Aachen. Der Marx-Lesekreis an der RWTH Aachen lädt zusammen mit der Fachschaft Philosophie zu einem Vortrag von Michael Heinrich unter dem Titel „Das Kapital – Workshop zur Einführung in die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie“, Sonntag, 15. Juni, Che-Haus, Pontstraße 41. Beginn: 11 Uhr (bitte pünktlich!): „Marxismus“ ist für die einen die Erklärung aller Welträtsel, eine „wissenschaftliche Weltanschauung“, welche jede Antwort kennt, bevor die Frage auch nur gestellt wird, für andere eine ziemlich simple Weltsicht, die alles auf den Gegensatz der Klassen reduziert, und ganz schnell in gut und böse, fortschrittlich und reaktionär sortiert. Doch schon Marx erklärte: „Ich bin kein Marxist!“ In seinem „Kapital“ lieferte er keine alternative „politische Ökonomie“ und auch keine Anleitung zum Aufbau des Sozialismus, sondern – wie der Untertitel verrät – eine „Kritik der politischen Ökonomie“. Was es mit dieser Kritik auf sich hat, warum es im „Kapital“ nicht einfach um Arbeit, sondern um „abstrakte Arbeit“ und „Fetischismus“ geht, was Kapital mit Ausbeutung zu tun hat und warum es ein „automatisches Subjekt“ ist, darum soll es gehen. Dabei wird sich auch zeigen, dass diese „Kritik der politischen Ökonomie“ für eine Untersuchung des gegenwärtigen Kapitalismus durchaus zu gebrauchen ist, auch wenn letzterem das Etikett „Dienstleistungsgesellschaft“, „Wissensgesellschaft“ oder Ähnliches aufgeklebt wird. Michael Heinrich ist Politikwissenschaftler in Berlin, Mitglied in der Redaktion von „PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft“ und Autor unter anderem von „Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung“. [Textquelle: Einladungstext]
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