GegenRechts: Freispruch für handvermummten Antifaschisten

Düren. Das Amtsgericht Düren hat am Mittwoch nach Angaben der Antifa Düren einen Neonazi-Gegner vom Vorwurf des Verstoßes gegen das Vermummungsverbot freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft Aachen hatte dem Antifaschisten vorgeworfen, bei einer Demonstration gegen die Gründungsfeier des NPD-Kreisverbandes Düren am 5. Januar 2007 sich die Hand auf den Mund gehalten zu haben.

AFADN

Der Beschuldigte räumte ein, sich tatsächlich die Hand auf den Mund gehalten zu haben. Er erklärte jedoch, dass dies keinesfalls zur Verschleierung seiner Identität gegenüber der Polizei erfolgte. Vielmehr habe er sich vor Neonazis schützen wollen, die seinerzeit aus dem Dachgeschoss des damaligen NPD-Treffpunktes „Gütershop“ Demonstranten filmten. Auszüge aus diesen Aufnahmen – darunter auch Porträtaufnahmen von Neonazi-Gegnern – tauchten später garniert mit Drohungen auf der Website einer „Anti-Antifa Aachen-Düren“ auf. Als einer der Urheber der Fotos gilt der Dürener Neonazi Denis U., der seit kurzem auch Mitglied im Kreisvorstand der örtlichen NPD ist.

Nachdem ein Zeuge bestätigte, dass an besagtem Tag Neonazis tatsächlich gefilmt hatten und dies auch durch einen in den „Aachener Nachrichten“ erschienenen Zeitungsartikel belegt werden konnte, rückte die Staatsanwältin von ihrer Beschuldigung ab und räumte ein, dass man unter den gegebenen Umständen einen tatsächlichen Verstoß gegen das Vermummungsverbot nicht beweisen könne. Daher sei der Beschuldigte freizusprechen. Die Richterin folgte diesem Plädoyer. [Textquelle: redigierte, gekürzte Info der Antifa Düren]


2 Antworten auf “GegenRechts: Freispruch für handvermummten Antifaschisten”


  1. 1 Klar, Mann? 04. Juni 2008 um 21:05 Uhr

    Mein Foto als Beweismittel, tststs.

    Kein Gezeter, 300 Milimeter… mik

  2. 2 Antifaschist aus Düren 04. Juni 2008 um 21:15 Uhr

    Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man über diese „Realsatire“ lachen. Ein lächerlicher Vorwurf und eigentlich ist es ein Skandal, dass man wegen des „Hands auf den Mund halten“ vor Gericht gezerrt wird. Vielleicht sollte man den „Bund der Steuerzahler“ mal darüber informieren, wie die Staatsanwaltschaft Aachen öffentliche Mittel verschwendet.

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