Links: Polizei löst linke Hausparty auf

Aachen. Im Aachener Ostviertel ist es in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu einem größeren Polizeieinsatz gegen eine linke „Hausparty“ gekommen. Die Party, die seit einigen Jahren immer im August in einem linken Wohnprojekt mit bis zu 150 Besuchern stattfindet, wurde demnach teilweise aufgelöst. Anlass dafür sei Augenzeugen zufolge eine Beschwerde wegen Ruhestörung gewesen, wahrscheinlich wegen des Auftritts einer Punkband und einer experimentellen Musikgruppe, die schon mehrfach auf besagter Party, in Kneipen oder bei Straßenfesten aufgetreten ist. Laut Polizei seien „ruhestörender Lärm und überlaute Musik“ Anlass für den Einsatz in der Aretzstraße gewesen.

Gegen 22 Uhr seien sowohl Mitarbeiter des Ordnungsamtes, als auch Polizisten eingeschritten und versuchten offenbar, Teile der Musikanlage zu beschlagnahmen, hieß es laut Augenzeugen. Laut Polizeibericht trafen die Beamten auf „60 bis 70 teils stark alkoholisierte Teilnehmer einer privaten Feier“, die trotz mehrfacher Ermahnung nicht den Geräuschpegel gesenkt hätten. „Als Polizeibeamte dann die Mehrfamilienhauswohnung betraten, Platzverweise erteilten und die Veranstaltung beendeten, wurden sie vereinzelt angegriffen. Fünf Polizisten erlitten dabei leichte Verletzungen. Einer wurde von einer geworfenen Flasche am Kopf getroffen und kam zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus,“ heißt es im Polizeibericht.

Laut Augenzeugen soll es zum Einsatz von Pfefferspray gegen Fetenbesucher und der Festnahme verschiedener Personen gekommen sein. Laut Polizei wurden sechs Personen in Gewahrsam genommen. Wegen strafrechtlich relevanter Handlungen hat die Polizei Eigenangaben zufolge Ermittlungsverfahren eingeleitet und die Personalien von über 50 Beteiligten festgestellt. Zeitweise soll die Polizei Augenzeugen zufolge die gesamte Straße abgeriegelt und Platzverweise erteilt haben. Augenzeugen berichten einerseits davon, dass man der Lautstärkebeschwerde nachgekommen sei; andere berichten indes, dass diese bewusst ignoriert worden sei. Einige der Festnahmen seien „brutal“ durchgeführt worden, hieß es. Andererseits hieß es, Polizeibeamte seien auch deeskalierend aufgetreten.

Die seit Jahren stattfindende „Hausparty“ besuchen vorwiegend Personen aus alternativen, linken, Kulturschaffenden, globalisierungskritischen bis linksautonomen Kreisen. Laut Polizei dauerte der Einsatz rund zweieinhalb Stunden. [© Klarmann]


19 Antworten auf “Links: Polizei löst linke Hausparty auf”


  1. 1 AllesKlärchenKlarmann 10. August 2008 um 13:35 Uhr

    Nur am randalieren die Linken ;-) ;-) Dass sich die wehrte Polizei aber auch überall einmischen muss… tztz

  2. 2 Patricia 10. August 2008 um 14:21 Uhr

    Das mit dem Pfefferspray gegen Partybesucher brauchst du nicht als Vermutung ausdrücken, drinnen mussten so einigen Leuten die Augen ausgespült werden!
    Der B-Einsatz hat weit länger gedauert: War noch nicht beendet, als ich um halb 2 ging (nur mit Personalienfeststellung möglich, alle wurden in ein Heft geschrieben, so kommt wohl die Zahl 50 zustande…)
    Draußen vor der Tür gab es schon deeskalierend gut geschulte B, aber das Verhalten anderer „Kollegen“ sprach ’ne gegensätzliche Sprache! Es gab Verletzungen nicht nur bei dem Pfeffersprayeinsatz. Insgesamt ist denen da scheints auch irgendwas ganz komisch aus dem Ruder gelaufen…

  3. 3 Käsefuß 10. August 2008 um 14:49 Uhr

    Lächerlich. Von Angriffen auf die Polizei war NICHTS zu sehen/hören. Allles Konstruiert.

    […] standen in der Tür

    Türe wurde versucht zu schließen

    Massiver Einsatz von Pfeffer.

    Türe zu.

    Party ging unter äußerst gedämmtem Geräuchpegel weiter.

    Belagerung durch […]/Ordnungsamties bis in die frühen Morgenstunden.

    Teils brutaler Aufgriff von Personen, welche die Party verlassen wollten (2 Verletzte)

    KEINE Auflösung der Feier von seiten der „Ordnungsbehörden“.

    und der verletzte beamte ist umgenickt…? ;) mik

  4. 4 ah ja 10. August 2008 um 15:18 Uhr

    Aufgelöst wurde gar nichts!
    Der Einsatz war erst um kurz nach vier vorbei, nachdem die B ihre Kräfte schon schrittweise reduziert hatten.
    Die Größe des Einsatzes wurde vor allem vom Ordnungsamt gefordert.
    Wie die fünf verletzten B zustande kommen wäre mal interessant zu wissen, weil es nach der kurzen Konfrontation und brutalen Festnahme zweier Personen außerhalb des Hauses vom Haus aus keine weitere Konfrontation gab.
    Desweiteren ist zu erwähnen, dass neben pfeffer auch gas eingesetzt wurde.

  5. 5 P. 10. August 2008 um 15:22 Uhr

    Und da sagen noch Leute, Klarmann würde nicht Neutral schreiben und nicht über Linken Fehltritte informieren.

    komisch, nicht… der rechtsextremist „AllesKlärchenKlarmann“ findet offenbar auch mal einen bericht gut, aber sonst bin ich in jenen kreisen nur ein presse- oder lügenschmierer…aber wenns passt, passts… mik

  6. 6 Hase 10. August 2008 um 16:10 Uhr

    Also die Polizeiaktion dauerte mindestens 4 Stunden. Es war indes eine gewisse Ratlosigkeit von Seiten der Beamten wahrzunehmen, die mitunter den Eindruck machten, als sei ihnen der Einsatz völlig entglitten. Letzteres schien wiederum laut Aussage mehrerer Augenzeugen und auch eigenen Beobachtungen zufolge auf das aggressive und aufheizende Verhalten mindestens eines Ordnungsamtmitarbeiters zurückzuführen, der zeitweise den Eindruck vermittelte, den Einsatz leiten zu wollen. Verhaltene Unmutsäußerungen darüber gab es auch aus den Reihen der Polizei.

  7. 7 AllesKlärchenKlarmann 10. August 2008 um 16:36 Uhr

    Ja, diesen Bericht finde ich wirklich amüsant ;-) Weiter so Klarmann!

  8. 8 Peter 10. August 2008 um 17:43 Uhr

    Die Polizei hatte wohl hier gute Gründe einzuschreiten!

  9. 9 Hase 10. August 2008 um 18:20 Uhr

    @Peter: Das hat mit guten oder schlechten Gründen gar nichts zu tun, sondern es ist die Gesetzeslage, die verlangt dass die Polizei einschreitet. Parties mit Musik die noch nach 22.00 Uhr über Zimmerlautstärke zu hören ist, sind an Wochenenden nicht gerade außergewöhnlich. Möglicherweise hast auch du schon mal an einer solchen teilgenommen und wolltest auch nicht einsehen dass ein böswilliger Nachbar versuchte, euch das Fest kaputtzumachen. Die Aachener Polizei versteht sich nach meiner bisherigen Erfahrung sonst recht gut darin, so etwas konfliktlos zu regeln. Die quasi ungeschulten Leute vom Ordnungsamt sollten allerdings bei einem Polizeieinsatz, der Feingefühl und taktisches Geschick verlangt, nichts mehr verloren haben und das Feld räumen.

  10. 10 Ellen 10. August 2008 um 18:54 Uhr

    @ „Peter: „Die Polizei hatte wohl hier gute Gründe einzuschreiten!“
    Öhm, „gute Gründe“ klingt mir wenig sachlich berechtigt, bzw. notwendig.
    Ob sie wirklich „gut“ waren, bliebe dann noch abzuwarten.
    Wenn die „Gesetzeslage“ einen Besuch der Ordnungshüter hergibt, wie bei „Hase“ angedacht, finde ich die Vorgabe weniger problematisch.
    Dann kann man sich noch immer über das Für und Wider streiten, den Umgang, das Benehmen der Ordnungsmacht und der Besuchten, aus unterschiedlicher Sicht befunden, kritisieren, oder zuordnen.
    Erinnere mal wieder daran, wie fix man in Schubladen gesteckt wird. Und wie Justizia reagiert, wenn man nur im Ansatz nach „Links“ ausschaut.
    Durfte ich persönlich vor nicht allzulanger Zeit erleben, in der schönen Eifel;-)* Daher warne ich mal wieder vor so genannten „Schubkästchen“, in die eh niemand paßt;-)* … und so ne Olle wie ich schon lange nicht!;-))*

  11. 11 AllesKlärchenKlarmann 10. August 2008 um 19:02 Uhr

    Peter Sie sind ein richtiger „Elitedemokrat“, hab ich recht? Die Bezeichnung macht Sie sicher stolz, oder? :-D

  12. 12 Uwe 10. August 2008 um 19:04 Uhr

    Hallo Michael,
    schön wäre es, wenn Du ehe Du Artikel schreibst, etwas recherchieren würdest. Aber manchmal ist es halt einfacher Polizeiberichte zu zitieren und andere Beobachtungen im Konjunktiv zu formulieren. Bisher habe ich Dich für einen neutralen Journalisten gehalten, hier spielst Du aber ziemlich den Polizeipressesprecher.
    Enttäuschte Grüße Uwe

    ich sehe hier eher einen seit langem schwelenden disput, der gestern „explodierte“.

    vgl. http://klarmann.myblog.de/klarmann/art/4516864

    vgl. http://klarmann.myblog.de/klarmann/art/187173032

    vgl. http://klarmann.myblog.de/klarmann/art/91732916

    irgendwann musste so eine „hausparty“ ja mal bei dem ganzen hin und her anders als üblich enden… mik

    [nachtrag]

    ich habe meinen text gerade noch einmal gelesen und kann die kritik nicht verstehen, uwe.

    aus den vorliegenden quellen und telefonaten/mails mit mehreren augenzeugen wurde ein bericht, der nahezu durchgehend alle – außer der anwohner – seiten zu wort kommen lässt.

    alle wiedergaben werden zugeordnet.

    eine stellungnahme der veranstalter selbst liegt nicht vor.

    sollte es diese geben, kann ich auch nicht dafür, dass ich daraus nicht zitieren kann… mik

  13. 13 PolitischerSoldat 10. August 2008 um 20:41 Uhr

    @Ellen: Klar, Justizia verknackt mit Vorliebe nur die Linken während sie auf dem rechten Auge blind ist, ja? Immer die gleiche Leier…

    PS: „;-)*“ ist das da unten ne Warze??? :o

  14. 14 Uwe 10. August 2008 um 21:23 Uhr

    Hallo Michael,

    ich denke, Du solltest mal ganz genau über Deinen Kommentar zu meinem Posting nachdenken.

    Wer 1/2 Stunde nach dem Polizeibericht einen Artikel verfasst, kann sich wohl kaum „seriöser Journalist“ nennen. Du weißt, dass ich Deine Arbeit bisher immer sehr gut gefunden habe. Dieser Artikel und Dein Kommentar lehrt mich aber eines Besseren.

    Darum lass es mich einfach mit Georg Kreisler sagen:
    „Schützen wir die Polizei“

    in der nacht erhielt ich erste infos. morgens waren mails mit augenzeugen-berichten da. ein kurztext anhand jener beobachtungen war schon geschrieben und sollte gerade online gehen, als der polizeibericht per mail einging. diesen habe ich dann noch eingearbeitet, während ich noch in anderer sache mit einer, wie sich dann zeigte, zufälligen augenzeugin telefonierte. danach folgten kommentare von leserinnen und leser, die jede leserin und jeder leser einsehen kann. man kann den text schlecht finden, aber die arbeit daran war inklusive vorlauf (und nachlauf alias kommentare händeln) ausführlich. und ich update nun nicht jeden text, weil die kommentare dies zwingend nach sich ziehen müssten, denn dann könnte ich ja die kommentar-funktion abschaffen… mik ps. und zur mangelnden recherche: ich denke, du weist, wann ich das letzte mal im zusammenhang mit dem „haus“ sehr sorgfältig und ausführlich recherchiert habe bzw. dies wollte und auf völlig taube ohren stieß…ich denke, wenn sich dann sonntag aus dem „haus“ nichts rührte, muss ich da auch nicht zwanghaft leuten nachtelefonieren, wenn ich mehrere augenzeugeninfos habe.

  15. 15 Peter 10. August 2008 um 23:14 Uhr

    @AllesKlärchenKlarmann ;
    Elitedemokrat bin ich nicht, aber auch nicht dümmlich!

  16. 16 melek 11. August 2008 um 9:40 Uhr

    ich denke der artikel stellt sachlich beide seiten da. es ist doch ok, den polizeibericht als quelle heranzuziehen, wenn er vorhanden ist!? ist ja nicht einzige grundlage des artikels.
    auch wenn ich den polizeilichen übergriff auf die, na ja, eigentlich ganz normale party, natürlich nicht gut finde, muss man als seriöser journalist beide seiten berücksichtigen.
    vor allem den vorletzten satz des artikels finde ich sehr schön formuliert und ich denke man kann sagen, dass einE nicht so wohlwollende schreiberIn den personenkeis auch anders hätte benennen können!

  17. 17 AllesKlärchenKlarmann 11. August 2008 um 10:51 Uhr

    Sie machen mir aber eher den Eindruck, als wenn Sie eine Art Anführer von der „Front der BRD-Arschkriecher“ wären ;-) ;-) Dümmlich vielleicht nicht, aber eventuell in meinen Augen ein wenig verblendet und sehr unobjektiv meiner Auffassung nach ! :)

    bitte künftig den adressaten benennen. danke. mik

  18. 18 Ellen 11. August 2008 um 12:03 Uhr

    @ Uwe: „(…)hier spielst Du aber ziemlich den Polizeipressesprecher.Enttäuschte Grüße Uwe“

    Wie gut, dass du deine persönliche Befindlichkeit zum Schluß noch zum Ausdruck bringst, Uwe. Als normale Leserin, die sich schlicht und einfach nur informieren will, kann ich in Klarmanns Bericht (noch)kein Problem erkennen.
    Klarmann hat über die so genannte Hausparty und den Polizeieinsatz einen Bericht verfasst. Es werden unterschiedliche Quellenlagen kenntlich gemacht. Soweit so gut!
    Du als Hausgast hast vielleicht noch weitere Dinge erlebt, anders wahrgenommen. Dies ist ja durchaus möglich, bzw. leider manchmal, nach „Homestorys“, mit „herzigen“ Besuchen durch unsere lieben Ordnungshüter zu entdecken.
    Mein Vorschlag: Informiere Klarmann sachlich darüber und er wird seine Berichterstattung gewiss weiter aktualisieren.

    Hm, ne „moralische Keule“ wie von dir vorab geschwungen, Uwe, finde ich allerdings weniger nett, wenn auch menschlich verständlich;-)

  19. 19 Klar, Mann? 12. August 2008 um 9:15 Uhr
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