Geschichte: Als die Synagoge brannte – Aachen im November 1938

Aachen. Unter dem Titel „Als die Synagoge brannte – Aachen im November 1938“ veranstaltet die VHS einen Vortrag mit Bildern, eine Lesung und Gespräche: Am Abend des 9. November 1938 wurde wie überall in Deutschland die Synagoge in Brand gesteckt, wurden jüdische Geschäfte geplündert und demoliert. Ein Anschlag auf einen deutschen Botschaftsmitarbeiter in Paris hatte den Nazis die willkommene Gelegenheit zum Losschlagen gegeben. An diesem Abend wird den Ereignissen von damals nachgegangen, mit zeitgenössischen Texten und Bildern wird der Weg von Ausgrenzung und Entrechtung bis hin zu Brandstiftung und Mord nachgezeichnet. VHS, Peterstraße 21-25, Forum. Donnerstag, 23. Oktober, 19.30 Uhr. Keine Teilnahmegebühren.

Mit diesem Vortrag wird zugleich folgende Ausstellung eröffnet: „Es geschah in Aachen – Aufbau. Zerstörung. Neubeginn“ wird vom 23. Oktober bis 30. November zum 70. Gedenktag der Synagogenbrandstiftung zu sehen sein: Wenn auch Menschen jüdischen Glaubens seit der Zeit Karls des Großen in Aachen lebten, erreichten sie ihre rechtliche Gleichstellung erst im 19. Jahrhundert. 1864 errichtete die Jüdische Gemeinde ihre Synagoge am Promenadenplatz. Auch wenn es damals schon Antisemitismus gab, lebten die jüdischen und christlichen Aachener in guter Nachbarschaft. Mit der Machtübernahme durch die Nazis 1933 änderte sich die Lage der jüdischen Bevölkerung von Grund auf. Der Antisemitismus wurde nun von staatlicher Seite betrieben. Ausgrenzung und Entrechtung folgten.

1938 erreichte diese Politik einen ersten Höhepunkt in der Pogromnacht vom 9./10. November. Überall in Deutschland wurden die Synagogen in Brand gesteckt und jüdische Geschäfte geplündert – so auch in Aachen. Den Schlusspunkt fand der Antisemitismus der Nazizeit in der Deportation und Ermordung der jüdischen Bevölkerung in Europa, darunter auch hunderte Opfer aus Aachen. Nach dem Sieg über das Naziregime kamen erst sehr langsam wieder Juden nach Aachen (zurück). 1956 errichteten sie in der Oppenhoffallee wieder eine Synagoge.

1995 schließlich entstand am Promenadenplatz, dort wo einst die in der Pogromnacht die Synagoge abbrannte, ein neues jüdisches Gotteshaus. Die Ausstellung dokumentiert Bildern, Dokumenten und Texten schwerpunktmäßig die Ereignisse um die Brandstiftung und Zerstörung der Aachener Synagoge in der Pogromnacht vom 9. November 1938, darüber hinaus aber auch die Entwicklung des nazistischen Antisemitismus vom „Boykott-Tag“ 1933 bis zu den letzten Deportationen aus Aachen in die Vernichtungslager 1944. Sie gibt aber auch einen kleinen Rückblick auf die Zeit vor der NS-Diktatur und einen Ausblick auf die Zeit nach 1945. VHS, Peterstraße 21-25, Raum 241, Forum. Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei. [Textquellen: redigierte VHS-Infos]


1 Antwort auf “Geschichte: Als die Synagoge brannte – Aachen im November 1938”


  1. 1 Peter 15. Oktober 2008 um 23:50 Uhr

    Wir schulden unseren jüdischen Mitbürgern noch sehr viel, neben finanziellen Mitteln, denke ich vor allem eine gehörige Portion Respekt!

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