Aachen/Duisburg. Gelegentlich hört man davon, dass sich Fußballfans des Zweitligisten Alemannia Aachen über Rechtsextremisten oder deren rechte Symboliken bei Auswärtsfahrten beschweren. Zumindest vergangenen Freitag im Zug nach Duisburg dürfte diesbezüglich wieder einmal ein „Hit“ zu verzeichnen gewesen sein. Zumindest eine Person [1] aus der rechten Szene konnte im Zug mitreisen und stolz ein großes, am Kopf tätowiertes Hakenkreuz präsentieren – neben dem mit SS-Runen auf den Fingerkuppen eintätowierten Wort „Hass“. Nach derzeitigem Stand der Recherchen könnte es sich dabei um eine Person handeln, die vor Jahren schon einmal mit ihren Tätowierungen am Rande eines Heimspiels vom Aachen auffiel, unterdessen indes eine Haftstrafe abzusitzen hatte [2]. Ein Leser, der bis auf weiteres ungenannt bleibt, schrieb „Klarmanns Welt“ zu diesem und zu früheren Vorfällen mit Rechten auf Auswärtsfahrten: „Für mich persönlich ziehe ich aus diesen Erlebnissen jedenfalls die Konsequenz, nicht mehr zu Auswärtsspielen zu fahren. Zudem zweifle ich zunehmend an der Alemannia, die es offenbar zulässt, sich von solchen Leuten in anderen Städten ‚vertreten’ zu lassen.“
Für Kopfschütteln und Erstaunen sorgt seit mehreren Monaten auch immer wieder ein Fanclub, dessen Mitglieder bei Fußballspielen des Vereins, aber ebenso bei den Public Viewings während der EM sowie bei Musik- und Kulturveranstaltungen durch eine ominöse NS-Vorliebe auffallen. Die laut Fankreisen unpolitischen, nicht rechtsextremen Fußballfans hatten für die Erstauflage ihrer T-Shirts als Motiv den früheren NS-Reichsadler genutzt, der in seinen Klauen einen Lorbeerkranz/Kreis trug – anstelle des Hakenkreuzes prangte indes die in Frakturschrift gehaltenen Buchstaben AC im Rund. In der neueren Fassung des T-Shirts hat man den Adler leicht abgewandelt. In dem Kreis ist der Großbuchstabe A zu sehen, darunter steht in Frakturschrift „Aachen“. Offenbar soll die Kombination für „Kaiserstadt AC“ stehen, wobei der Adler wohl als Symbol für den Kaiser bzw. das Kaiserreich gelten soll. Kennern zufolge behaupten Mitglieder des Clubs, die Neuauflage habe man sogar vom Staatsschutz absegnen lassen, um strafrechtlichen Schritten vorzubeugen. [© Klarmann]
[1] Unterschiedlichen Quellen sprechen sogar von zwei Personen.
[2] Keine Haftverschonung für Neonazi mit Faible für NS-Symbolen; Echte Naziglatze wandert für zehn Monate hinter Gitter (Links führen zum alten Blog.)
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