Region. In der Gesamtregion der Zuständigkeit des Staatsschutzes der Polizei Aachen – d.h. die Region Aachen-Düren-Heinsberg – ist die politisch motivierte Kriminalität stark angestiegen [1]. In der Hauptausschusssitzung [2] des Stadtrates Aachen hat Polizeipräsident Klaus Oelze die Daten von Anfang April am Mittwoch (7.5.) konkretisiert. Gegenüber dem Jahr 2006 [3] stiegen in der Gesamtregion die politisch motivierten Straftaten im Jahr 2007 um 27,2 Prozent an. Während im Kreis Aachen und im Kreis Heinsberg die Straftaten jeweils nur um rund sechs Prozent anstiegen, stiegen sie in Stadt Aachen um zwanzig Prozent an. Spitzenreiter war indes der Raum Düren – hier stiegen die rechtsextremistischen Straftaten um 40,4 Prozent an.
Oelze kommentierte diese Daten in seinem Kurzreferat vor den Ratsfraktionen nicht. Indes fällt, wie schon vor einigen Wochen auf [1], dass ein Anstieg rechtsextremer Aktivitäten generell auch einen Anstieg rechtsextremer Straftaten mit sich zu bringen scheint. So hatten sich seit Herbst 2006 im Raum Düren die Aktivitäten der NPD und der „Kameradschaft Aachener Land“ gesteigert. Im Januar 2007 gründete sich dann in Düren ein eigener Kreisverband der NPD, der fortan fast im Wochenrhythmus Treffen, Konzerte, Schulungen, Stammtische, Infostände oder Aufmärsche organisierte.
In Heinsberg (Stadt und Kreis) stiegen die Zahlen von 32 (2006) auf 34 (2007) rechte Straftaten an. Im Kreis Aachen kam es gegenüber 107 (2006) zu 135 (2007) rechte Straften. In der Stadt Aachen stiegen die Straftaten Rechts von 50 (2006) auf 60 (2007) an. Im Raum Düren (Stadt und Kreis) wurden 2006 insgesamt 52 rechte Straftaten und 2007 dann 73 Straftaten registriert.
Auffallend an den Zahlen, die Oelze präsentierte, war auch eine Zunahme der Gewaltdelikte im Raum Düren. War es in der Gesamtregion 2007 zu 18 Gewaltdelikten im Bereich der politisch motivierten Kriminalität gekommen, davon vierzehn Rechts und drei Links, so wurden insgesamt neun Gewalttaten jener 18 in Düren verübt. Im Jahre 2006 war es in Düren nur zu einer Gewalttat im politisch motivierten Spektrum gekommen. Die Gewalttaten ordnete Oelze nicht nach politischen Hintergründen ein. [© Klarmann]
[1] MASSIVER ANSTIEG RECHTSEXTREMER STRAFTATEN IN DER GESAMTREGION – ENTGEGEN DEM LANDESTREND
[2] AACHEN STRIKES BACK – GEGEN RECHTSEXTREMISMUS
[3] Oelze verglich die „bereinigten“ Zahlen aus dem Jahr 2006 mit denen aus 2007; d.h. im Jahre 2006, als der Landesverfassungsschutzbericht schon Anfang März vorgestellt wurde, mussten später Angaben „bereinigt“ werden; meist handelte es sich dabei um Nachmeldungen: bei den Gesamtzahlen rechter Straftaten erhöhte sich diese von den bislang offiziellen 174 Straftaten auf „bereinigten“ 191 Straftaten.
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