Frieden/Soziales: Kinderzirkus Pinocchio unterwegs nach Sankt Petersburg

Aachen. Der Aachener Kinderzirkus Pinocchio ist wieder auf Tournee: Josef Steinbusch, „Zirkusdirektor“ aus Alsdorf, und Helma Rombach-Geier, Leiterin einer Kindertagesstätte in Bünde, starteten am Samstag vom Blücherplatz aus in Richtung Sankt Petersburg. Dort werden sie gut drei Wochen lang mit russischen Straßenkindern und Behinderten Zirkusnummern einproben und Vorstellungen geben. Steinbusch selbst erreichten in den Tagen vor der Abfahrt schon Anrufe ungeduldiger „Fans“ aus dem ehemaligen Leningrad, so „heiß“ waren sie schon auf den Mitmachzirkus und dessen Gastspiel-Neuauflage in Russland.

„Tränen, die du lachst, brauchst du nicht zu weinen,“ lautet die Philosophie von Steinbusch, dem „Zauberclown Juppino“. Erst vor Wochen zurück aus Belfast, Ungarn, Rumänien und dem Balkan – wo er seit Jahren schon mit Kriegskindern sein Zirkusprogramm einübt – ging es nun weiter nach Russland. In Sankt Petersburg wird der Mann mit der Baskenmütze gemeinsam mit dem Sozialarbeiterprojekt Upsala-Zirkus arbeiten. Dann üben der pensionierte Bewährungshelfer, Helma Rombach-Geier und freiwillige Helfer mit Straßenkindern und Behinderten einfache Clowns-, Zirkus- und Jonglage-Nummern ein. Später folgen Vorstellungen für Freunde, Bekannte und Verwandte.

Das Projekt geht auf ein Treffen zwischen Steinbusch und den 2004 vom Aachener Friedenspreis geehrten Petersburger Soldatenmütter zurück. Steinbusch selbst wurde der Friedenspreis 2007 verliehen. Doch „Juppino“ und Rombach-Geier stehen einige Strapazen bevor. Von Lübeck aus nutzen sie eine Fähre und werden erst Dienstagmorgen Sankt Petersburg erreichen. Fans hat Steinbusch indes nicht nur dort. Auch die Fährgesellschaft hat Gefallen an „Juppinos“ Friedens- und Sozialarbeit gefunden. Für die Überfahrt der beiden bunt bemalten Zirkus-Kleintransporter hat die Gesellschaft Finnlines eine stolze Summe berechnet: zwei ansehnliche Nullen stehen dafür in der Rechnung, die Steinbusch kürzlich erhielt.

Lediglich Kost und Logis müssen er und seine Helferin begleichen – wie Steinbusch sagt gab es aber auch hierbei einen Rabatt. Finanziert und gefördert wird der „Kinderzirkus Pinocchio“ zudem durch Spenden, die Reise selbst wird auch von der Sir Peter Ustinov Stiftung gefördert. [© Michael Klarmann; für AN]

Mehr im Web: http://www.ac-kinderzirkus-pinocchio.de