Rechts: Oi-Nazipunk-Pervers aus der niederrheinischen Tiefebene

Mönchengladbach. Offenbar nicht genug ausgelastet mit seinem Ein-Mann-plus-Gastmusiker-Projekt „Division Germania“ (DG) und seiner Mittäterschaft als Gitarrist bei dem rechtsextremen Musikprojekt „Gigi & die braunen Stadtmusikanten“ ist „Andi von Division Germania“ (Wolfszeit-Shop): unter dem Bandnamen „Rotte Charlotte“ hat die offenbar vier- bis fünfköpfige Band nun eine CD namens „Kein Titel – Keine Toleranz“ bei dem Neonazi-Label „PC Records“ veröffentlicht.

Während DG dem Rechtsrock frönen und wegen der radikalen Texte mehrfach ein Fall für den Index der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ wurde und „Gigi“ [1] meist bekannte Schlager und Stimmungshits rau und punkig mit teils rechtsextremen, menschenverachtenden Texten nachspielen, haben sich „Rotte Charlotte“ alias die „Jungs vom Niederrhein“ (PC Records) auf Streetpunk mit teils deftigen, schlüpfrigen Texten verlegt. Auf dem Album werden zudem zwei Rechtsrock-Klassiker gecovert.

Auf ihrem Myspace-Profil beschreiben sich die Musiker so: „Chris Piss: Geschrei, Ängry Andi: Gitarrengewimmer, Das Wiesel: Gitarrengeschrammel, Thiaz: Bass & Bierflasche, Pätt Pit: Fellegerber.“ Ähnlich locker geht es textlich wie musikalisch zu, als habe man eine Mischung wagen wollen aus den Spaß-, Schwanz- und Sex-fixierten Oi-Punk-Welten der „Lokalmatadore“ oder „Pöbel & Gesocks“, früher auch mal als „Becks Pistols“ bekannt.

Trotz aller Humoresken, Deftigkeit und dem derben Sarkasmus: die Texte sind klar anti-liberal, anti-links und rechtsextrem durchsetzt – ergo ein „Arschtritt für jeden Gutmenschen“ (PC Records) bzw. „Nazipunk“ (Wikipedia). „Andi“, Jahrgang 1983, ist gelernter Krankenpfleger, war Direktkandidat für die NPD bei der Bundestagswahl 2005 und nahm zudem an verschiedenen Neonazi-Aufmärschen teil. Vor wenigen Jahren bezeichnete sich der Musiker manchmal noch als Mitglied der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) und war im Jahre 2006 ebenso unter einem Nickname in einem internen Internetforum der KAL angemeldet. [© Klarmann]

[1] Manchmal heute auch nur „Die braunen Stadtmusikanten“ genannt.


9 Antworten auf “Rechts: Oi-Nazipunk-Pervers aus der niederrheinischen Tiefebene”


  1. 1 Sid Vicious 15. Oktober 2008 um 23:27 Uhr

    Du schreibst einen langen Artikel mit allerlei Hintergrundinformationen, die niemanden interessieren.
    Du hättest auch schreiben können, Nazis machen immernoch Musik, hätte auch gereicht.

    Dein Vergleich mit Lokalmatadoren und Beckspistols zeigt deine Unkenntnis. Auf der Rotte Charlotte CD ist weder ein einziges „Sauflied“ noch gibt es Lieder über Sex.
    Unter anderem wird Magersucht durch Modediktate thematisiert, auch gibt es ein Lied über Tierquälerei in Folge von Massentierhaltung für Fastfoodketten.

    Natürlich kannst Du diese CD nicht bejubeln, aber schreib doch nicht irgendwelche Lügen. Oder sind musizierende Nazis es wert, das man auf die Wahrheit verzichtet um die Genossen besser zu agitieren?

  2. 2 Ralle 14. Dezember 2008 um 23:07 Uhr

    Ich kann sid’s meinung 100%ig unterschreiben. Wer keine Ahnung hat bzw. sich nicht wirklich mit einer Sache auseinandergesetzt hat, sollte sich jegliche, detailierte Aussage verkneifen. Das ist der Sache alles andere als dienlich und kann eher nach hinten losgehen!

    allerdings. mik

  3. 3 Rude69 09. Dezember 2009 um 15:35 Uhr

    ****Oi-Punk-Welten der „Lokalmatadore“ oder „Pöbel & Gesocks“, früher auch mal als „Becks Pistols“ bekannt.****

    Also is ja n schlechtes beispiel Pöbel und gesocks (Becks Pistols)

    Und OiPunk ist das aufkeinenfall..Der ist nämlich unpolitisch, Rotte Charlotte ist weder unpolitisch noch Oi*!

    Zur verbesserung könnte man sagen..Das es die Toten Hosen der Rechten Scene sind…
    Ich habs mir auf Myspace angetan und meiner meinung passt dieses bespiel am besten…

    Love Music,hate Racism

  4. 4 Rente 10. Dezember 2009 um 20:49 Uhr

    Rotte Charlotte ist das was es ist „Nazirock“, nichts anderes. Der Vergleich mit Typischen Punkbands ist, und da muss ich Mik recht geben, garnicht so abwägig, auch wenn die Beispiele natürlich eventuell falsch gewählt worden sind. Fakt ist das viele Oi! Bands das Problem haben das sie von beiden Politischen Lagern gehört werden,warum es die Rechten immer noch so stark hören, verstehe wer will, da Punk nunmal ja auch klares Feindbild ist.

    Nicht umsonst wird ja auch jeder Punk gerne als „Zecke“ tituliert.

    Es gab mal Zeiten das war das hören solcher „Feindmusik“ nicht gerne gesehen, da viele der damaligen Bands wie Stuka,Störkraft, Störstufe (Endstufe+Störkraft),Werwolf, auch gerne wegen ihres Sounds in die Punk Ecke gestellt wurden. Das kam nicht unbedingt bei jedem an :)

    Das Beispiel Pöbel ist nur eins von vielen, aber die Diskussion zu Wucher+ Dim recotz ist alt, ausgelutscht und interessiert eh keinen mehr.

    Naja meine Meinung.

    …und aachen war wahrscheinlich die einzige stadt in deutschland, wo in einem früher besetzten haus STÖRKRAFT und ENDSTUFE in einem zimmerchen lief… mik

  5. 5 Rente 10. Dezember 2009 um 21:26 Uhr

    kann ich nicht mitreden Mik, bin erst seit 5 Jahren zugezogener, vorher war meine Heimat das Ruhrgebiet…aber dort kamen solche Aktionen auch mal vor…ob ich das gut heissen kann im Nachhinein, eher weniger, aber 80er/90er waren manchmal „Komisch“…;)

  6. 6 Hubert_K 11. Dezember 2009 um 9:54 Uhr

    @Mik sowas hört man aber öfter.. ich weiß z.B. aus diversen Quellen dass „auswärtige“ Faschos sich wunderten, warum bei den „eingeborenen“ Faschos die „Zecken“ mit in der Wohnung saßen und einen getrunken haben… soll aber schon länger her sein ;)

  7. 7 Hubert_K 11. Dezember 2009 um 9:59 Uhr

    Argh! Ich hätte noch einfügen sollen, dass das in Alsdorf der Fall war…

  8. 8 Rente 11. Dezember 2009 um 17:45 Uhr

    @Hubert @alle anderen

    Wenn man in der Zeit zurück geht, dann war es teilweise normal, und hier spreche ich nur für meine Vergangenheit, das man sich nicht immer und alle Tage mit „rechts“ geprügelt hat. Ich weiss die jüngeren Schütteln jetzt mit dem Kopf, und fragen sich was der Mensch hier schreibt, aber auch ich habe mal mit „rechts“ einen getrunken ^^. Siehe erklärung weiter unten.

    Und nein deshalb bin ich weder, Missioniert worden oder sonst was, eher hat man Diskutiert und über die „Punk“zeit gesprochen.

    Ich weiss das einige Rechte hier jetzt auch Kopfschüttelnd vor dem Monitor sitzen, aber andere Zeiten, ist jetzt auch gut 20 Jahre her, und damals waren die meisten Nationalen vorher eben entweder Punk- oder waren direkt 82-83 in die Skin „Branche“ gewechselt. Man kannte sich eben, und ja auch zu der Zeit gab es unbelehrbare, Nationale und meistens nicht Skinheads (!!!!). Siehe Kühnen und Co oder Hoffmann Scheißer.

  9. 9 Hubert_K 12. Dezember 2009 um 13:26 Uhr

    @Rente
    Also ich schüttel hier nicht den Kopf vorm Rechner, ich weiß schon was du meinst, auch wenn ich die 80er nicht bewusst mitbekommen habe ;) . Ich habe selbst Verwandschaft, die mit der man zusammen die Punkzeit hatte und die jetzt eben Rechts ist.. aber ich hab mir da eben selber die Augen geöffnet sach ich jetzt mal.. mit Nazis wird kein Bier getrunken!

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