Rechts: Braune Hassprediger in weißer Uniform

Aachen. Billy Roper tritt mit Lackschuhen auf eine Israel-Fahne. Roper ist Kopf der US-amerikanischen Bewegung „White Revolution“ und wirkt als Bindeglied zwischen Neonazi-Skins, traditionellen Rassisten und Nationalsozialisten wie dem Ku Klux Klan sowie Rechtskonservativen. Roper sagt, längst befinde man sich im „Rassenkrieg“ gegen den „Genozid, der an der weißen Rasse verübt wird“.

Daniel Schweizer, Regisseur des Films „Skinhead Attitude“ über die weltweite Skinhead-Szenen, hat mit „White Terror“ seine Trilogie über die Entwicklungen in jenen vielfältigen Szenen beendet. Der 2005 fertig gestellte Kino- und TV-Film ist nun in deutscher Bearbeitung auf DVD erschienen. Darin widmet sich Schweizer den globalen Vernetzungen von „Blood & Honour“ (B&H), der „White Power“-Bewegung und der „Slawischen Union“.

„White Terror“ liefert erschreckend-authentische Einblicke in eine Welt, in der Gewalt gegenwärtig ist und man sich in einem „Racial Holy War“ wähnt. Schweizer hat Kritiker und Behördenvertreter interviewt, indes ebenso Neonazi-Größen. So traf er Jäsä, Produzent der „Kriegsberichter“-Videos in Schweden. Der bullige Sozialhilfeempfänger ist Kopf jenes, wie er sagt, MTV von B&H. In den Videos werden Interviews, Mordaufrufe an Gegnern oder Politikern und Konzerte gezeigt. An den Bühnen der Konzerthallen hängen dabei Hakenkreuz-Flaggen und das Publikum zeigt den Hitler-Gruß.

Jäsä sitzt selbst vor einer Hakenkreuz-Flagge, als er sagt, er produziere „rassistische Unterhaltung für bereits Bekehrte.“ Produziert in Schweden, werden die Videos und DVDs via USA weltweit von Bart vertrieben und lizenziert. Auch ihn besuchte Schweizer. Wenn er nicht mit Hass handelt, dann bereitet Bart sich mit seiner Familie auf den „Rassenkrieg“ vor, für den weltweit schon heute „kleine geheime Zellen“ bereit stünden. Den international agierenden Mittelsmann zwischen jenen „Zellen“, Eric Blücher, traf Schweizer in Schweden – doch es blieb beim Kurzinterview, das der braune Drahtzieher beendete mit einer Warnung: „Sei nicht so aufdringlich!“

Schweizer liefert mit „White Terror“ Einblicke in eine Welt des Irrationalen und greift dazu auch auf interne Aufnahmen von Konzerten oder Rednerveranstaltungen zurück. Nötig wurde dies etwa bei Tom Metzger, Kopf von „White Aryan Resistance“. Metzger wollte seine Gesprächsbereitschaft honoriert wissen, was Schweizer ablehnte. Jedoch sprach der Regisseur mit Pastor Richard Butler, Gründer der „Aryan Nations“, und mit Reverends des „Creativity Movement“ (zuvor „Church of the Creator“) – allesamt Vertreter von christlich-rassistischen Hasssekten. Für sie verkörpert nur der Arier das Gute, weswegen sich „White Power“ pflichtbewusst im Kampf gegen das Böse – gemeint sind Juden und Schwarze – befinde.

Zu den Negativ-Highlights des Films gehören Aufnahmen, die Schweizer bei einem Bündnis- und Rädelsführertreffen solcher US-Neonazi-Gruppen drehte. Skins und biedere Anzugträger reihen sich ein neben KKK-Mitgliedern in Braunhemden und mit Hakenkreuz-Armbinden und –Flaggen. „Unsere Haut ist unsere Uniform, unsere Haut ist unsere Religion,“ ruft dabei ein Redner. Dann skandieren die Rassisten und Neonazis gemeinsam: „White Power, Sieg heil!“ Als Schweizer später in Russland Vertreter der paramilitärischen „Slawischen Union“ trifft, werden diese ihm sagen: „Wir unterstützen unsere Waffenbrüder in den USA.“ Siegessicher zeigt sich im Interview Dimitri Demushkin, Kopf der „Union“ – gezeigt werden dazu Aufnahmen davon, wie Geistliche der orthodoxen Kirche Demushkins Flaggen mit Hakenkreuz-ähnlichen Kreuzgrafiken segnen.

Entlarvend wirken auch andere, dem Regisseur zugespielt Aufnahmen, etwa jene von Dominique Chaboche, Funktionär der französischen „Front National“ (FN). Chaboche tritt in Russland als Redner auf einem Treffen der „Slawischen Union“ auf. Direkt neben ihm wird – wahrscheinlich im Jahre 2002 – von der Bühne herab der Hitler-Gruß gezeigt. [© Michael Klarmann; für BnR]

White Terror. Ein schockierender Report über die weltweit vernetzte Neonazi-Szene. Regie Daniel Schweizer. Doppel-DVD. Sunny Bastards (www.sunnybastards.de)


1 Antwort auf “Rechts: Braune Hassprediger in weißer Uniform”


  1. 1 M.C. 10. Mai 2008 um 17:03 Uhr

    tzzzz…….der Ku Klux Klan…… wer „national“ denkt, sollte sich nicht mit diesem Abschaum von Hinterweltlern abgeben. Man bedenke mal, wer „den Klan“ gegründet hat…. Ansonsten auch nicht grade das Beste rund um die Uhr den Hitlergruß zu zeigen bzw. sich vor HK-Fahnen ablichten zu lassen….allein schon, wenn es sich um imperialistische Hetzpropaganda handelt. Lügen, Lügen, nichts als Lügen dieser „Film“

    zitat „onkel hotte“: ich mach mir die welt, wie sie mir gefällt…der streit zwischen „autonomen nationalisten“ und B&H/C18 wird aber nun nicht bei „klarmanns welt“ ausgetragen ;) mik

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