Musik/Links/Rechts: Hatecore is coming home

YouTube. Immer wieder bedienen sich Neonazis explizit linksextremer und/oder unpolitischer Musikgruppen aus dem Genre des Hard- und Hatecore [1], weil die rechtsextremen, „eigenen“ Bands musikalisch oft nicht das spieltechnisch umzusetzen in der Lage sind, was die Musiker aus den Punk-, Hardcore- und Metal-Szenen schufen und schaffen: packende, authentische und/oder aggressive Songs über den Zusammenhalt in der Szene (oder den militärischen Drill), Songs über ein vermeintlich anti-bürgerliches bis anti-soziales Verhalten gegenüber der Gesellschaft sowie den Hass auf ebendiese, auf Medien und den Mainstream. Hinzu kommen noch der Hass auf Hippies und Weltverbesserer als „Weichlinge“ und „Gutmenschen“, mit denen schon die Working Class und deren Underdog-Straßenkämpfer auf Kriegsfuß stehen. Immer wieder nutzen Neonazis denn auch Songs aus linken und/oder unpolitischen Kreisen, um darin das zu finden, was es ihnen nach ein wenig Neuinterpretation erlaubt, jene Songs als eigene „Hymnen“ umzufunktionieren – was bei manchen rechten Aufmärschen und Gegenprotesten schon dazu führte, dass beide Seiten denselben Soundtrack hatten [2]. „Klarmanns Welt“ hat auf einem „YouTube“-Channel [3] einmal einige der schon „missbrauchten“ Songs bzw. Klassiker aus den Bereichen Punk, Hardcore und Trashmetal zusammengestellt – mit mindestens zwei Liedern, die sicherlich auf den ersten Hör’ für Unverständnis sorgen werden… Es wurde bei der Zusammenstellung weniger Wert auf die Qualität der Videoclips gelegt, als vielmehr darauf, dass die Songs in einer möglichst technisch guten Tonqualität zu hören sind. Die Auswahl ist eher subjektiv [4] und nicht chronologisch geordnet. Ältere Leserinnen und Leser von „Klarmanns Welt“ sollten nicht erschrecken… [© Klarmann]

[1] Wikipedia zu Hatecore
[2] siehe zu dieser Problematik auch Des Nazis liebste Zecken
[3] Klarmanns Welt on YouTube…
[4] Wer rät, für welche der Bands the Head von „Klarmanns Welt“ schon einmal gearbeitet hat, erhält eine Stigmatisierung…


14 Antworten auf “Musik/Links/Rechts: Hatecore is coming home”


  1. 1 Ellen 12. Oktober 2008 um 14:32 Uhr

    „Ältere Leserinnen und Leser von „Klarmanns Welt“ sollten nicht erschrecken…“, Danke für den freundlichen Hinweis;-))*

  2. 2 AN 12. Oktober 2008 um 14:42 Uhr

    Rechte Hatecorebands wie Moshpit oder Brainwash können sich mittlerweile sehr wohl mit dem Mainstreem Hardcore Bands messen! Vor 2 Jahren hätte ich dem Artikel ja noch zugestimmt, nur mittlerweile ist das definitiv nicht mehr so!

    wenn die NS-HC-szene eine handvoll gutere bands unterdessen aufzuweisen hat, heißt das ja noch nicht, dass man im vergleich zum echten HC gleich ne wuchtbrumme ist…mik

    [nachtrag] habe mir gerade das video von „brainwash“ angesehen von dem konzert, wo die reichsflagge und die thüringische landesflagge hinter der bühne hängen. wie peinlich kommt man sich in der rechten szene denn vor, wenn man im jahre 2008 mit bandanas und ähnlichem schmöckes rumeiert, den man anfang der 1980er in den usa und mitte der 1980er als das neue ding innerhalb der west-/süddeutschen hc-punkszene nutzte? ein einziges geklaue von styles, weil man selbst nichts modernes anzubieten hat: musik, klamotten, aktuelles tattoo-styles, aufkleber-, homepage- und transpistyles sowie viele AN-aktionsformen…ALLES NUR GEKLAUT!

  3. 3 CIV 12. Oktober 2008 um 14:57 Uhr

    Hmm, wobei ich Cro-Mags als garnicht so unpolitisch einschätzen würde. Was der Sänger so von sich gibt ist ja auch unter aller Kanone. Ich erinnere mich noch an junge Jahre als ich mal den unsäglichen Metal Hammer und das fast genau so fiese Rock Hard gelesen habe. Im selbigen fand sich ein Interview mit Flanagan indem er darüber faselte, dass er in England gelernt hätte, dass auch weisse sich wehren können und ähnlihcen Bullshit.
    Bei allen anderen Bands geb ich dir Recht. Obwohl ich mir bei Blood for Blood auch nicht so sicher wäre, was die sonst so von sich geben würden, wenn man sie denn mal fragen würde.

    flanagan war ja angeblich auch SE – und stand weiland am rose club wie adolf himself auf dem balkon und auf die schlange vor der tür hinabschauend, sich mit bier besaufend… mik

  4. 4 AN 12. Oktober 2008 um 16:20 Uhr

    Wie sich jeder anzieht und ob er jetzt Bandans trägt oder nicht, ist jedem noch selbst überlassen. Jaja, alles „geklaut“. Der 1. Mai wurde „geklaut“, obwohl er von uns eingeführt wurde. Sich für Tierrecht einzusetzen, wurde „geklaut“, obwohl die NSDAP die ersten Tierschutzgesetze vor jeder Partei und jedem Land einführte. Und um am Ende noch etwas zur Ihrer Bildung beizutragen: es handelt sich um die sächsische Landesflagge!

    danke für ihren beitrag! sie sind also dann einer jener, die sich strafrechtlich irrelevant „nationaler sozialist“ nennen, aber zugleich schreiben, der 1. mai sei – geschichtlich in ihrem sinne – von „uns“ eingeführt worden, also der NSDAP. dass die NSDAP sich für tierrechte einsetzte, will ich nun nicht nachprüfen – doch aus ihrem fingersatz ein solches argument ins internet getippt, angesichts der NSDAP-massenmorde an menschen… auch hier danke ich ihnen recht herzlich für ihre offen praktizierte selbstentlarvung, dass ihnen nämlich ein tierschutzgesetz mehr wert erscheint, als die nürnberger „rassegesetze“, aufgrund derer abermillionen menschen unterdrückt und ermordet wurden – übrigens von ihren „kameraden“, wenn sie schon von „uns“ schreiben. ich glaube aber eher, sie sind ein sehr schöner beweis dafür, dass neonazis sehr wohl die geschichte kennen, nur eben die (für ihre bewegung) etwas unvorteilhaften begebenheiten vorerst noch verschleiern, aber auf allerlei „positiv“ konnotierte nebenschauplätze ausweichen, um sich zu putzigen schmusetigern umzumogeln, die erst zubeißen, wenn die zeit günstig ist. mik

  5. 5 AN 12. Oktober 2008 um 17:44 Uhr

    Um ihren „Ermittlungserfolg“ ein wenig zu dämpfen: Auch wenn es für viele nicht begreifbar ist, aber mein geistiger Horizont reicht schon so weit aus, dass wenn ich etwas hätte verschleiern wollen, meine Wortwahl anders gewählt hätte. Und um einigen Gutmenschen vorzubeugen, die sicherlich gleich mit dem Totschlagargument kommen, dass die NSDAP den Tierschutz nur vereinnahmt hätte, denen sei gesagt, dass führende Köpfe der Partei (u.a. Hitler und Heß) Vegetarier waren. Und dass Sie – egal um welches Thema es geht – wieder vom Thema abkommen und wieder ihre 08/15 Antwort runtertippen, ist auch längst bekannt.

    dass sie sich selbst entlarven, hatte ich schon gelobt. dass hitler und heß, zwei der größten massenmörder der zeitgeschichte, vegetarier statt nur arier waren, lässt ihre taten natürlich sofort nur noch halb so schlimm erscheinen… nicht meat means murder, sondern gemüse, woll… aber was ganz anderes, denn wir waren oben anfangs tatsächlich NUR bei der musik – aber auch hier danke ich ihnen ausdrücklich für ihre eigenen worte: und dass sie – egal um welches thema es geht – wieder vom thema abkommen und wieder ihre 08/15 antwort runtertippen, ist auch längst bekannt. mit SIE meinte ich jetzt sie und ihresgleichen, weil sie ja nahezu mahnisch bei fast allen diskussionen auf ganz gewissen themen fixiert scheinen. da sie zwar schlau sind oder es glauben zu sein, für die leser, die etwas dümmer als sie sind, der hinweis: AN kam ganz ohne mich auf die NSDAP zu sprechen, obschon ich NUR bei der musik bzw. dem eng mit jener subkultur verwobenen (jugend-)style geblieben war… mik

  6. 6 CIV 12. Oktober 2008 um 17:55 Uhr

    Ob Flanagan jetzt SE war oder nicht, ist mir relativ schnuppe. Ich würde jetzt mal einfach behaupten, er ist ein Vollidiot. Leider gibts ja gerade im Hatecore (nein, nicht der Nazikack, sondern die Bands die das gestartet haben…) durchaus Bands mit sehr zweifelhaftem Image und Gestus. Wenn man sich mal anschaut, was der Sänger der durchaus auch im linken/unpolitischen HC Bereich beliebten Band Slapshot so von sich gibt (inkl. seinem Sideproject) wird einem schon ein bisschen schlecht.
    Zu deinem Artikel auf TP. Ich finde es garnicht so verwunderlich, dass sich die Nazis bei Bands wie ZSK/Anti-Flag bedienen. Ressentiments wie platter Antiamerikanismus (bei AF mehr als bei ZSK), sind doch in beiden Weltanschauungen vorhanden. Ton, Steine, Scherben haben auch genug krudes antiimp blabla von sich gegeben.
    Auch wenn sie musikalisch eher grottig sind, Egotronic eignen sich da nicht so gut für.
    Und das die ANs gerne den „Autonomen“ Style fahren, auch nicht weiter verwunderlich. Wenn man auf linken Demos beobachten kann, wie kleine Jungs zu den größten Mackern werden, wenn sie mal ihren Carhartt Windbreaker übergeworfen haben. Und rummackern lag den Gehirnminimierten ja auch schon immer.

  7. 7 Ellen 12. Oktober 2008 um 21:25 Uhr

    @ AN: „Der 1. Mai wurde “geklaut”, obwohl er von uns eingeführt wurde. Sich für Tierrecht einzusetzen, wurde “geklaut”, obwohl die NSDAP die ersten Tierschutzgesetze vor jeder Partei und jedem Land einführte.“

    Ja klar, und die Erde ist eine Scheibe, nicht wahr? Wenn ich Sie richtig verstanden habe, bilden Sie sich ne Menge auf ihren „geistigen Horizont“ ein.
    Wie kommt es dann aber, dass Sie nicht in der Lage sind aus der Geschichte zu lernen?
    Zum Holocaust hat Klarmann schon ne Menge gesagt, zum ersten Mai füge ich noch was an, damit Sie nicht weiter gezwungen sind soviel geistigen Müll abzusondern;-):
    - „Die Sozialdemokratische Partei (SPD), gerade wieder zugelassen, beschloss auf ihrem Hallenser Parteitag im Oktober 1890, den 1. Mai als dauerhaften „Feiertag der Arbeiter“ einzuführen.

    - Das Schicksal des 1. Mai und des Acht-Stunden-Tags in der Weimarer Republik war so wechselhaft, wie deren Geschichte.

    - Einen traurigen Höhepunkt der Konflikte zwischen SPD und KPD bildete der 1. Mai 1929. Karl Zörgiebel, der sozialdemokratische Polizeipräsident von Berlin, hatte wegen befürchteter Unruhen ein Demonstrationsverbot über die Stadt verhängt. Die KPD ignorierte das Verbot und veranstaltete Demonstrationen, in deren Verlauf es zu wilden Schießereien kam. Dabei wurden 28 Personen getötet, darunter auch völlig Unbeteiligte. Der Tag ging als „Blutmai“ in die Geschichte ein und steht symbolisch für die tiefe Zerrissenheit der Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik.

    -Die Gewerkschaften, fast 44 Prozent ihrer Mitglieder waren arbeitslos, sahen sich in der Defensive. Ihre Vorstände wollten sich selbst dem Kabinett Hitler noch als unpolitische Fachvereine zur Vertretung ausschließlich beruflicher Interessen andienen. Der misstraute ihnen jedoch. Er brauchte sie auch nicht, wohl aber ihre Mitgliederbasis. Der Integration der Arbeiter in die nationalsozialistische „Volksgemeinschaft“ maßen die Nationalsozialisten höchste Priorität zu, eine Schlüsselrolle hierbei sollte die Maifeier 1933 einnehmen. Mitte April 1933 notierte Goebbels in „Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei“: „Den 1. Mai werden wir zu einer grandiosen Demonstration deutschen Volkswillens gestalten. Am 2. Mai werden dann die Gewerkschaftshäuser besetzt. Gleichschaltung auch auf diesem Gebiet (…). Es wird vielleicht ein paar Tage Krach geben, aber dann gehören sie uns.“ Im April 1933 erklärte Hitler den 1. Mai zum „Feiertag der nationalen Arbeit“. Siehe: http://www.dgb.de/dgb/geschichte/erstermai/geschichte1mai/index_html#cstart1

    Und selbst beim Tierschutz reden Sie Quark! Pardon, muss mal gesagt werden!
    „Gesetzlicher Tierschutz
    In England wurde 1822 das erste Tierschutzgesetz erlassen und schützte Pferde und Großvieh vor Misshandlungen.

    Am 15. Mai 1871 wurde erstmals in Deutschland im Reichsstrafgesetzbuch (§360 Nr. 13) mit Strafe bedroht, der „öffentlich oder in Ärgerniß erregender Weise Thiere boshaft quält oder roh misshandelt.”.

    Seit dem 24. November 1933 gibt es ein Reichstierschutzgesetz. Dieses wurde an 24. Juli 1972 durch ein neues Tierschutzgesetz für die Bundesrepublik Deutschland abgelöst. Dieses Tierschutzgesetz wurde mehrfach überarbeitet, das jetzt gültige Gesetz ist seit dem 1. Juni 1998 in Kraft.

    Im BGB §90 a wird seit 1990 ausdrücklich festgestellt, dass Tiere nicht, wie bis dahin, als Sachen, sondern als lebende Wesen anzusehen sind.“
    http://www.tierfreunde-landshut.de/10.Tierschutz/index.html
    - Soviel dazu -

  8. 8 check it! 12. Oktober 2008 um 22:52 Uhr

    egotronic sind vieles aber musikalisch nicht grottig ;) … da finde ich viel HC bands schlimmer :P

    @AN
    das wort propaganda kennst du wohl. in diesem kontext sind auch die „tierschutzgesetze“ der nazis zu sehen. das leid der tiere war ihnen ziemlich egal, es gab halt gute presse.

    ähnlich die sachlage beim 1. mai. die ersten maidemonstrationen kamen aus der arbeiterbewegung. nur weil die nazis es als feiertag verankert haben bedeutet das nicht das ihr das auch erfunden habt. und nein, die arbeiterbewegung war ganz sicher nicht euer ding. als sie größer und gewichtiger wurde, wurde gezielt eine nationale strömung gefördert damit es den bossen nicht an den kragen ging. oder warum sollten konzerne wie krupp und siemens millionen an die nsdap spenden ? sicher nicht weil sie sozialisten waren, sondern weil klar war das ihre profite unter den nazis nicht schrumpfen würden.

  9. 9 AN 12. Oktober 2008 um 23:00 Uhr

    […]

    also, sportsfreund. werbung für die NSDAP betreiben und schönschreibe wegen tierrechte, auch in diesem fall. sie kamen auch in diesem beitrag nicht weg von den angeblich positiven seiten nazideutschlands. SA-schlägertrupps misshandelten und ermordeten menschen, hitler legte die grundsteine dafür, halb europa in schutt und asche zu legen nebst 50 bis 60 mio. zu beklagenden toten, menschen wurden vergast…aber sie arbeiten den tierschutz in nazideutschland hier kleinkariert auf, wobei sie doch eigentlich mir vorwarfen, vom thema (musik) abzuschweifen… mik ps. thema tierschutz ist dicht.

  10. 10 Carsten 13. Oktober 2008 um 16:24 Uhr

    Na, das ist doch mal herrlich… besser mies geklaut, als saumies selber gemacht?
    Dann steht einer doitschen Sektion der unsäglichen conservative-punk „Bewegung“ ja nichts im Wege…

    Was geistige Tiefflieger wie die Herrn Dave Smalley, Johnny Ramone, Michael Graves oder auch die Slapshot-Dumpfbirne so ablassen, das könnte zum Teil auch von ‚unseren‘ braunen Einzellern stammen…

    Da gilt es ja vor der Bühne mal den einen oder anderen Seitenblick mehr zu riskieren, wer sich da so um einen rumtreibt…

  11. 11 Vorname Nachname 13. Oktober 2008 um 23:55 Uhr

    Ich habe mal ein Referat über Rechtsrock gehalten und so ein paar Bands der Szene kennengelernt. Ich kann ehrlich gesagt nicht der Aussage zustimmen, dass diese Bands musikalisch schwach sind.
    Vor allem Bands wie Nordfront, Stahlgewitter, Landser oder Division Germania waren musikalisch gesehen relativ anspruchsvoll (wenn man das jetzt mit Bands wie Dream Theater u.ä. vergleicht natürlich nicht, aber im Vergleich mit bekannten Punk- bzw. Hatecore-Bands auf jeden Fall) , was die Texte betrifft ist wohl etwas anderes.
    Die Melodien gefielen mir teilweise sogar ziemlich gut ;)

    PS: Wen interessiert die Tierschutzpolitik im dritten Reich? Erinnert mich irgendwie an das ironisch schlechte Argument mit Hitler und den Autobahnen..;)

  12. 12 Klar, Mann? 25. Februar 2009 um 15:32 Uhr
  13. 13 Klar, Mann? 26. Februar 2009 um 9:56 Uhr

    Na, wenn das keine Klage nach sich zieht – ne „Zeckendemo“ mit Hardcore-Transparent bei Protesten gegen den NPD-Saar-Aschermittwoch:

    saar

  14. 14 Klar, Mann? 24. März 2009 um 13:43 Uhr

    Neues (bzw. Sammelthema mit altem) zum Rechtsstreit Hardcore vs. Nönazi und zurück:

    http://www.ox-fanzine.de/web/neo-nazi_versucht.327.html

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