Archiv für Mai 2008

GegenRechts: Festival contre le Racisme [absagen beachten]

Aachen. Auch in diesem Jahr findet in Aachen wieder das „Festival contre le Racisme“ statt. Nachfolgend dokumentiert „Klarmanns Welt“ ausgewählte Programmpunkte:

In der Zeit vom 31. Mai bis 6. Juni findet in Aachen das festival contre le racisme an unterschiedlichen Orten statt. Präsentiert wird ein vielfältiges Programm welches sich aus politischen Vorträgen, Sport- und Musikveranstaltungen zusammensetzt.

Über das Festival: Rassismus und Diskriminierung sind auch Themen, welche die Studierenden etwas angehen. Ständig sind ausländische Studierende mit Hürden konfrontiert, die deutschen Studierenden unbekannt sind. Eine diskriminierende AusländerInnengesetzgebung und ein zumindest merkwürdiger Umgang mit Flüchtlingen und MigrantInnen sind Alltag. Die Probleme sind vielfältig, aber nicht allen Studierenden bekannt.

Entlehnt ist die Kampagne vom französischen Dachverband der Studierenden (UNEF), der das festival contre le racisme bereits seit über einem Jahrzehnt in Frankreich veranstaltet.

In Deutschland ist das festival contre le racisme eine dezentrale Kampagne, findet also an mehreren Orten gleichzeitig statt. So entstehen Aktionswochen, in denen sich Studierende über Themen wie Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung im Alltag, studentische Verbindungen, Internationalisierung des Studiums, Flüchtlingspolitik oder die Situation ausländischer Studierender informieren und diskutieren können.

Internationales Fußballturnier: „Du spielst gerne Fußball? Dann darfst du bei unserem Turnier nicht fehlen! Der Spaß steht bei und im Vordergrund. Gespielt wird auf zwei kleinen Feldern (Allwetterplatz und Wiese), außerdem gibt es die Möglichkeit, zwischen dem Spielen Beachvolleyball zu spielen oder einfach nur im Liegestuhl zu entspannen. Damit wir besser planen können, wäre es super, wenn du bald eine Email mit deinem Namen schickst: festival-aachen@gmx.de. Samstag, den 31. Mai; 14 bis 18 Uhr am Königshügel.

Film „Die Unerwünschten – Menschen in Abschiebehaft“ von Sarah Moll (SWR) mit anschließender Diskussion mit der Büren Gruppe: Durch die schwäbische Kleinstadt Rottenburg zieht sich die Mauer eines Gefängnisses. Dahinter erstreckt sich das Gefängnisareal für 700 Strafgefangene. Auf dem Hof, umzäunt von hohem Stacheldraht, steht ein Plastikcontainer: die Abschiebehaft Rottenburg. Es ist ein Gefängnis im Gefängnis. Die preisgekrönte Dokumentation (Öngören Preis für Demokratie und Menschenrechte) der jungen Dokumentarfilmerin Sarah Moll berichtet über das Schicksal der 45 Männer in Abschiebehaft. Die widrigen Umstände für die Gefangene ohne Strafanzeige werden im Film dargestellt. Anschließend gibt es die Möglichkeit zur Diskussion mit Frank Gockel, Vorsitzende des Vereins „Hilfe für Menschen in Abschiebehaft e.V. Büren“ und Aachener Friedenspreisträger 2006. Dienstag, den 3. Juni um 19 Uhr im Humboldt-Haus (Pontstraße 41)

[abgesagt] Festung Europa – Vortrag von Karl Kopp (Europareferent von Pro Asyl). Mittwoch, den 4. Juni im um 19 Uhr im Hörsaal Fo7 (Kármán-Auditorium, Eilfschornsteinstr. 15)

Konzert mit Mr. Lofi (electropop) und Offbrain (funky jazzrock) im AZ, Mittwoch, den 4. Juni. Eintritt 3 Euro

Was ist moderner Antisemitismus? – Vortrag von Richard Gebhardt: Bei der Eröffnung des OSZE-Expertenforum „Herausforderungen und Methoden der Bekämpfung des Antisemitismus,“ warnte Bundeskanzlerin Angela Merkel Ende Januar in Berlin vor einem „bürgerlichen“ Antisemitismus. Doch gibt es tatsächlich eine „neue“, auch „bürgerliche“ Judenfeindschaft in Deutschland – oder sind die jüngsten Phänomene nicht bloße Wiedergänger des traditionellen Antisemitismus? Und warum erfreut sich die Behauptung, in Deutschland dürfe keine Kritik an der israelischen Politik geäußert werden, einer solchen Beliebtheit? – Im Mittelpunkt des Vortrags steht eine Analyse jener Einstellungen, die jeden Verdacht der Judenfeindschaft vehement zurückweisen, aber gleichzeitig geprägt sind von antisemitischen Stereotypen, Klischees und Vorurteilen. Exemplarisch soll anhand von Fallbeispielen erörtert werden, welche Bedeutung der Antisemitismus über „60 Jahre danach“ noch hat. Richard Gebhardt ist Politikwissenschaftler an der RWTH Aachen und Herausgeber des Sammelbandes „Rosen auf den Weg gestreut. Deutschland und seine Neonazis“ (2007). Donnerstag, den 5. Juni um 19 Uhr im Hörsaal Fo7 (Kármán-Auditorium, Eilfschornsteinstr. 15)

[abgesagt] Ausstellung „road closed – Rechtliche Hürden für ausländische Studierende“: In der Realität haben AusländerInnen es leider schwerer ihre Grundrechte durchzusetzen. Auch in der Hochschulgesetzgebung gibt es zahlreiche Ungleichbehandlungen, die einzig auf die Herkunft der Studierenden Bezug nehmen. Es ist mit der regelmäßig kolportierten Internationalisierung nicht weit her. „Nicht-EU-AusländerInnen“ werden vor allem bei der Hochschulzulassung und durch zusätzliche Gebühren diskriminiert. Außerdem haben sie mit Vorurteilen und Rassismus zu kämpfen. Mit einigen Gründen der Diskriminierung beschäftigt sich die Ausstellung „Road Closed“: Formale Hürden, die ausländische KommilitonInnen zu überwinden haben, wenn sie ihr Recht auf Bildung einfordern. Vom 2. bis 6. Juni im Kármán-Auditorium [Textquellen: redigierte, gekürzte Veranstalterinfos]