Aachen/Köln. Die rechtpopulistische „Bürgerbewegung“ Pro-NRW hat offenbar Probleme, in Aachen Strukturen aufzubauen. Laut Mitteilung der Gruppierung, die mit ausländerfeindlichen und anti-islamistischen Parolen bei den Kommunalwahlen auf Stimmenfang gehen will, fand am Wochenende eine „landesweiten Funktionsträgertagung“ in Köln statt, auf der „die Weichen für möglichst viele Kommunalwahlantritte der Pro-Bewegung in NRW gestellt“ wurden. Zu den angegebenen Städte und Kreisen, in denen man sich zur Wahl stellen will, gehört Aachen – vorerst! – noch nicht.
Angekündigt hatte Pro-NRW unlängst [1] den Aufbau eigener Verbände in Aachen und in Mönchengladbach. Zwar heißt es in dem Bericht der Gruppierung nun: „Der organisatorische Aufbau von politikfähigen Strukturen geht überall in NRW zügig voran, die Mitgliederzahlen explodieren regelrecht und in fast allen NRW-Landesteilen wird es zu Kommunalwahlantritten kommen. Hierbei soll sich jedoch nicht verzettelt werden. Die Kräfte sowie die vorhandenen finanziellen Ressourcen werden gebündelt und sodann in Schwerpunktregionen erfolgsversprechend eingesetzt werden.“
Damit bestätigt sich das, was Beobachter erwartet hatten: derzeit versucht Pro-NRW durch Infoveranstaltungen, Flugblattaktionen und dem Verteilen von Werbematerialien vor Schulen an vielen Orten in NRW, besonders aber im Rheinland tragfähige Strukturen aufzubauen. Beobachter gehen ebenso davon aus, dass Pro-NRW derzeit noch allerorten finanzielle wie personelle Ressourcen in jene Aufbauarbeit steckt. Sollten sich indes angestrebte Strukturen in einzelnen Kreisen und Kommunen als nur schwer auf- und ausbaufähig erweisen, dürfte sich Pro-NRW in jenen Gebieten zurückziehen. Stattdessen könnten dann jene Ressourcen und die gerade im Kölner Umland stark vertretenen Pro-Unterstützer ihre Aktivitäten auf die sich herausgestellt habenden Schwerpunktregionen konzentrieren.
Aktuell stellt Pro-NRW fest, dass man in folgenden Kommunen „sicher“ zu den Kommunalwahlen 2009 antreten werde: Köln (pro Köln), Leverkusen, Rhein-Sieg-Kreis, Siegburg, Troisdorf, Lemgo, Kreis Lippe, Bergheim, Rhein-Erft-Kreis, Dormagen, Rhein-Kreis Neuss, Gelsenkirchen, Radevormwald, Oberbergischer Kreis und Voerde. Daneben werde weiter angestrebt, in Essen, Bonn, Solingen, Wesel, Bielefeld, Bottrop, Rheinisch-Bergischer-Kreis, Bergisch Gladbach, Burscheid, Nettetal oder Mönchengladbach flächendeckend antreten zu können. „Diese Aufzählung ist nicht abschließend, da der stetige Mitgliederzuwachs dazu führen kann, dass auch noch kurzfristig in weiteren Städten angetreten werden wird,“ heißt es zudem. Neben Aachen fehlt ebenso Viersen auf der Liste, wo Pro-NRW Strukturen aufbauen wollte.
In Aachen scheint Pro-NRW mit Ausnahme einer Flugblattaktion bislang kaum aktiv geworden zu sein. Offenbar ist es Pro-NRW zwar gelungen, Interessenten auf sich aufmerksam zu machen, aber der Aufbau handlungsfähiger Strukturen scheint bislang gescheitert zu sein. Ein Grund dafür könnte sein, dass Pro-NRW weitestgehend versucht von Köln aus „Pro Aachen“ aufzubauen und eine lokale Verankerung zumindest bei den Entscheidungsträgern nicht stark ausgeprägt sein soll.
Dem Vernehmen nach wollte sich ein Orts- oder Kreisverband von Pro-NRW bzw. „Pro Aachen“ Ende Mai zwar gründen. Nachdem es jedoch zu Problemen wegen der Räumlichkeiten gekommen war, war es Pro-NRW offenbar innerhalb von drei Wochen nicht möglich, Räumlichkeiten für die fest datierte Gründungsversammlung zu finden. Laut eines Pro-NRW-Interessenten sollte eine neu angesetzte Veranstaltung in Aachen Ende diesen Monats nachgeholt werden. Offenbar, so der Interessent, der namentlich nicht genannt werden will, wurde aber auch dieser Plan kurzfristig wieder geändert. [© Klarmann]
[1] PRO-MG, PRO-AC, PRO NRW…KONTRA MIGRANTEN… (ebd. weiterführende Links zu Berichten über die Bestrebungen von Pro-NRW, in Aachen Fuß zu fassen)
Wir werden da sein.
konkretisiere: „wir werden da sein.“ mik
Alle […]
meines wissens nach geschah dies ohne mitwirkung der sav…mik