Aachen. Nachdem mutmaßlich Mitglieder der Neonazi-Bande „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) in der Nacht auf Mittwoch in Aachen mehrere Sprühereien gegen Linke durchgeführt haben, hat der Staatsschutz der Aachener Polizei die Ermittlungen aufgenommen. U.a. war das Schaufenster des Wahlkreisbüros der Partei Die Linke mit einem Hakenkreuz und einer anti-linken Parole beschmiert worden.
Büro der Partei Die Linke in der Stolberger Straße, Aachen, am Morgen des 2. Juli (Foto: © Klarmann)
Wenige Meter neben dem Büro der Linken in der Stolberger Straße wurde zudem eine Mauer eines Firmengeländes mit rechten Parolen besprüht. Die Mauer mit der Parole „SAV zerschlagen“ liegt gegenüber dem Gebäude in der Eifelstraße, in dem die trotzkistische SAV bis vor kurzem noch ihr Büro hatte. Das Haus selbst war vor einigen Monaten nach SAV-Angaben schon mal mit anti-linken, rechten Parolen besprüht worden.
Einige Meter entfernt gegenüber dem ehemaligen SAV-Büro, Aachen, am Morgen des 2. Juli (Foto: © Klarmann)
Nach Angaben von SAV-Mitgliedern wurden zudem im Umfeld der beiden Farbattacken zwei weitere Häuser – u.a. am Adalbertsteinweg – besprüht, in denen Menschen leben, die unlängst von Neonazis nach einer Sitzung bei der Linken verfolgt worden waren. Schon vor Wochen hatte man deren Haustüren mit anti-linken Parolen beschmiert [1].
Bei einer der neuen Sprühereien wurden zudem Aufkleber aus dem Umfeld der „Autonomen Nationalisten“ aus der Region sowie Aufkleber mit der Aufschrift „Antifagruppen zerschlagen!“ verklebt. Alle diese Sprühereien wurden mit KAL gezeichnet, dem Kürzel der „Kameradschaft Aachener Land“.
Namentlich wird in mindestens einem Fall zudem eine Person bedroht. Der Betroffene äußerte gegenüber „Klarmanns Welt“: „Offenbar steht dies im Zusammenhang mit der Attacke auf das Parteibüro der Linken. Aber da ich persönlich bedroht werde, stellt diese Attacke meines Erachtens eine neue Qualität von Einschüchterung dar.“

Haustür eines SAV-Mitglieds, Aachen, am Morgen des 2. Juli (Foto: Privat)
Nach Polizeiangaben wurde in der Nacht zudem in der Alfonsstraße an einem Wohnhaus der Briefkasten einer Familie mit rechten Parolen beschmiert. Auch über das Auto des Eigentümers wurden laut Polizeibericht „rechte Parolen gekritzelt“. Bei den Opfern handelt es sich um eine von Neonazis bedrohte Familie [2].
Nach Recherchen von „Klarmanns Welt“ wurde in der Alfonsstraße auf dem Briefkasten der bedrohten Familie ein großes Hakenkreuz gesprüht. Auf dem laut Polizei „[b]ekritzelt[en]“ Pkw wurde in einem anderen Stadtteil Aachens ein großes Hakenkreuz auf die Motorhaube gesprüht; beide Seiten des Fahrzeugs wurden überdies in voller Länge mit Wellenlinien besprüht, offenbar, um einen umfassenden Lackschaden zu erreichen.

Motorhaube des Pkw eines Gewerkschafters und Vaters eines Antifaschisten, Aachen, am Morgen des 2. Juli (Foto: Privat)
Ob es zwischen den Taten einen unmittelbaren Zusammenhang gebe, werde noch geprüft, teilte die Polizei mit. Auffallend ist nach Recherchen von „Klarmanns Welt“ indes, dass offenbar alle Taten mit schwarzer Sprühfarbe begangen wurden. Und schon in der Nacht zu Sonntag waren der Briefkasten und die Haustür der bedrohten Familie von Neonazis wieder mit Aufklebern beklebt worden. [© Klarmann]
[1] NEONAZIS OBSERVIEREN LINKE UND SCHMIEREN NAZISCHEISS HERUM
[2] NAZIS BEDROHEN JUGENDLICHEN ANTIFASCHISTEN WEITER
Der junge Nachwuchssprayer hatte auch noch für ein paar Hakenkreuzapplikationen auf dem Adalbertsteinweg 110 Zeit.
…enemene-miste es zappelt in der Kiste, es zappelt wer im Hühnerstroh, als „Kameradschaft“ ist mensch (f)roh;-)*
hoppla, keine Rechtschriebfehler, da haben die Nazis wohl jemanden zum sprühen engagiert. Und warum immer auf Englisch, die KAL scheint ja ganz schön anglophil zu sein. Wenn das der Führer wüsste…..
Stellungnahme von Paul Schäfer, Linke:
Hakenkreuzschmierereien am Aachener Wahlkreisbüro
Das Aachener Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Paul Schäfer (DIE LINKE) ist in der vergangenen Nacht mit einem Hakenkreuz, weiteren rechten Symbolen und Naziparolen beschmiert worden. Dazu erklärt Schäfer:
Über das Wahlkreisbüro Aachen beteilige ich mich intensiv am Kampf gegen alte und neue Nazis, unter anderem durch Unterstützung des Dürener Bündnisses gegen rechts und der Stolberger Initiative gegen Radikalismus. Die Schmierereien der rechtsradikalen Kameradschaft zeigen, dass die Aktivitäten der breiten Bürgerbündnisse gegen rechts mehr als notwendig sind.
Die Erfahrungen an anderen Orten belegen, dass es nicht bei Propaganda-Delikten der Neonazis bleibt. Daher sind die auch staatlichen Behörden gefordert, energischer gegen die rechten Umtriebe vorzugehen.
Lokalpresse dazu:
http://www.an-online.de/sixcms/detail.php?template=an_detail&id=569166&_wo=Nachrichten:Topnachrichten&_g=Parteibuero-der-Linken-mit-Hakenkreuz-beschmiert
Ob das nun wirklich jemand der KAL war mag ich stark bezweifeln – das haben die nun wirklich nicht nötig!
gab es nicht letztens (angeblich) aufkleber-aktionen der antifa bei einem mitglied der npd-krefeld? ob das nun wirklich jemand der antifa war mag ich stark bezweifeln – das haben die nun wirklich nicht nötig! mik ps. fast vergessen
[hinweis an die leserinnen und leser: marko70 ist npd-ler, der logik der aussage zufolge müsste streng genommen ein antifaschist dieses posting gesetzt haben, etwa, um der npd oder marko70 in die schuhe zu schieben, dass sie präventiv ihre „kameraden“ reinwachen wollen…oder so…]
Solidaritätskundgebung gegen Nazi-Übergriffe
Vor dem Wahlkreisbüro der LINKEn in der Stolberger Straße 34
Die Nazis werden in Aachen immer aggressiver und brutaler. Ihre Einschüchterungstrategie kennt keine Grenzen: von verbalen Attacken, über Gewaltandrohungen und tätlichen Übergriffen an MigrantInnen und einzelnen linken AktivistInnen bis hin zum Angriff auf eine antifaschistsche Demonstration am 27.3 diesen Jahres .Besonders im Ostviertel, dem Stadtteil mit überdurchnittlichem ImmigrantInnenanteil, treiben verstärkt die Nazis ihr Unwesen. In der Nacht zum Mittwoch wurde das Wahkreislbüro der LINKEn in der Stolberger Straße mit einem riesigen Hakenkreuz beschmiert, und bei einigen linken AktivistInnen im Viertel wurden Drohungen und Beschimpfunfen an die Haustüren gepinselt.
Tatenlos diese Drohungen hinzunehmen käme einer Einladung an die Faschisten gleich, so weiter zu machen.
Deshalb rufen wir zu einer antifaschistischen Solidaritätskundgebung am Montag um 17 Uhr vor dem Büro der LINKEn, Stolberger Straße 34, auf.
Die Aufrufer bitten alle darum ihre Solidarität zu zeigen und an der Kundgebung teilzunehmen.
Es rufen auf:
Manfred Engelhardt
Marc Treude
Gaetan Kayitare
Doreen Ullrich
Pressemitteilung der Linksfraktion im Bundestag zu den Sprühereien:
http://www.linksfraktion.de/pressemitteilung.php?artikel=1239780301
Na an diesem Ort sprechen die Linken ja geradezu die Mehrheit der Aachener Bürger an
Wird bestimmt Gesprächsthema Nummer 1
Hallo.
Seit zehn Jahren lebe ich im Ostviertel. Es gibt,wem sag´
ich das, eine neue Qualität der Naziaktivitäten. Vor ca.
zwei Monaten fielen mir drei einschlägig gewandete Kerlchen
an der Kreuzung Oppenhofallee/Zollernstraße auf. Diese
armseligen Pfeifen sollten wohl mal vorgeschickt werden.
„Was können wir uns denn mal erlauben?“ Das scheint die
Strategie zu sein. Wenige Zeit später klebten in der gleichen Gegend Verlautbarungen,“Rechts und National“, an
Straßenlaternen. Das Zeugs natürlich entfernt. Widerlich-
komisch ist, kleine dicke Söhnchen mit „Londsdale“– Outfitin an der Hand von Mama bei „real“ zu sehen. Naja, das
Pack ist gefährlich around.
Grüße, Ben
marko70?
Mein Gott, so dämlich ist der Verein halt. Und
Michi-Rechts ins,es hilft ja eh´nichts, Stammbuch ge-
schrieben: Schau`, Du Trottel, ja Du ins Land
Wixxie, Wixxie, fein von Hand,
ist uns´Land mal negerfrei´
allwei do bin I(ja, Du!) a mit dobei,
Nix zu melden, dumm wie Brot,
Brutalovisage, Hirn wie Kot.
Dös iss ma Leben, Döss is ma
pride(for you: Preit), hamma`s
Du Laffel, werns´ g´scheit?
„Na, I wern´s nit, na I bloib,
hart, stark, und in Seligkeit“
In „Seligkeit“, man das sind ja
starke Worte, tadellos und prima…
Hörens´n´afi un a schlog di dot,
So pressiert dann doch die Not?
Na, nich´die Not un´(unleserlich)
Solierklärung der ver.di-Jugend Aachen/Düren/Erft gegen Naziterror:
In den letzten Monaten treten Nazis in Nordrhein-Westfalen zunehmend offen gewalttätig auf und versuchen, Menschen die ihrer menschenverachtenden Ideologie entgegentreten, zu terrorisieren. So rief zum Beispiel die „Nationale Offensive Schaumburg“ per Flugblätter zum Mord am Aachener Friedenspreisträger Frank Gockel auf. In Bocholt stellten Nazis eine Videobotschaft ins Netz, in der zum Mord am Kollegen Rainer Sauer aufgerufen wurde. Und auch in der ver.di Region Aachen/Düren/Erft werden seit Februar ein jugendlicher Antifaschist und seine Familie terrorisiert.
Die ver.di Jugend Aachen/Düren/Erft spricht diesen drei und allen weniger bekannten Opfern von Naziterror ihre volle Solidarität aus. Es darf nicht sein, dass Engagement für Demokratie und Menschenrechte nur unter Lebensgefahr möglich ist. Wir stehen fest an der Seite der bedrohten Kollegen und rufen dazu auf Rassismus und Faschismus klar zu ächten: Wer ein Nazi ist, stellt sich damit außerhalb der Zivilisation und gehört „als die miese Type behandelt, die er nun mal ist“ (W. Droste)