Rechts: Auferstanden aus Ruinen – der NWH

Herzogenrath. Ende 2007 machte sowohl die Meldung die Runde, dass die Neonazi-Gruppe „Nationaler Widerstand Herzogenrath“ (NWH) sich aufgelöst habe [1], als auch, dass der NWH nach Abspaltungen anderer Mitglieder in Kleinstform weiter existiert [2]. Zwar trat die Gruppierung danach nicht mehr öffentlichkeitswirksam in Erscheinung und ließ ihre Homepage veröden, bis sie letztlich sogar ganz ins Datennirwana abrutsche. Doch nun, nachdem ein längere Zeit als Aussteiger geltendes Gründungsmitglied der NWH wieder in Erscheinung getreten ist [3], hat offenbar eben jener junge Mann eine neue Homepage in Form eines Blogs ins Netzt gestellt.

In einer Erklärung heißt es, nun reihe sich der NWH bei den „Autonomen Nationalisten“ (AN) der „Aktionsgruppe Rheinland“ (AGR) ein. Dem Text zufolge will man nicht als „Nazis“ oder als Verehrer von Adolf Hitler oder des „3. Reich[es]“ gelten, sondern nennt sich strafrechtlich nicht relevant „Nationale Sozialisten“. Nichtsdestotrotz scheint man mittels einer Grafik einen ähnlichen Antisemitismus auszuleben, wie einst das NS-Original. Zudem gehört der NWH unterdessen ebenso zu den Unterzeichnern einer Stellungnahme, die sich gegen die NPD ausspricht und Partei dafür ergreift, dass es gut war, bei der Beerdigung des Altnazis Friedhelm Busse eine Hakenkreuzflagge auf den Sarg zu legen [4].

„Werde Aktiv in deiner Region und bekämpfe mit uns dieses System und seine Marionetten! –Für nationalen Sozialismus–!!!“ heißt es in dem NWH-Blog. Der ursprüngliche NWH hatte sich Anfang 2007 gegründet, Führungskräfte waren seinerzeit teilweise auch NPD-Mitglieder. Unter anderem machte man mit Flugblattaktionen auf sich aufmerksam [5]. Doch schon Mitte 2007 hatte es interne Querelen gegeben und Teile der Mitglieder hatten gegenüber „Klarmanns Welt“ die Auflösung der Gruppe verkündet. Später gab es in Szenekreisen Gerüchte, dass ein ehemaliger Mitbegründer sich von der Szene abgewendet habe und sogar von der Aussteiger-Initiative „Exit“ betreut worden sei [6]. Seit einigen Wochen taucht besagter junger Mann wieder in Szenekreisen auf. [© Klarmann; Screenshot von besagter Homepage dokumentierend eingeblendet]

[1] NWH-Reste wandern zur KAL ab und bilden Sektion Herzogenrath (Link führt zum alten Blog.)
[2] Chaos-Wochen beim NWH (Link führt zum alten Blog.)
[3] Neonazis klauen Antifaschisten Fahne und Bier
[4] Erdbebengefahr im regionalen Neonazihausen wegen Hakenkreuz-Sargtuch?; Hakenkreuz-Sarg und das NPD-Geleit
[5] Nationaler Widerstand Herzogenrath; Grundgedanken des Nationalen Widerstands Herzogenrath und der schnöde Alltag (Links führen zum alten Blog.)
[6] Möglicherweise wurden diese Gerüchte gezielt lanciert, um den Heranwachsenden als Quelle für einen an dieser Stelle nicht namentlich genannten Journalisten aufzubauen, um diesen letztlich auszuspionieren.


3 Antworten auf “Rechts: Auferstanden aus Ruinen – der NWH”


  1. 1 Klar, Mann? 15. August 2008 um 20:41 Uhr

    @NWH: War der Übermut wieder größer als der Mut? Kaum weist man Sie darauf hin, dass Ihre Grafikabteilung evtl. reif für ein Verfahren ist, und schon verschwindet die in „Klarmanns Welt“ dokumenierend eingeblendete antisemitische Hetzgrafik aus Ihrem Blog… mik

  2. 2 Peter 15. August 2008 um 23:59 Uhr

    Interessanter Link;
    http://archiv.mut-gegen-rechte-gewalt.de/artikel.php?id=39&kat=39&artikelid=3986

    …nicht nur, weil der autor aus aachen kommt (und asgard lernen könnte, dass klar, mann? vielleicht schon länger mit dem phänomen AN zu tun hat, als er selbst, der sich immer rühmt, so big drin zu sein im thema…)… mik

  3. 3 Ellen 16. August 2008 um 9:21 Uhr

    […]

    links auf bezahlangebote bringen nichts, da nur der abonnent das ergebnis sieht…mik

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