Archiv für Juni 2008

Rechts/Mitte: Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung nach EM-Spiel

Region. Die Fußballfans in Stadt uns Kreis Aachen feierten nach dem Spiel zwischen Deutschland und Spanien nach Polizeiangaben „weitgehend friedlich“. Bis zu 20.000 Zuschauer verfolgten demnach das Spiel im Pontviertel, im Kapuzinerkarree, am Holzgraben, in der Baesweiler Burg, auf dem Eschweiler Markt und am Alsdorfer Cinetower. Die Polizei habe auch zum Endspiel wieder deutliche Präsenz gezeigt. In Aachen ermitteln die Beamten gegen eine mehrköpfige Personengruppe, aus der heraus im Pontviertel volksverhetzende Parolen skandiert worden seien. Gegen weitere junge Leute wurden Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung eingeleitet, nachdem es zu tätlichen Auseinandersetzungen gekommen war.

In Baesweiler mussten Polizeibeamte gegen Störenfriede mehrere Platzverweise aussprechen. Ein Mann wurde in Gewahrsam genommen, weil er die rote Karte ignorierte. Ähnliches widerfuhr laut Polizei einem Mann in Aachen, der ebenso einen Platzverweis nicht nachgekommen sei. In Alsdorf habe sich das Geschehen nach dem Spiel wieder auf dem Denkmalplatz und auf dem Kurt-Koblitz-Ring abgespielt. Zwei Beamte wurden laut Polizeibericht „leicht verletzt, als sie gegen randalierende deutsche Fans am Denkmalplatz vorgehen musste. Gegen die Heranwachsenden wurden Strafverfahren eingeleitet.“

Laut Polizei verliefen die Veranstaltungen in Verbindung mit dem EM-Endspiel im Kreis Heinsberg „fast durchweg friedlich“. Die Polizei habe kaum Anlass zum Einschreiten gehabt. Rund 2.500 Gäste verzeichnete die Public Viewing-Veranstaltung auf dem Marktplatz in Heinsberg, zirka 300 meist jugendliche Fans hielten sich demnach zudem im Umfeld auf. Unmittelbar nach dem Abpfiff sei es vor einer Pizzeria zu einem Körperverletzungsdelikt gekommen, als sich drei Personen eine Prügelei lieferten, in deren Folge sich einer der Kontrahenten verletzte. In den anderen Stadtzentren des Kreisgebietes sei es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen gekommen. Mangels des bei den deutschen Fans erhofften Sieges seien „die bislang so beliebten Autokorsos im Kreisgebiet komplett ausgeblieben“.

Auf dem Dürener Kaiserplatz sahen laut Polizei rund 6.300 Menschen am Sonntagabend das Endspiel zwischen Spanien und Deutschland. Trotz der Niederlage der deutschen Mannschaft sei die Veranstaltung störungsfrei und ohne besondere Vorkommnisse verlaufen. Lediglich ein Randalierer sei nach Spielende in Gewahrsam genommen worden. In der Dürener Innenstadt seien auch nur vereinzelt hupende Fahrzeuge registriert worden. Nach 2.30 Uhr hätten sich am Kaiserplatz und in der Wilhelmstraße zudem zwei körperlichen Auseinandersetzungen zugetragen, bei denen zwei 22 und 23 Jahre alte Dürener jeweils verletzt wurden.

In Jülich trafen sich laut Polizei nach dem Ende des Spiels etwa 300 Personen vor einer Gaststätte in der Großen Rurstraße, um die Vizemeisterschaft des deutschen Teams zu feiern. Da die Menschenmenge sich teilweise auf der Fahrbahn aufhielt, seien dort Absperrmaßnahmen eingerichtet worden. Während des Spiels sei auf dem Kirchplatz ein Körperverletzungsdelikt verübt. [© Klarmann]