Region. In Aldenhoven haben am Samstag nach Veranstalterangaben insgesamt rund 150 Besucher an einem Bürgerfest gegen einen NPD-Infostand teilgenommen. Im Rahmen des Programms trat eine Musikgruppe auf und es wurde in Redebeiträgen über die Arbeit des örtlichen Bündnisses gegen Rechts informiert [1]. Ähnlich wie in Juni führte die NPD ihren angemeldeten Stand in Aldenhoven jedoch nicht durch und verteilte örtlichen Beobachtern zufolge ihr Infomaterial der ausländerfeindlichen und rassistischen NPD-NRW-Kampagne „Ausländerstopp“ direkt in die Hausbriefkästen.
Im Rahmen derselben Kampagne kam es auch zu Infoständen in Niederkrüchten und Moers. Antifaschistischen Beobachtern zufolge wurde der Stand in Moers von dem NPD-Kreisverband Wesel/Borken durchgeführt. Vertreter der üblicherweise eng mit der NPD-Krefeld kooperierenden „Kameradschaft Moers“ [3] sollen nicht aktiv gewesen sein. Laut Lokalpresse [4] demonstrierten rund 100 Personen gegen den NPD-Stand in Moers und veranstalteten „eine Art alternatives Moerser Ballonfestival. Sie hielten aufgeblasene Luftballons in den Händen und rieben unaufhörlich ihre Finger daran. Quietsch, quietsch.“ Auf dem Markt in Niederkrüchten hatte die NPD ihren eigenen Angaben zufolge eine „Mahnwache“ mit Infostand angemeldet im Rahmen der Hetz-Kampagne.
Durchgeführt wurde der Stand laut örtlicher Antifaschisten u.a. vom Chef der NPD-Jugendstützpunktes (Junge Nationaldemokraten, JN) in Krefeld, Michael Jansen. Ihm zur Seite standen Mitglieder des „Volkssturms Rheinland“ (VSR [5]) mit großen, dreiarmigen Hakenkreuzen auf ihren T-Shirts sowie Vertreter des „Aktionsfront Meerbusch“ (vormals „Meerbuscher Jugend“). Aus Krefeld war überdies ein NPD-Mitglied anwesend, welches sich auf seiner privaten Homepage bis vor kurzem noch offen zur Neonazi-Terrorgruppe „Combat 18“ bekannte und Werbung für den bewaffneten Arm des in Deutschland verbotenen, internationalen Neonazi-Netzwerkes „Blood & Honour“ machte.
Bis Mitte August war auf besagter Homepage zu lesen: „Ich bin überzeugter Nationalsozialist, Skinhead und Stur! […] Ein Heil unserem Kampf, Heil unseren gefallenden, Heil EUCH. […] Hail RaHoWar [Kürzel für den Heiligen Rassenkrieg; mik], HAIL BLOOD & HONOUR and HAIL C18“ [6]. Örtliche Antifaschisten wollen zudem den Schatzmeister des NPD-Kreisverbandes Mönchengladbach, Frank Pfennings, unter den Neonazis in Niederkrüchten gesehen haben. Fand besagte „Mahnwache“ am Nachmittag statt, wollen Teile der Gruppe schon am Morgen in Straelen eine ähnliche „Mahnwache“ mit Infotisch abgehalten haben. In Straelen, Krefeld und im Raum Kleve will die NPD an besagtem Wochenende zudem „mehrere 1000 Flugblätter des Kampangenmaterials“ in Hausbriefkästen verteilt haben. [© Klarmann]
[1] siehe dazu Bericht in der Lokalpresse; WIEDER BÜRGERFEST GEGEN NPD-INFOSTAND
[2] NPD-NRW STARTET AUSLÄNDERFEINDLICHE KAMPAGNE; NPD FÜLLT BRIEFKÄSTEN IN DER REGION WEITER MIT AUSLÄNDERFEINDLICHEM PAPIER
[3] KUMMERADSCHAFT MOERS STEHT ZU IHREN SPRÜHAKTIONEN
[4] Direktlink
[5] VOLKSSTÜRMCHEN MACHT NUN AUCH ANTI-ANTIFA-ARBEIT
[6] Diese Aussagen wurden unterdessen durch besagten NPD-Mann umformuliert, so dass sie strafrechtlich nicht mehr relevant sein sollen und nicht mehr wortwörtlich mit den Zitaten aus Mitte August übereinstimmen.
Aus Sicht der NPD Düren zu Aldenhoven:
[…] Am Samstag, den 20 September, hätte der Kreisverband Düren in Aldenhoven einen Infostand abhalten können. Nur allein die Anmeldung reichte bereits aus um das Aldenhovener “Bündnis gegen Rechts“ zur sogenannten Gegenveranstaltung zu locken. Zunächst besuchten rund 30-40 Gutmenschen, darunter 50 % Ausländeranteil, aus der nahe gelegenen Moschee die Veranstaltung, als wir gegen 12 Uhr nochmals reinschauten waren es ganze 10-12 Personen. Also blieb der gewünschte und erhoffte große Gegenprotest des BgR aus Aldenhoven aus. […] Um aber auf den Nenner zu kommen, wie auch vor einigen Monaten hielten wir keinen Infostand als Fassade für irgendwelche jecke Berufsrandaledemonstranten oder Kopfverschleierungsfetischisten ab sondern verteilten fleißig weiter unsere Flugblätter direkt an die Bürger zur Ausländerstopp Kampagne der NPD-NRW. Nur mit dem Unterschied, daß wir, sozusagen als kleine Belohnung für die Teilnehmer der sogenannten Gegenveranstaltung, uns dachten diesmal die Flugblätter direkt in Aldenhoven zu verteilen. Gesagt-getan und so trafen sich 10 Kameradinnen und Kameraden am Ortseingang und verteilten innerhalb kürzester Zeit rund 2500 Flugblätter ohne große Show für schwafelnde Besserwisser. […] Ein Pärchen „mittleren Alter“ erzählten uns mit etwas deutlicheren Worten „das Drogen und Immigranten Problem habe sich zwar etwas abgeschwächt, doch die Drogenhändler erhalten noch nicht mal Platzverbote, geschweige denn eine Anzeige von der Polizei, während Deutsche bei Verkehrslappalien bis zum umfallen gemolken werden“ Die Händler spazieren dann einfach in die benachbarte Moschee und das ist ein heiliger und „betreten verboten“ Ort für die Polizei, da geht ohne Sondergenehmigung kein Beamter rein. Erst wenn bürokratische und integrationskundige Verstärkung mit Übersetzer da wären würde man dies in schweren Fällen eventuell tätigen, doch bis dahin haben sich die im Hinterhof oft PS-starken Straftäter samt Anhang, Beute und Beweisen verzogen im wahrsten Sinne“. […]
Nachhall in der RP und der Lokalpolitik zum Bereich Viersen/Niederkrüchten:
http://www.rp-online.de/public/article/viersen/628227/Will-die-NPD-in-den-Kreistag.html