Lesen: Der König ist tot es lebe der König…

Aachen. Mehr als 10 Jahre musste es Mitte 2007 her gewesen sein, dass das heutige Inventar des im Jahre 2003 gegründeten Blogs „Klarmanns Welt“ ein Buch von Stephen King zur Hand genommen hat. Die Bücher des Großmeisters und Vielschreibers der Horrorliteratur waren Mitte der 1990er Jahre zu langatmig geworden, der Drive alter Klassiker fehlte…die Luft war raus! Seit Mitte 2007 hat das Inventar von „Klarmanns Welt“ – Klarmann, der Autor dieser Zeilen und der Herausgeber dieses Blogs – sich dann aber doch noch mal mit drei Herrkönigschmökern befasst. Den Anfang machte das gut 690, eng bedruckte Seiten schwere Buch „Das Monstrum“, das wahrscheinlich kaum einer kennt [1]… Es handelt von einem in den USA vor Jahrhunderten gestrandeten Ufo, welches eine einsiedelnde Schriftstellerin plötzlich entdeckt und auszubuddeln beginnt. Ein ganzer Ort wird mehr und mehr von der Macht des Ufo eingenommen, die Menschen fallen jener Macht zum Opfer und werden getreue Diener des oder der Außerirdischen. Wen das nun an den Roman/Film „Tommyknockers“ erinnert, liegt goldigrichtig, denn in den Erstausgaben von 1988 wurde das Buch in Deutschland nicht unter dem Titel des später bekannt werdenden Films verkauft, sondern noch unter dem Namen „Das Monstrum“. Angefixt von dem Buch, das dennoch einige Längen hat, ansonsten aber durchaus spannend zu lesen ist, nahm das Inventar von „Klarmanns Welt“ sich sodann das Buch „Der Buick“ (2002) mit rund 500 Seiten zu Händen. Das ungewöhnliche Auto „landet“ förmlich irgendwann an einer Tankstelle in der Echtzeit des Jahres 1979, wird auf ein Polizeirevier transportiert und verschlingt Dinge und Menschen aus dem Hier und Jetzt oder „spuckt“ munter Gegenstände, Tiere und Monster aus einer anderen Welt ins Diesseits… Interessant, wenn auch nicht King at his best. Letztgenanntes indes ist das gut 830 Seiten schwere „Duddits“ (2001), das mit einem verworrenen Szenario mit vier Freunden in einer abgelegenen Waldhütte beginnt. Zufällig trifft man auf einen verwirrten, Benzin- und Säuregerüche furzenden Kauz, der letztlich das bis dato – vermeintlich! – beschauliche Leben in der Jagdhütte zu einem blut- und kotigen Horrorfilm mutieren lässt, der sich als nichts Geringeres als eine Invasion von Außerirdischen herausstellt. Abgesehen vom Quasi-Epilog bis Seite 50, der den Leser erheblich verwirrt, rockt dieses Buch wie ein alter King-Schinken. Zu viel sei zwar nicht verraten, aber in dunkler Nacht die Szene gelesen, in der der Kauz, dessen Fürze und Rülpser nach Chemie und Abgase pur müffeln, einen Toilettenbesuch nicht überlebt [2]… Hoffentlich hat man seine Blase zuvor ausreichend entleert und muss nicht zufällig eben dann in tiefer Nacht das stille Örtlein aufsuchen. [© Klarmann]

[1] ;)
[2] Play „Die Alone“ Loud If You Read This Word…


1 Antwort auf “Lesen: Der König ist tot es lebe der König…”


  1. 1 Klaus Störtebecker 21. Juli 2008 um 2:43 Uhr

    Meiner Meinung nach unterteilt sich das King’sche Schaffen in 2 Phasen.
    Einmal vor seinem Autounfall ( inclusive die Bachmann Sachen) und danach.
    Am deutlichsten wird der Bruch beim lesen der “ Dark Tower “ Serie.
    Nach „Glas “ nur noch ’ne Collage aus Versatzstücken wie dem dunklen Mann Mr.Randall Flagg, extremes Crossover zu eigenen Werken ( Brennen muss Salem).
    Lesen Sie die frühen Sachen : Todesmarsch ,Stand, Menschenjagd( Running Man!).

    besserwisser. habschdoch, sogar „die augen des drachen“…mik

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