Bochum/Region. Bei den Wahlen zum neuen Landesvorstand hat die NPD in NRW sich verjüngt und teilweise Personen in den Vorstand gewählt, die für eine radikalere und aktivistischere NPD stehen – darunter auch Kreisvorsitzende aus dem Gebiet des Bistums Aachen. Die Wahlen fanden am Sonntag (15.6.) in der Landesgeschäftsstelle in Bochum statt. Teilgenommen haben laut einer Parteiveröffentlichung „100 Delegierte und Gäste“. Mit „großer Mehrheit“ hätten diese den 29-jährigen Claus Cremer (Bochum) zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Cremer steht für den radikaleren Parteiflügel, hält enge Kontakte zu den „parteifreien Kräften“ (militante Neonazis) und war zuvor schon Geschäftsführer des Landesverbandes.
Cremers Vorgänger, Stephan Haase (Märkischer Kreis), bekleidet demnach „aus privaten Gründen nur noch […] das Amt des stellvertretenden Landesvorsitzenden“. Detlev Hebbel (Rhein-Wupper) und Markus Pohl (Münster) fungieren ebenso als Stellvertreter Cremers. Als Beisitzer wurden laut Partei gewählt: Marion Figge (Hochsauerlandkreis), Helmut Gudat (Mönchengladbach/Heinsberg), Ingo Haller (Düren), Matthias Pohl (Steinfurt), Timo Pradel (Märkischer Kreis), Peter Schulze (Siegen), Siegfried Schwerdtfeger (Dortmund), Lars Spönlein (Krefeld), Benjamin Dahlbeck (Wattenscheid) und Manfred Frentzen (Mönchengladbach). Die bisher dem Landesvorstand angehörenden Willibert Kunkel und Oliver Harf (beide Aachen/Stolberg) wurden demnach nicht gewählt.
Bei Harf dürften die Gründe ebenso wie bei Haase im privaten und beruflichen zu suchen sein. Dass indes Kunkel, bislang kommunalpolitischer Sprecher im Landesvorstand, ausgerechnet vor den Kommunalwahlen 2009 dem Landesvorstand nicht mehr angehört, könnte auf interne Machtkämpfe hinweisen. Schon Anfang 2007 wurde gemunkelt, dass Haller (Düren) Kunkels Beisitzer-Mandat bei den kommenden Wahlen zum Landesvorstand „übernehmen“ werde. Haller ist Kreischef der NPD in Düren und hat sich mit zahlreichen Aktionen – Infostände, rechte Konzerte und Vortragsveranstaltungen – in der Region empor gearbeitet. Rund um die Aufmärsche in Stolberg war Haller – und mit Abstrichen offenbar ebenso Spönlein – weitaus aktiver, als Kunkel, der selbst nur als Anmelder und Redner in Erscheinung trat. Auch Spönlein, Anführer des als radikal geltenden NPD-Kreisverbands Krefeld, ist nun Mitglied des Landesvorstandes. Sowohl Haller als auch Spönlein sind aufstrebende, junge Kreischefs der Partei.
Im Amt bestätigt wurde Helmut Gudat, in Hückelhoven lebender Kreischef für den Bereich Mönchengladbach und Heinsberg. Mit Manfred Frentzen wurde ein weiteres Mitglied von Gudats Kreisverband in den Landesvorstand gewählt. Aus der Region Aachen bzw. dem Gebiet des Bistums Aachen gehören nun vier Personen dem Landesvorstand der rechtsextremen Partei an. [© Klarmann]
Redok dazu:
http://www.redok.de/content/view/1147/38/
BnR dazu:
http://www.bnr.de/bnraktuell/aktuellemeldungen/vorstandswechsel
Aus Sicht der NPD-Düren:
„[…] Als nächstes folgte dann die Wahl der Beisitzer, wo […] gleich zwei Kandidaten aus der Dürener Region vorgeschlagen wurden. Während René Laube „Man muß auch die Zeit haben solch ein ehrenvolles Amt zu übernehmen“, so Laube, dankend ablehnte, stellte sich Ingo Haller dieser Herausforderung. Bereits bei seiner Vorstellung und Erläuterung, weshalb er für dieses Amt kandidiert, wurde jedem klar, daß er diese Aufgabe aus tiefster Überzeugung und mit all seinem organisatorischen Können erfüllen würde, so denn er das Vertrauen der Delegierten erhalten würde. […] Ingo Haller, Helmut Gudat, Lars Spönlein sowie Manfred Frenzen schafften direkten Einzug in den Landesvorstand. […]“