Rechts: Antisemitismus light bei der NPD-MG

Mönchengladbach. Ein wenig den Antisemitismus in unverfänglichen Häppchen ausgelebt und den Glauben an den Islam entdeckt hat nun die NPD in Mönchengladbach. Laut einer Veröffentlichung auf ihrer Homepage hat deren Ratsherr Dennis Wüllenweber Mitte des Monats den Oberbürgermeister in einer schriftlichen Anfrage darum gebeten, ihm doch mal zu erklären, warum ein Mitglied der „Jüdische[n] Kultusgemeinde“ im Vorstand der „Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Freien Wohlfahrtsverbände in der Stadt Mönchengladbach e. V.“ sitze.

Wüllenweber fragt in dem Schreiben im Unterton des Antisemitismus light: „Mit welcher Berechtigung stellt die Jüdische Kultusgemeinde ein Mitglied dieses Vorstandes? Handelt es sich bei der Jüdischen Kultusgemeinde um einen Wohlfahrtsverband und nicht um eine religiöse Gruppierung? Wenn nein, müßten dann nicht auch Vertreter der Moslems, Hindus u. s. w. im Vorstand vertreten sein? Wenn ja, erlaubt die Satzung der ‚Arbeitsgemeinschaft’, daß eine komplette Religionsgemeinschaft und nicht nur eine ‚Wohlfahrtsfirma’ ein Vorstandsmitglied stellt?“

Ein Blick auf die Homepage besagter AG [1] dürfte vielleicht auch sonst aufschlussreich sein. Neben anderen sozialen Initiativen gehören ebenso das Diakonische Werk und die Caritas dem Netzwerk an – Wohlfahrtsverbände der katholischen und evangelischen Kirchen. Zudem gehört dem Netzwerk wohl die örtliche jüdische Gemeinde an. Das diese indes ebenso wie ihre christlichen Bruder-Religionen eine eigene soziale Initiative ähnlich der christlichen Wohlfahrtsverbände unterhält und sich deswegen dem Netzwerk angeschlossen haben könnte…wer weiß…

Aber die Idee, dass sich Muslime weiter in der Schuldnerberatung engagieren sollen, wäre schon eine Betrachtung wert. Mal abwarten, was der NPD dazu dann einfällt… Übrigens erhalten die zwei NPD-Ratsherren in Mönchengladbach, neuerdings mit dem Status der „Gruppe“ geadelt, in diesem Jahr Eigenangaben zufolge 23.500 Euro Zuschüsse für ihre Ratsarbeit. Da die „Gruppe“ erst seit April anerkannt wurde, ist dies wohl nur ein Teilbetrag. Für ein volles Jahr könnte eine Gruppe rund 30.000 Euro erhalten.

Und dergestalt finanziell gepolstert kann man sich dann auch mal Gedanken über die Schuldnerberatung machen…und der nächste NPD-ler, der sie dann konsultiert, fragt vorher bitte mal ganz artig, ob „seine“ ganz persönliche Beratungsstelle auch reinrassig ist [2]. Und falls nicht, wegtreten! [© Klarmann]

[1] Direktlink
[2] Kleiner Insidervermerk…


4 Antworten auf “Rechts: Antisemitismus light bei der NPD-MG”


  1. 1 Ellen 30. September 2008 um 10:32 Uhr

    (Geld ist zwar nicht alles) überlege ich gerade laut.
    Obwohl ich manchmal ’nen dicken Hals zu kriegen scheine, wenn ich mir auf der Zunge zergehen lasse, dass „wir“ die Brut NPD mit Steuermitteln finanzieren. grummel;-(
    Vielleicht muss man nur lange genug warten können, bis die Herren D. Wüllenweber und Co. sich erneut disqualifizieren. Möge der Rechnungshof ein waches Auge auf sie haben.
    …mit dem Link zur Schuldnerberatung Mönchengladbach hat Klarmanns_Welt bereits die erste gute Tat abgehakt.;-) Recht so Klarmann!

  2. 2 Peter 30. September 2008 um 20:43 Uhr

    Salem Wüllenweber!
    Wann disqualifiziert sich Wüllenweber das nächste Mal?

  3. 3 Ellen 30. September 2008 um 21:21 Uhr

    @ Peter: gute Frage nächste Frage;-))*
    Klarmann wird’s bloggen.
    Öhm, „Salem“ in Massachusetts, war dies nicht der Ort, wo Hexenprozesse stattfanden und ein Mutiger Pfarrer gegen seine Kirche aufstand?;-))*

  4. 4 exil-gladbacher 01. Oktober 2008 um 19:21 Uhr

    wer hat den gladbacher npdlern das denn diktiert. das is ja fast einwandfreies deutsch…ich glaube nicht, dass da einer der abgeordneten aus eigenen stücken zu fähig ist. […]

    später jammern die wieder, wie böse es in „klarmanns welt“ zugeht…mik

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