Rechts: Nazis bedrohen jugendlichen Antifaschisten weiter

Aachen. Drohungen via Internet, zwei eingeworfene Scheiben, wartende Neonazis vor der Tür und rechte Aufkleber auf derselben – der seit sieben Monaten andauernde Psychoterror von Neonazis gegen einen jugendlichen Antifaschisten aus Aachen und dessen Familie [1] geht offenbar munter weiter. So erfuhr „Klarmanns Welt“ aus gut unterrichteten Kreisen, dass die Polizei abermals wegen Bedrohung und Nötigung gegen Unbekannt ermittelt. Anlass dafür seien anonyme Drohanrufe in der Wohnung des Schülers gegen 9 Uhr am Freitagmorgen. Die Täter hätten sich als „Anti-Antifa“ vorgestellt und den Schüler u.a. in mehreren Anrufen gedroht: „Komm‘ raus, Du Schwuchtel! Wir kriegen Dich sowieso, Du Hurensohn!“ Sowie: „Komm endlich raus, Du Feigling. Wir warten vor Deiner Schule.“ Der Betroffene will sogar kurz darauf zwei junge Neonazis vor dem Haus gesehen haben, die sogar an der Haustür geklingelt haben sollen. Die Täter indes konnten, erfuhr „Klarmanns Welt“, noch vor dem Eintreffen der Beamten rund 30 Minuten nach dem ersten Anruf bei der Polizei unerkannt entkommen. [© Klarmann]

[1] NEUE DROHKULISSE GEGEN FAMILIE VON BEDROHTEM ANTIFASCHISTEN (ebd. auch weiterführende Links auf ältere Beiträge in „Klarmanns Welt“)


13 Antworten auf “Rechts: Nazis bedrohen jugendlichen Antifaschisten weiter”


  1. 1 Christoph F. 21. Juni 2008 um 18:03 Uhr

    Mhhh,
    zum Polizeiverhalten kann man nur noch sagen :Er ist dein Freund und Helfer in der Not! Vielleicht mussten die Polizisten noch eben ihre schwarze Kaputzenpullis ausziehen und die Uniformen an… das kann schon mal 30 min dauern.
    Aber mal im Ernst: Was muss hier in Aachen noch passieren, damit die Polizei mal die echten „Verbrecher“ fängt?!

  2. 2 der ohne name 21. Juni 2008 um 18:35 Uhr

    Einfach nur lächerlich wie die Polizei hier von allen immer als Nazi-Supporter dargestellt wird..sei froh, dass hier alles noch ohne Korruption abläuft

  3. 3 Antifaschist aus der Region 21. Juni 2008 um 21:30 Uhr

    „Sagen Sie mal Herr Klarmann, wieso werden Sie eigentlich von Neofaschisten bedroht?

    Ich werde nämlich N I C H T von Neofaschisten bedroht.“

    So ähnlich muß auch die Reaktion der Aachener Polizei auf die Meldung der Bedrohnung gewesen sein. Wer von Nazis bedroht wird, ist schließlich selber schuld.

    Mit denen legt man sich schließlich nicht an, sondern ignoriert sie und läßt sie gewähren.

    Hätten die Juden damals die Nazis ignoriert, wäre ihnen ja auch nichts passiert, hätten die türkischen Familien in Mölln und Solingen die Nazis nignoriert, wäre ihnen nichts passiert.

    Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

  4. 4 Antifaschist aus der Region 21. Juni 2008 um 23:10 Uhr

    @der ohne name

    Wo wird denn in dem Text die Polizei als Nazi-Supporter dargestellt? Weil sie erst 30 min nach dem Anruf eintraf?

    Wahrscheinlich wurde die Angelegenheit als wenig dringlich eingestuft, es gab schließlich weder Tote noch Verletzte.

    Von Nazis wird doch eh nur bedroht, wer die vorher provoziert hat, normalen Mensche tun die doch nichts, oder?

  5. 5 M.C. 21. Juni 2008 um 23:39 Uhr

    Wenn man sich die „falsche Freizeitbeschäftigung“ sucht, muss man damit rechnen, Stress zu kriegen….dann sollte man nicht rumjammern. Egal, ob links oder rechts!!!

    sagen sie aber bitte auch mal den „kameraden“, die dann mir (wegen meiner berichte), der polizei (wegen beschuldigten-/zeugenaussagen) und den richtern (wegen verfahren) gegenüber immer so jammernd auftreten, etwa, um besser weg zu kommen…ihr säulen(h)eiliger hess blieb ja auch damals standhaft ;) mik

  6. 6 der ohne name 22. Juni 2008 um 5:16 Uhr

    Lies dir mal den ersten Kommentar durch und denk dabei ein kleines bisschen nach, dann wirst du es merken.

  7. 7 Christoph F. 22. Juni 2008 um 11:30 Uhr

    @der ohne name: Wenn überhaupt wird in meinem Kommentar auf eine Personalgleichheit zwischen Nazis und der Polizei hingewiesen…
    Von Unterstützern wird hier jedoch nicht gesprochen!!!
    Aber mal so am Rande: Seit wann benutzt ihr eigentlich Anglizismen?
    Das ist doch die Sprache der Besatzer ,oder? ;-)

  8. 8 Oliver Hürten 22. Juni 2008 um 14:58 Uhr

    „Der Betroffene will sogar kurz darauf zwei junge Neonazis vor dem Haus gesehen haben, die sogar an der Haustür geklingelt haben sollen.“

    Sogar geklingelt haben sie,wer weiß wozu diese Leute noch fähig sind??^^
    Ich mein wenn heute geklingelt wird,was passiert dann morgen??
    Vllt. klopfen sie sogar?!
    …und übermorgen wird den armen,verängstigten Afa noch ne Pizza bestellt die er gar nicht wollte!

    In diesem Sinne:Wehret den Anfängen!^^

    super idee (wenn auch nur ein anfall von ironie eines „kameraden“)! wenn die erste pizza ankommt und ich es erfahre, beginne ich ebenso zu bestellen. adressen gibt es ja genug – von den bestellenden…da freuen sich bestimmt deren eltern, über so viel neues „spielzeug“… in diesem sinne: besser keine anfänge(r)! mik

  9. 9 der ohne name 22. Juni 2008 um 18:51 Uhr

    @ Christoph

    ich nutze anglizismen, weil ich kein neonazi bin.
    ich denke mal du hast blitzschnell kombiniert, dass meine beschwerde darüber, warum die polizei generell immer von antifaschisten zu unrecht als rechte ansammlung bezeichnet wird, automatisch darauf zurückzuführen ist, dass ich aus der rechtsextremen szene komme.
    dem ist aber leider nicht so, es gibt halt auch leute, die sich über solche äußerungen ärgern können ohne irgendeinen politischen hintergrund zu haben.
    unglaublich, aber wahr ;)

  10. 10 Der letzte Heide 22. Juni 2008 um 19:59 Uhr

    […] hab ich mir sagen lassen…

    lassen sie sich erst einmal sagen, dass sie als neofaschist par excellance einen gegner in diesem blog NICHT als faschist diffamieren werden – erst recht nicht, um ihre eigene diktatur-sucht verniedlichend als bürger-, freiheits- und menschenrechtsbewegung darzustellen… frei nach dem von ihnen möglicherweise angebeteten ignazio silone – „Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.“ –: der neue nationalsozialismus wird nicht sagen: ich bin der nationalsozialismus. er wird sagen: meine gegner sind der nationalsozialismus… mik

  11. 11 Antifaschist aus der Region 22. Juni 2008 um 21:01 Uhr

    @der ohne name

    Sollte ich Dich zu Unrecht als Neonazi eingestuft haben – Entschuldigung.

    Ich sehe die Polizei auch keineswegs pauschal als „rechte Ansammlung“ an, sondern bin der Meinung, daß die Polizei in Deutschland größtenteils nicht korrupt ist und sich in den meisten Fällen korrekt verhält.

    In diesem Fall machte das Verhalten der über 110 angerufenen Polizisten aber keinen guten Eindruck.

    Meines Wissens ist die Polizei nicht nur erst nach 30 Minuten eingetroffen, sondern hat bei den Anrufern den Eindruck erweckt, als würde sie die Gefährdung der bedrohten Personen überhaupt nicht ernst nehmen zu meinen, die Bedrohten seien selbst schuld. Soweit ich weiß, hat es darüber inzwischen auch Beschwerden an höherer Stelle gegeben – ich hoffe mir Konsequenzen.

  12. 12 Klar, Mann? 23. Juni 2008 um 20:09 Uhr

    Da so viel über die Rolle der Polizei hierbei spekuliert wird, nachfolgend der Link zu einem Offenen Brief dazu in der Z-AC:

    http://www.z-ac.de/content/view/312/29/

  13. 13 Klar, Mann? 28. September 2008 um 12:30 Uhr

    Solierklärung der ver.di-Jugend Aachen/Düren/Erft gegen Naziterror:

    In den letzten Monaten treten Nazis in Nordrhein-Westfalen zunehmend offen gewalttätig auf und versuchen, Menschen die ihrer menschenverachtenden Ideologie entgegentreten, zu terrorisieren. So rief zum Beispiel die „Nationale Offensive Schaumburg“ per Flugblätter zum Mord am Aachener Friedenspreisträger Frank Gockel auf. In Bocholt stellten Nazis eine Videobotschaft ins Netz, in der zum Mord am Kollegen Rainer Sauer aufgerufen wurde. Und auch in der ver.di Region Aachen/Düren/Erft werden seit Februar ein jugendlicher Antifaschist und seine Familie terrorisiert.

    Die ver.di Jugend Aachen/Düren/Erft spricht diesen drei und allen weniger bekannten Opfern von Naziterror ihre volle Solidarität aus. Es darf nicht sein, dass Engagement für Demokratie und Menschenrechte nur unter Lebensgefahr möglich ist. Wir stehen fest an der Seite der bedrohten Kollegen und rufen dazu auf Rassismus und Faschismus klar zu ächten: Wer ein Nazi ist, stellt sich damit außerhalb der Zivilisation und gehört „als die miese Type behandelt, die er nun mal ist“ (W. Droste)

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