überlassen werden. Die Migranten, die durch deren Aufmärsche und Parolen bedroht werden, brauchen unsere Solidarität.

    Unter dem Motto ‚Stolberg steht zusammen‘ organisiert das Stolberger Bündnis am Freitag, den 25. April eine Kundgebung, die von vielen Gruppen getragen ist: Beginn ist um 18.00 Uhr, Jordansplatz in Stolberg-Mühle. Im Anschluss besteht noch genügend Zeit, den Abend in Eschweiler ausklingen zu lassen. Das Abendprogramm, im Rahmen des Stadtjubiläums, beginnt am Markt um 20.00 Uhr.

    Am Samstag, den 26. April, rufen verschiedene Gruppen zu einer Gegendemonstration auf, um sich den Nazis entgegen zu stellen: Treffpunkt ist um 9.00 Uhr am Kaiserplatz in Stolberg. Die Teilnahme in Stolberg, vor dem großen Festumzug in Eschweiler, ist daher möglich.

    Nicht ohne Grund wird auf der Internetsonderseite und den Plakaten zum 150-jährigen Stadtjubiläum herausgestellt: „Eschweiler hat keinen Platz für Rassismus“. Dieser Selbstverpflichtung der Stadt Eschweiler folgend gilt es, ein Zeichen der Solidarität mit der Stolberger Bevölkerung zu setzen.

    In unmittelbarer Nachbarschaft zum geplanten Zielort des NDP-Marsches soll es am Samstag zudem ein «Nachbarschaftsfest» geben. Beginn soll um 10.00 Uhr sein, in der Straße „Am großen Rad“ in Stolberg. Eine Absicherung durch die Polizei wurde beantragt.
    Die Eschweiler Bürgerinitiative „Gemeinsam gegen Neonazis“ weist ausdrücklich auf alle Veranstaltungen hin, damit möglichst viele Menschen teilnehmen.

  9. 9 Klar, Mann? 23. April 2008 um 19:49 Uhr

    Die Jusos zu den Gegenprotesten via Z-AC:

    http://www.z-ac.de/content/view/276/33/

  10. 10 Klar, Mann? 23. April 2008 um 19:50 Uhr

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