Aachen. Blogs und einfach zu bedienende Redaktionssysteme sowie Gratisanbieter von Pages machen es möglich: ein jeder bastelt seine eigene Homepage. Unterdessen firmiert unter der Schlagzeile „Unsere Stadt darf nicht rot werden!!!“ und der Forderung „Rotes Aachen? – Nein, danke!“ mal wieder ein Blog im Web, der es „Klarmanns Welt“ ganz besonders angetan hat. Darauf hingewiesen hat ein (Neo-) National(er) Sozialist, dessen eigene Homepage zu Jahresbeginn leider nie den Status einer Skizze verlassen hat – und so ein bisschen wirkt die neue Page wie ein Aufguss der unterdessen aus dem Netz genommenen Homepage der „Anti-Antifa Aachen“ [1] und jener der „Aktionsgruppe Aachen“ [2].
„Wenn man sich einen Reiseführer für die Stadt Aachen zu Augen führt [sic!], dann wird man dort in jedem Fall den Elisenbrunnen als Sehenswürdigkeit vorfinden. Doch seit einiger Zeit dient dieser Ort nicht mehr der ‚Verschönerung’ der Stadt. Im Gegenteil. Am Elisenbrunnen tummelt sich eine immer größer werdende Gruppe von Jugendlichen, die eindeutig der linksextremen Szene zu zuordnen ist. Es sind größtenteils Jugendliche aus der Punk- und Linksautonomenszene, die durch tägliche Alkoholexszesse auffallen und so das ansich friedliche Stadtbild schänden,“ heißt es in dem Blog. Erwartet man nun die Forderung „Todesstrafe für Stadtschänder“, wird man indes bitter enttäuscht:
„Anwohner, sowie Touristen haben teilweise Angst durch die Betrunkenen angepöbelt oder gar Opfer gewalttätiger Übergriffen zu werden. Frühpubertierende Jugendliche lassen sich vom ‚coolen Abhängen’ und Alkoholkonsum der herumlungernden Gruppe blenden und so kommt es nicht selten vor, dass man betrunkene 13-jährige dort antrifft. Doch die Stadt und ihre Behörden unternehmen nichts gegen den Schandfleck der Aachener Innenstadt.“ Wie „Klarmanns Welt“ unterdessen indes aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, fallen Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Polizei noch oft genug im Straßenbild am „E-Brunnen“ auf, sogar Kameraüberwachung soll es dort bald geben. Die städtischen Ausgrabungsarbeiten im „E-Garten“ dürften zudem wohl eher wegen des üblichen „Oecher Rähns“ statt der angeblich betrunkenen Barbaren zeitweise ruhen. Und sogar die „Deutsch-Israelische Gesellschaft“ fühlte sich am Elisenbrunnen unlängst sicher genug, dass sie den Geburtstag des Staates Israel ebendort feierte – zugegeben, unter Polizeischutz, und zwar wegen befürchteter Naziattacken.
Doch für die Neonazis, mutmaßlich Autoren vom Blog „Unser Aachen“, sind sie selbst – wie gehabt – nie das Problem: „Ein Großteil der Linksextremisten [vom bzw. am Elisenbrunnen; mik] hat sich nun linken Organisationen und/oder Parteien angeschlossen bzw. hat selbst welche gegründet, die das kommunistische Weltbild verkörpern. Sie solidarisieren mit kriminellen, meist ausländischen Jugendbanden und greifen oftmals sogar selbst Personen an, die sie für ‚zu deutsch’ halten, denn zu ihren Leitsprüchen zählt u.a. ‚Deutschland verrecke!’. Waren es bis vor kurzer Zeit nur eine Hand voll ‚Anti-Deutsche’, beginnen sie sich nun zu organisieren und auf den Straßen zu randalieren. Durch sogenannte ‚antifaschistische Parties und Konzerte’ werben sie immer mehr junge Personen an und blenden diese mit ihren Lügen.“ Diese linken Süffels aber auch!
Wer sich aber so perfide an die deutsche Jugend heranpirscht, diese mit Alkohol und Drogen und der Aussicht auf hemmungslosem Sex unter Einfluss von Alkohol und Drogen betäubt, der – oder besser: die alle sind natürlich eine extremstextreme Gefahr, und zwar für nichts Geringeres als Deutschland. Da aber aller Anfang extrem schwer ist, vermuten die Neonazis zuerst einmal, dass es diese Halunken auf die altehrwürdige Kaiserstadt Aachen abgesehen haben. Doch diese seit Jahrzehnten von einem SPD-Mann regierte Stadt will man den linken Horden nicht kampflos opfern: „Wir, als nationale Aktivisten wollen und können uns dieses Verhalten nicht länger ansehen, denn ansonsten wird unser schönes Aachen bald von einer Gruppe Linksfaschisten/Kommunisten ‚regiert’, welche die Straßen für JEDEN deutschen Bürger unsicher und zu einer Gefahr machen. Deshalb haben wir uns geschworen dem ‚roten Pöbel’ den Kampf anzusagen. Notfalls mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln. Aachener Jugend, schließ dich uns an und bekämpfe mit uns die Saat des Unrechts!“
Bislang steht am Anfang des Kampfes gegen das Undeutsche nur ein Blog namens „Unser Aachen“ – und oben zitierter Text. [© Klarmann]
[1] ANTI-ANTIFA AACHEN RELOADED
[2] AKTIONSGRUPPE AACHEN WILL MITMISCHEN; STURMBUND AACHEN ENDETE OFFENBAR ALS LAUES LÜFTCHEN
„hm, wo haste den Artikel nur versteckt Klarmann?;-))*
„Warst du etwa schon wieder nicht lieb?“;-))
Im Blog „Mein Aachen“ ist noch nicht einmal ein „roter Hauch“ zu finden;-(*
Hingegen weiß ich inzwischen sehr genau wo es nicht nur rot, roter, sonden im früheren Kreis Monschau „am rötesten“ war;-)