Hausmitteilung: Bangemachen gilt nicht…

…titelt die Lokalpresse und berichtet [1] über einen Vortrag des Autors dieser Zeilen in Euskirchen über die hiesige NPD-Neonazi-Verstrickungen undsoweiter. „Der Journalist aus Aachen informierte auf Einladung der Senioren-Union am Montagabend vor rund 100 Zuhörern im Euskirchener City-Forum […]. Klarmann ist als Referent und Berater mit dem Arbeitsschwerpunkt Rechtsextremismus und Rassismus tätig. In seinem Vortrag stellte er die Strukturen von NPD und ‚Kameradschaften’ in der Region sowie die rechte Jugendkultur und Rechtsrock vor,“ heißt es im „Stadtanzeiger“ weiter. Anders sahen das gewohnheitsgemäß im Vorfeld schon die Neonazis der „Freien Nationalisten Euskirchen“ (FNE), als sie zu den ersten Ankündigungen des Abends in der Lokalpresse wetterte: „Aachener ‚Journalist’ setzt seine Hetzkampagne in Euskirchen weiter fort […]“ Man müsse also „mit einem Besuch dieses Presseschmierers“ rechnen. „Für seine Hetzkampagne gegen national denkende Menschen, bekommt er jetzt sogar das City-Forum in Euskirchen gestellt, um mal wieder kräftig über die FNE und NPD zu wettern […]. Verdanken können wir dies wohl auch Hubert Dobers, Vorsitzender der Euskirchener Senioren-Union […].“

Anders sah das die „Rundschau“, die auch berichtet [2] und auf einen netten Besucher hinweist, der sich mit seiner sehr langen, Klarmann diskreditieren wollenden Wortmeldung in dem Artikel einen stolzen Absatz erarbeitet hat: „Das war das Stichwort für Leo Lennartz: Niemals werde er an der Seite von Linksradikalen kämpfen – auch nicht gegen Neonazis, stellte der ehemalige CDU-Stadtverbandschef klar. Er befürchte ohnehin, dass vor lauter Kampf gegen Rechts der Kampf gegen den Linksradikalismus zu kurz komme: ‚Ich behaupte, dass die Linken genau so gefährlich sind wie die Rechten’, so Lennartz. Kaum einer bemerke die Unterwanderung durch die Linken, die es zwischenzeitlich ‚schon auf den Stuhl des Außenministers’ gebracht hätten. Auch mit der Aussage ‚Die Rechten sind dumm, die Linken sind intelligent’ fand Lennartz wenig Zustimmung – auch nicht bei Referent Michael Klarmann, der sich selbst als dem linken Spektrum zugehörig bezeichnete: ‚Wenn Sie sagen, dass die Neonazis dumm sind,’ entgegnete Klarmann Lennartz, ‚gehen Sie denen schon auf den Leim.’“

Lennartz wird von der extrem rechten, völkisch-nationalen Wochenzeitung „Junge Freiheit“ in deren Autorenliste geführt [3] und hat innerhalb der CDU schon für einige Eklats gesorgt, die sich um den in einer Rede mit antisemitischen Vorurteilen spielenden (Ex-)CDU-Konservativen Martin Hohmann drehten [4]. Das wusste der Autor dieser Zeilen am Montagabend aber noch nicht – wunderte sich jedoch darüber, dass er, nachdem er zu Lennartz’ Co-Referat Stellung bezogen und dies in Teilen widerlegt hatte, spontanen Szenenapplaus von großen Teile des Publikums erntete. Ja, so sind sie, die Pressezecken… [© Klarmann]

[1] Direktlink
[2] Direktlink
[3] Ob die JF dies nur tut, weil sie Teile einer Lennartz-Rede nachdruckte, ist fraglich.
[4] siehe dazu Spiegel-Online; RP-Online; Zeit-Online


9 Antworten auf “Hausmitteilung: Bangemachen gilt nicht…”


  1. 1 Pit 10. September 2008 um 12:58 Uhr

    Sehr geehrter Herr Klarmann.

    So richtig Ihr Anliegen ist. „Pressezecken“ klingt nach
    überdenkenswerter falscher Mimesis.

  2. 2 Klar, Mann? 11. September 2008 um 14:03 Uhr

    Aus Sicht der Neonazi-Aktivisten „AB Mittelrhein“:

    „[…] Doch möchte es ein engagierter Journalist nicht darauf beruhen lassen. Er zeigt auf Veranstaltungen jeder Couleur was er glaubt zu wissen – ob vor 12-15 möchtegern Anti-Deutschen in Nettersheim oder wie die vergangenen Tage am 10.September vor angeblich 100 CDU-Greisen. Dort konnte wieder ungebremst Angst vor volkstreuen Deutschen geschürt werden. […] Solche Dinge werden jedenfalls durch den Kölner Stadt-Anzeiger und die Kölnische Rundschau nach außen getragen. Ob der bekannte Journalist auf der aktuellen Veranstaltung nur ‚aufklären‘ wollte oder auf der Suche nach Groupies war ist zurzeit noch ungeklärt.“

  3. 3 AllesKlärchenKlarmann 11. September 2008 um 18:28 Uhr

    Wo die Kameraden der AB Mittelrhein recht haben… ;-)

  4. 4 k3 12. September 2008 um 0:20 Uhr

    Es macht schon Sinn dabei gewesen zu sein. von den Zeitungsberichten ist mir der Artikel des Kölner Stadtanzeigers am ehesten an einer zufriedenstellenden Wiedergabe des Vortrages.

    Gut zu wissen was für eine Geschichte der Herr Lennartz hat und ich denke es wäre nicht schlecht gewesen ihn im Bericht nicht zu erwähnen, solchen undifferenzierten Unterstellungen sollte,meiner Meinung nach, kein Raum gegeben werden. Ich stelle zwar die These auf, dass ab einem gewissen Alter die Fähigkeit zur Einsicht und Reflexion abnimmt, somit also keine Aktion ihn in irgendeiner Weise auf die Idee brächte seine Vorurteile zu evaluieren und korrigieren, aber es bietet wieder einen Orientierungspunkt für Leute die sich das Prädikat rechts aufstempeln wollen. Die AB Mittelrhein scheint diesen leistungsfähigen CDU Greis also vorerst übersehen zu haben.
    Hätte so schön in ihren „Bericht“ gepasst.

    allen ein schönes Wochenende.

  5. 5 Klar, Mann? 14. September 2008 um 12:40 Uhr

    Aus Sicht der NPD (erlaubt „Klarmanns Welt“ sich, dies dokumentierend einzublenden, wie gehabt in Originalrechtschreibung):

    Große Sorge um Euskirchen

    Am Montagabend hielt unser alter bekannter Szeneklatsch Reporter “MIKE“ Klarmann einen Vortrag auf Einladung der Senioren – Union vor rund 100 Zuhörern im Euskirchener City-Forum ab. Abgedroschenes Thema seines Vortrages war wie immer:„Rechtsextremismus in der Region Aachen – Düren, mit Schwerpunkt Euskirchen“.

    Da der Name Klarmann sich selber gerne als Markenzeichen und selbst ernannter Referent und Berater mit Entgeltbezogenem Arbeitsschwerpunkt Rechtsextremismus und Rassismus sieht, fiel es ihm natürlich nicht schwer, aus seiner jahrelangen Detailversessenheit vor dem geneigten älteren Publikum über die von ihm beobachtete „Szene“ zu berichten.

    Begonnen hat er wie so oft mit unsinnig polarisierenden und banalen Sichtweisen aus der Mottenkiste, z.B. dass den wenigen Rechtsradikalen bei Demonstrationen immer weitaus mehr Demokraten gegenüberstehen würden oder wer Rechtsradikale für dumm hielte, wäre diesen schon auf den Leim gegangen, wohl wissend, damit den auf diesem Gebiet unerfahrenen Zuhörer einzulullen.

    Natürlich erklärt er nicht die Schwierigkeiten, unter denen sich nationale Themen unterstützende Bürger versammelten und die immer intensiven Bemühungen der öffentlichen Hand um möglichst viele und am besten gedankenlose und sorgenfreie Gegendemonstranten. Das ließe denn auch die angepriesenen Relationen völlig anders aussehen, ähnlich im ein rhetorischen Vergleich wie ein Hartz IV Kind muss nach den Gesetzestexten der Bundesrepublik Deutschland mit täglich 2,32 € zum kompletten Leben auskommen, dem stünden aber weitaus mehr Kinder entgegen, denen es zu gut gehen würde, also bestehe noch Hoffnung. […]

    Erschreckend fand er außerdem, dass die „Freien Euskirchener Nationalisten“ ihr einjähriges Bestehen in einem Schützenheim im Kreisgebiet feierten, offenbar wurde hier ein Umzug in Uniform durchs Dorf vermisst und ein König wurde auch nicht gekrönt. […]

    Lieber Herr Klarmann, wir bedanken uns dafür, dass Sie ein so großes Interesse an unserer politischen Arbeit und an unserer Partei haben. Dies ist sehr lobenswert. Natürlich finden wir es sehr schade, dass Sie Ihre Vorträge nur vor einem ausgesuchten Publikum wie der Senioren – Union abhalten, ohne einem journalistischen Vertreter der entsprechenden anderen Anschauung die Chance des Vortrages zu bieten, schon gar nicht gegen Gehalt.

    Sie bekennen sich selbstbewusst vor allen Zuhörern als Vertreter des linken Spektrums, das ist natürlich in Ordnung und Ihre persönliche Grundlage, jedoch jagen Sie leider mit der zugehörigen Gegenpartei als Teufelei dem armen Zuhörerpublikum oft ungehemmte Angst ein.

    Ihre Argumente und Anschuldigungen können Sie nur vor solch einen Publikum abhalten, da diese Zuhörer bei Ihrem Vortag eventuell einfach Ihr Hörgerät herausnehmen und endlich ihre Ruhe haben vor Ihrem Geschwätz. Ihre Anempfehlung von Bündnissen der CDU mit der Antifa sind ja erstaunlich deutlich vom entsprechenden CDU Mann mit Arsch in der Hose dankend abgelehnt worden, hier zumindest zeigen sich die tatsächlichen Erfahrungswerte und die doch nicht so überzeugende Argumentationswilligkeit Ihrer als nonplusultra gefeierten Vorträge. […]

    anmerkung: einen schönen deutschen gruß an die rechtschreibfehler: WIR KRIEGEN EUCH ALLE! mik

  6. 6 Super-Ingo 14. September 2008 um 13:12 Uhr

    Die NPD ist echt ein weinerlicher Haufen.

  7. 7 k3 14. September 2008 um 21:22 Uhr

    Der NPD Artikel wirft ein paar Fragen auf…

    N.D. schien ja anwesend gewesen zu sein, so frage ich mich wie er mit der Realität vereinbaren konnte, dass das Publikum ab dem 18 Lj aufwärts ging und er indirekt behauptet es wären ausschliesslich Senioren anwesend gewesen?!
    Desweiteren ist ja nun fraglich wieso die NPD als öffentliche Partei, vertreten durch diesen Herrn der sich so durchaus eloquent und damit unverständlich zu verbinden scheint, keinerlei distanzierende Äußerungen über ihr Verhältnis zu inoffiziellen „Vereinen“ mit dem gewissen Extra an Militanz und generell dem Begriff „Rechtsextreme“ trifft. Sie bestätigen also Mike’s Recherche und beschweren sich, dass kein „Journalist“ anwesend war der die Fakten verdrehen könnte.
    Anschauungsbedingter Journalismus wird also hier von einem NPD OV gefordert. Jeder vernunftbegabte Mensch wird diesen Unsinn verstehen und in ihrem Vortrag noch mehr die Bestätigung finden, dass wir uns hüten sollten die gesetzlich zugelassenen Parteien sowie ihre assoziierten inoffiziellen hobbyclubs zu unterschätzen, wenngleich sie, wie hier bewiesen, jeglichen rationellen Darstellungsfähigkeiten entbehren.

    vermute eher, ND war nicht da. wenn man sich die berichte in der KR und dem KStA anschaut, dazu einige mythen über meine vorträge mixt, dann hätte er das auch „kalt“ schreiben können, wie man so im boulevard-journalismus sagt. in nettersheim war wohl mindestens eine person von den FNE bzw. deren umfeld bei meinem vortrag anwesend, und so konnten die FNE in ihrem damaligen bericht auch sehr deutlich machen, dass sie von dem nachmittag sehr viel wissen mitgenommen haben. ND würfelt hier indes nur versatzstücke aus der lokalpresse und etwas geplörre gegen mich zusammen…was nicht heißen soll, dass niemand von der NPD oder der FNE im publikum saß. und da ich ja die diskussion mit „nationalisten“ scheuen muss, war diese person dann so gnädig, und hat sich natürlich nicht zu wort gemeldet, um mich nicht in verlegenheit zu bringen. ist ja auch nett gemeint: wer einem ehemaligen CDU-stadtchef, der einen ganzen parteitag dominieren kann und zugleich trotz seines hohen alters noch als rechtsanwalt tätig ist – also rhetorisch extremst gut drauf, siehe plädoyers, die über viele jahre in dem beruf zu halten waren/sind – paroli bietet, der muss sich natürlich vor der hiesigen NPD/FNE argumentativ super fürchten… mik ps: ironie aus!

  8. 8 Klar, Mann? 17. September 2008 um 14:55 Uhr

    Aus Sicht der „Freien Nationalisten Euskirchen“:

    „[…] Wie angekündigt besuchte der ‚freie Journalist‘, oder besser der Antifant Michael Klarmann die Kleinstadt Euskirchen um mit seiner Hetzkampagne gegen nationale Deutsche fortzufahren. Auch in Euskirchen wollte er die Bürger gezielt in Angst und Schrecken versetzen. Zumal wenn das Honorar stimmt, dass er damit verdient. […]

    Vor den 100 Zuhörern (wir haben andere Angaben) am 08.09.08 im City-Forum Euskirchen fielen Sprüchen wie…

    ‚Es kommt da etwas auf Sie zu‘, oder ‚Breite Bündnisse – meinetwegen von Antifa bis zur CDU – haben sich immer wieder als sehr positiv herausgestellt.‘

    Auch schön (Kölner Stadt-Anzeiger):In der anschließenden Diskussionsrunde mit Michael Klarmann suchten die Zuhörer gemeinsam nach Lösungen, wie man dem offenbar wieder zunehmenden Rechtsextremismus begegnen kann. Ein breites Bündnis von den Schulen über die Parteien bis hin zum Polizeipräsidenten hat sich als sehr effektiv herausgestellt, erklärte der Journalist. Außerdem wusste er von einigen kreativen Antifa-Aktionen zu berichten: von Mehlbombenattacken…

    Die Frage, wer hier versucht die Bürger gegen national denkende Deutsche aufzuhetzen, dürfte wohl beantwortet sein. Anzunehmen ist, dass hier in Euskirchen eine kriminelle Antifa, mit Hilfe dieses Gutmenschen aufgebaut werden soll. Wundern würde es uns nicht, den dafür bräuchte man dann das breite (Finanzielle) Bündnis von CDU, Schulen und sogar der Polizei!. Denn unter dem Deckmantel des ‚freien Journalisten‘ ist es leicht, die Bürger zu beeinflussen und zu beängstigen. […]“

  9. 9 Super-Ingo 17. September 2008 um 16:00 Uhr

    Zu den FNE: Getroffene Hunde bellen :D

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>