Rechts: NPD-Düren und ihr extrem moderner Blick nach Vorn

Düren. Der NPD-Kreisverband Düren macht sich derzeit auf seiner Homepage in einem Beitrag Gedanken über eine Diskussion, wonach man in Düren einen bisher namenlosen Platz „Synagogenplatz“ oder „Platz an der Synagoge“ nennen solle – auch, um an die Nazigräuel zu erinnern. Nachträglich bürgert die NPD dabei die vor der Zeit des Nationalsozialismus als Deutsche in Deutschland lebenden und anerkannten Menschen jüdischen Glaubens aus – und hat auch sonst ihre ganz eigene Sicht von Düren im Nationalsozialismus:

„[…] Wir von der NPD Düren denken auch darüber nach, welche schlimmen Ereignisse damals vor langer Zeit in Düren passiert sind. Bei unseren Recherchen sind wir darauf gestoßen, daß etliche Straßen nach den 2 Weltkrieg einfach ohne Volksbefragung umbenannt worden sind und die überlebenden alten Denkmäler und bauliche Historik der letzten Jahrhunderte einfach abgerissen wurden, um alle Erinnerung an Düren als herausragende rheinische Kulturstadt und das damit verbundene Niveau ihrer Einwohner zu vernichten. Wie wäre es denn mal mit einem Platz, wo alle nationalgesinnten Deutschen um die schrecklichen Taten des Besatzers während und nach dem 2 Weltkrieg trauern können? Da könnten wir uns z.B. vorstellen, den [Hitler-Stellvertreter; mik] Rudolf Hess. […] Wie wäre es denn mit Rudolf Hess Gedächtnisplatz […?] Leider ist es […] bis heute nicht aufgefallen, dass auch die Zivilbevölkerung in Deutschland während und nach des 2 Weltkrieges schuld- und einflusslos unbeschreibbar Schlimmes erleiden musste, sofern überhaupt noch überlebt. Da ist es doch wichtiger an fremde Völker zu denken als an das eigene Volk. […]“

Erstaunlicherweise hat dies eben jene NPD verbreitet, in deren Kreisen vor geraumer Zeit noch interne Schulungspapiere zum Thema Durchführung eines Infostandes kursierten. Zitat daraus: „Viele Bürger versuchen uns immer wieder auf Sonderthemen zu lenken. Da sie durch die Systempropaganda in Bezug auf uns ein bestimmtes Bild vermittelt bekommen haben. Themen wie nationalsozialistische Juden- oder Außenpolitik, Geschichtsrevisionismus oder Holocaust werden von uns [in Gesprächen am Infostand] nicht erörtert. Wir entgegen diesem Versuch indem wir deutlich machen, daß für uns die Zukunft zählt und durch das schwellen [sic!] in der Vergangenheit keine positive Veränderung für die Zukunft erreicht werden kann.“ [© Klarmann]


4 Antworten auf “Rechts: NPD-Düren und ihr extrem moderner Blick nach Vorn”


  1. 1 Klar, Mann? 23. Oktober 2008 um 21:00 Uhr

    Lokalpresse zu den weiteren Diskussionen in Düren über ein würdiges oder unwürdiges Gedenken am Synagogenplatz:

    http://neu.az-web.de/sixcms/detail.php?template=an_detail&id=695017&_wo=Lokales:Dueren

    http://www.az-web.de/sixcms/detail.php?template=az_detail&id=694775&_wo=Lokales:Dueren

  2. 2 Peter 24. Oktober 2008 um 0:55 Uhr

    NPD Düren antisemitisch?

    Wie abstrakt doch das Menschenbild der NPD ist!
    Unsere jüdischen Mitbürger waren fast alle deutsche Staatsbürger mit einer Integration die ihresgleichen suchte.
    Das Auskommen zwischen allen Religonen und Menschen in Deutschland war vor dem erscheinen der kriminellen Machtstrukturen der Nazis mehr als problemlos.
    Unser damaliges Regime sorgte dafür, das man aus dem deutschen Bürger, der eben auch Jude war, einen „Untermenschen“ und ein nicht lebenswertes Geschöpf machte. Dieses Gedankengut prbieren auch heute noch Nazis zu verbreiten, indem sie wie zum Beispiel NPD Mitglieder den Holocaust leugnen oder antisemitische Hetze treiben.
    Unsere damaligen jüdischen Mitbürger waren wie gesagt deutsche Bürger und gehörten damit zur Zivilbevölkerung. Allerdings mit einem Unterschied – diese Bürger ertrugen neben dem Elend der Zivilbevölkerung noch mehr Leid. Ein Leid neben Hunger, Enteignung, auch eine unerträgliche, nicht hinnehmbare Folter durch die NSDAP, SA sowie der SS und der Waffen SS!
    Der grausamste Akt allerdings fand unter Hitler seine Krönung durch die Endlösung!

    Ist der NPD nicht bekannt, das Rudolf Heß der Stellvertreter Hitlers war und somit auch an diesen Verbrechen zumindest die gleiche politische Verantwortung mit trägt?

    Was fällt diesen braunen Herrn überhaupt ein, wieder einmal Rudolf Heß als einen Helden hinzustellen, obwohl er ein Kriegsverbrecher war?

    Hat die NPD wirklich keinen Scham und keinen Funken menschlichen Anstand?
    Ich glaube die Frage kann man mit Nein beantworten, wenn ich sehe, das mal wieder die Bennung des Platzes mit dem Namen Synagogenplatz oder Platz an der Synagoge bei der NPD auf Kritik stösst.

    Klar, hier kommt mal wieder eindeutig der versteckte Antisemitismus zum Vorschein.

    Die Zivilbevölkerung hat auch gelitten, aber durch die Verbrechen der Nationalsozialisten und dies sollte sich die NPD Düren merken, genauso sollte sie sich merken, das wir Bürger zu unseren jüdischen Mitbürgern stehen!

  3. 3 Klar, Mann? 28. Oktober 2008 um 8:47 Uhr

    Interessanter Hinweis in der Lokalpresse durch die in Düren lebenden Juden heute:

    http://www.az-web.de/sixcms/detail.php?template=az_detail&id=698826&_wo=Lokales:Dueren

  4. 4 Peter 15. November 2008 um 1:30 Uhr

    Der größte Antisemit ist und bleibt die NPD, wie hier am folgenden Beispiel;

    http://www.museenkoeln.de/_medien/nsd/IBS_050_hi.jpg

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