Rechts: NPD will gegen Moschee-Neubau in Aachen agitieren

Aachen/Bochum. Nachdem der Aachener Stadtrat grünes Licht für den Neubau der Moschee im Ostviertel gegeben hat [1], wollen Neonazis und NPD offenbar verstärkt Stimmung gegen die Baupläne machen. Nachdem das berüchtigte Hetz-Portal „Altermedia“ unlängst über die angebliche „Mega-Moschee auch für Aachen“ berichtete, hat der Landesverband der NPD am Wochenende mitgeteilt, gegen das Bauvorhaben agitieren zu wollen. „Schon in den nächsten Tagen werden wir die Bürgerinnen und Bürger in Aachen über den Neubau einer Großmoschee aufklären. Wir werden den Protest in Aachen organisieren und dem Widerstand eine Stimme geben,“ zitiert eine aktuelle Pressemitteilung der NPD den Landeschef Claus Cremer, ohne konkreter auf die anstehenden Aktionen einzugehen. Somit könnten Aachen und der Region neben dem vorerst verbotenen Aufmarsch am 8. November weitere Neonazi-Aktionen drohen. [© Klarmann]

[1] Agentur-Bericht


22 Antworten auf “Rechts: NPD will gegen Moschee-Neubau in Aachen agitieren”


  1. 1 Uwe 26. Oktober 2008 um 20:26 Uhr

    Hier im Viertel werden sie damit auf wenig Gegenliebe stoßen.

  2. 2 Aachener 26. Oktober 2008 um 21:41 Uhr

    Heute waren die Vertreterinnen und Vertreter der Moschee im Ostviertel auf dem Tag der Integration im Geschwister-Scholl-Gymnasium vertreten und stießen sowohl bei den Besucherinnen und Besucherinnen – egal ob deutscher oder nichtdeutscher Abstammung – auf breite Zustimmung.

    Das Gleiche galt für antifaschistische Flugblätter, die am Infostand des Antifaschistischen Aktionsbündnisses Aachen auslagen und die zum Protest gegen den – zurzeit verboteten – Naziaufmarsch am 8. November um 10:00 am Aachner Hauptbahnhof aufriefen.

    Ich glaube also auch, daß sich die NPD mit ihrem Anti-Moschee-Protest nicht nur im im Aachener Ostviertel sondern in ganz Aachen nur wenig Freunde macht …

  3. 3 Kommunalpolitiker 26. Oktober 2008 um 21:46 Uhr

    Warum hat die NPD ihre Agitation eigentlich nicht dann gemacht, als die Bürgerinnen und Bürger Anregungen zum Bauprojekt machen konnten. Es ist doch komplett dämlich erst nachdem die Bürgerbeteiligung vorbei ist, damit anzufangen.

    was ist bei menschen logisch, die ihren (zwanghaften) ausländerhass dergestalt ausleben (müssen)? abgesehen davon: denke, die NPD-aachen wollte das thema gar nicht behandeln, aber nun, wo eine reitzende demo probleme bekommt, will man aachen anderweitig beeindrucken und oelze probleme bereiten. weniger von den oecher NPD-lern, indes abermals von einigen aktionistisch veranlagten dritten… mik

  4. 4 Peter 27. Oktober 2008 um 0:59 Uhr

    Die NPD setzt auf eine Nische!

    Die NPD setzt auf eine Nische im Dialog zwischen Bürger, Moschee und Lokalpolitik, genau wie Pro Köln!
    Dabei geht es beiden Parteien nicht wirklich um den Islam, sondern lediglich darum, einen Moscheebau zu verhindern und agitativ Ausländerhetze zu betreiben.

    Am 11.09.2007 war eine Bürgeranhörung in der Moschee, zugegen nur Lokalpolitiker und einige Bürger.
    Dummerweise legte man den Termin noch auf den 11.09, also genau auf jenem Tag als der Anschlag auf das World trade Center passierte…
    Einen besseren Termin hätte man diplomatisch wirklich nicht finden können.
    Ansonsten war Schweigen in der Presse! Kritische Fragen wie Arbeitsgruppen in der moschee homosexueller Muslime, Finanzierung, die türkische Gemeinde und der türkische Staat, wie steht die türkische Gemeinde zum Holocaust an den Armeniern oder auch die Finanzierung wurden nicht angesprochen.

    Auch die gemeinnützigen Tätigkeiten die wirklich geleistet wurden in den letzten Jahren wurden nicht veröffentlicht.

    Gerade das was Mik anspricht ist die Gefahr!
    Pro Köln wird hier keinen Fuß fassen, die NPD genauso wenig!
    Aber das braune Fußvolk vom Typus der Kameradschaften und freie oder autonomer Nationalisten wird hier versuchen, einen geistigen Flächenbrand zu legen.

    Damit eines klar ist; ich befürworte die Moschee, erwarte aber auch, das man in dem neuen Komplex, der ja nicht nur einen Gebetsraum umfasst, auch offen gegenüber Randgruppen ist und kritische Fragen auch öffentlich beantwortet.

  5. 5 Peter 27. Oktober 2008 um 9:50 Uhr

    Der auch evtl. kritische Dialog mit der DITIB türkische Gemeinde Aachen muss durch die legitim gewählten Lokalpolitiker und den Bürgern mit der DITIB hier in Aachen geführt werden. Dabei sollte man nicht aus „diplmatischen Gründen“ Themen unter den Tisch kehren!
    Werden Themen durch die Lokalpolitiker gewollt unter den Tisch gekehrt, werden die Ultrarechten direkt mit „politischen Futter“ versorgt. Ich hoffe, das unsere Lokalpolitiker hoffentlich wissen, das es bei den Braunen auch Experten gibt, denen es zwar nicht ums eigentliche Thema geht, aber geschickt daraus einen Mantel stricken um gegen Ausländer zu hetzen.

    Die Lokalpolitik muss sich in die Lage versetzen, trotz Integrationsbemühungen auch kritische Fragen und Dialoge zu führen, eben auch solche, die nicht ins Bild der DITIB passen, damit den Braunen hier das Wasser abgegraben wird.

  6. 6 Peter 27. Oktober 2008 um 9:53 Uhr

    @ Kommunalpolitiker :
    Was für eine Frage!
    Auch Bürgern des normalen konservativen Lagers wurde „Schweigen“ auf kritische Fragen entgegen gebracht (beweisbar!)

    Die Partei Die Linke hat aber vor der Genehmigung des Moscheebaus einen Fragenkatalog zugestellt bekommen. Ob diese Fragen öffentlich beantwortet werden bleibt abzuwarten!

  7. 7 Volker 31. Oktober 2008 um 13:59 Uhr

    Ich finde es sehr schade und dramatisch, daß man genau dieses Thema den Rechten überläßt. Jedem, der sich kritisch mit der Ideologie Islam und dem real existierenden Islam beschäftigt wird sehr schnell klar, daß es gewisse Wesenzüge zwischen der Weltanschauung Islam und dem rechten, beziehungsweise völkischen Gedankengut gibt. Diskriminierung, Bedrohung und Vernichtung Andersdenkender ist sowohl im Islam als auch bei den Rechten elementar. Ich kann nur jedem empfehlen sich mit dem Koran, also dem Grundlagenbuch des Islams auseinander zu setzen und zu erforschen welcher Ideologie wir in unserem Land den Boden bereiten. Es geht nicht darum eine friedliche Religion die laut Artikel 4 unseres GG frei ausgeübt werden darf zu verteidigen, denn meiner Überzeugung nach gehört der Islam nicht zu einer dieser Religionen. Es geht viel mehr darum sich ein objektives Bild über den Islam und seinen Grundwerten zu verschaffen um wirklich abschätzen zu können was man dort unterstützt, wenn man offen bekennt einen Moscheeneubau gut zu finden. Es ist meines Erachtens in der breiten Öffentlichkeit nicht ansatzweise bekannt, welches Gedankengut in einer Moschee Verbreitung findet und ob dieses Gedankengut mit unserer Verfassung vereinbar ist. Daher sollte jeder – auch Sie Herr Klarmann – prüfen ob und wie man sich zu diesem Moscheebau stellt.
    Im angekündigten Protest der NPD sehe ich viel mehr ein Scheingefecht was sich vorrangig gegen Ausländer richtet und weniger die Einsicht, daß man mit dem Islam aufgrund seines menschenverachtenden Gedankengutes in besonderer Weise verfahren sollte. Die NPD versucht schlichtweg die Lücke propagandistisch zu schließen, die unsere demokratischen Parteien offen lassen. Ich wünsche mir viel mehr, daß alle demokratischen Kräfte in unserem Land klar Stellung gegen die undemokratischen und unmenschlichen Tendenzen beziehen, die der Islam als Ideologie mit sich bringt. Es nutzt unserer Gesellschaft nichts wenn wir uns im Falle des Moscheeneubaus auf die Seite des Islams schlagen, nur aus dem Grund heraus, daß die Rechten dagegen zum Protest aufrufen. Natürlich soll man diesen NPD-Protest der Rechten klar als das darstellen was er ist, nämlich eine üble Kampanie um allgemein und undifferenziert gegen unsere ausländischen Nachbarn zu hetzen.
    Leider ist es bei uns inzwischen zur Kultur geworden unreflektiert alles zu befürworten, wogegen diese Rechten sind, auch wenn sie es nur als Mittel zum Zweck machen. Das ist eine Falle in der wir gerade im Bezug auf den Islam zu gerne tappen. Um sich einen Eindruck zu verschaffen welche Iseologie man mit einem Moscheeneubau unterstützt ist es hilfreich sich die Staaten anzuschauen, die den Koran und die Sharia als Grundlage ihrer Verfassung haben. Es ist zugegeben kein einfaches Thema dem Islam auf den Grund zu gehen, aber für Demokraten und Antifaschisten eigentlich Grundlage für eine Entscheidung, wie man mit dem Islam weiter verfährt. Ich bin der Meinung, daß Kampf gegen Faschismus und rechtes Gedankengut auch die kritische Auseinandersetzung mit dieser spirituell gefärbten Ideologie beinhalten muß.

    wenn sie sich einmal mit mir über „den islam“ unterhalten haben oder meine kommentare zum thema gelesen hätten, dann wüssten sie, wie ich zu islam, islamismus, islamischen extremismus/fundamentalismus und einer differenzierung bei all diesen begriffen/bewegungen stehe. was auffällt ist jedoch, dass sich rechte islamkritiker meist mit den gemäßigten, eher weltoffeneren gemeinden beschäftigen, und das weniger deswegen, weil parteien wie NPD, REP oder „pro NRW“ für menschenrechte kämpfen würden, sondern nur deswegen, weil deren angebliche „groß-“ und „megamoscheen“ zu populistischen kampagnen (alias einer reinen selbstdarstellung solcher hetz-parteien) quasi einladen. um verschiedene moscheen, die tatsächlich vom verfassungsschutz beobachtet werden oder hinterhof-gemeinden, die tatsächlich einen radikalen islamismus predigen und etwa frauen (entgegen unseren wertevorstellungen) unterdrücken, sind jenen rechtspopulisten und rechtsextremen ausländerfeinden meist nicht „groß“ genug. zu hinterfragen ist es überdies, warum manche parteien und gruppen der extremen rechten in deutschland den islam generell verteufeln, aber islamistischen regimen (iran) oder terrorgruppen (hamas/hisbollah) ihre solidarität erklären. in einem satz: rechte/nazis kämpfen (entgegen vieler ihrer gegner zwischen antifa und schramma) für ihre eigene popularität, aber nicht für menschenrechte – denn die wollen sie ja abbauen. mik

  8. 8 Volker 31. Oktober 2008 um 16:16 Uhr

    Ihre Antwort bringt es doch genau auf den Punkt. Rechte Gruppierungen nutzen den in Aachen und auch anderswo geplante Moscheeneubauten nur für ihre Hetze gegen Ausländer. Sie stoßen damit in einen Raum, der von den demokratischen Kräften nicht, oder nur unzureichend ausgefüllt wird. Eine offene und ehrliche Diskussion über die Ideologie Islam wird in demokratischen Kreisen gemieden. Ich gebe Ihnen auch Recht, daß die Rechten sich natürlich gezielt auf die größten Projekte stürzen um eine möglichst breite Masse auf ihre Seite zu ziehen. Ich habe die große Befürchtung, daß sie damit auch einen gewissen Erfolg erzielen werden, da die Bürger sich zunehmend von den Volksparteien im Stich gelassen fühlen. Gerade im Kreis Aachen kann man diesen unheilvollen Effekt sehr gut beobachten und ich befürchte, daß im anstehenden Wahljahr die rechten Parteien die Ernte ihrer Hetze zu ihrer vollen Zufriedenheit einfahren werden.
    Wogegen ich Ihnen widersprechen möchte ist Ihre Einschätzung, daß die Rechten die von Ihnen als weltoffen und gemäßigt bezeichneten Gemeinden bevorzugen. Das ist in Berlin Heinersdorf beim Bau der Ahmadiyya-Moschee eben nicht der Fall gewesen. Ich denke nicht, daß aus den rechten Kreisen dort eine Differenzierung stattfindet, sondern nur und ausschließlich der Bekanntheitsgrad des Bauvorhabens eine Rolle spielt. Ich halte eine Differenzierung bezüglich der unterschiedlichen Richtungen im Islam auch nicht für maßgeblich. Wichtig ist für mich die Ideologie die hinter diesem Glauben steht und gegen die ich mich stemmen möchte. Unabhängig davon ob die Vertreter dieser islamischen Richtung sich gemäßigt oder vordergründig als weltoffen darstellen, die Grundlagen ihres Gedankengutes ist die gleiche. Ich vermisse gerade aus den Kreisen der Antifa den Willen sich ernsthaft und hintergründig mit dem Thema zu beschäftigen. Sie mögen den Islam mit kritischen Augen betrachten und das freut mich auch, aber im Allgemeinen ist es ungeheuer schwer mit ansonsten aufrechten Demokraten eine notwendige Debatte über dieses Thema zu führen.
    Ansonsten sehe ich es so ähnlich, wie Sie es geschrieben haben.

  9. 9 Peter 01. November 2008 um 19:59 Uhr
  10. 10 Reiner Hohn 02. November 2008 um 16:33 Uhr

    In die Zukunft gedacht…
    Wir Christen haben uns viele schöne Kirchen erbaut. Dummerweise hat das Interesse an Religion bei Christen in den letzten Jahrenzehnten aber ganz stark nachgelassen.
    Ich selber war seit der Taufe meiner Tochter (vor über 20 Jahren) zum letzten Mal in einer Kirche und ich kenne überhaupt niemanden mehr, der noch in die Kirche geht.
    _
    Kirchen stehen derzeit häufig leer. Unsere schöne Josefskirche auf dem Adalbertsteinweg ist eine Lagerstätte für Urnen geworden. Mindestens eine Kirche wurde schon zu einem Einkaufszentrum umgebaut. Leere Kirchen werden heutzutage als Tonstudio für Musikaufnahmen mißbraucht.
    Will sagen:
    Unsere muslimischen MitbürgerInnen werden bei fortschreitender Integration und fortschreitender Bildung und Wohlstand genauso religionsmüde wie wir Christen.
    _
    In Aachen gibt es in der Professor-Pirlet-Straße bekanntliche eine schöne Moschee mit einem hübschen Minarett und was so dazu gehört. Diese Moschee ist kapazitätsmäßig für 500 Männer und 100 Frauen ausgelegt.

    Wenn die Religiosität unserer ca. 7600 türkischen Aachener Mitbürger, allesamt Beispiele für gelungene Ingetration, sich so entwickelt wie bei Christen, dann reicht diese eine Moschee.
    Wir brauchen dann keine zweite Moschee in Aachen,
    die (wie eine christliche Kirche) in (?) Jahren nur von ein paar alten Leutchen besucht wird.
    Besser, es wird keine zweite große Moschee in Aachen gebaut, als wenn EINE VON BEIDEN in 25 Jahren zum Supermarkt oder oder zum Kino gerückgebaut wird.
    Wir brauchen keinen Moschee-Neubau im Ostviertel.
    EINE repräsentative und große Moschee haben wir schon in Aachen, und zwar seit 1967 ! (Jahr der Fertigstellung)
    Und die reicht langfristig aus.

    ach was. es gibt ja auch kath. und evgl. kirchen in aachen und ich denke, verschiedene glaubensrichtungen gibt es auch bei den muslimen. man stelle sich vor: der alte mann in rom müsste (mangels kirchen) den evangelen (oder gar den „bibelforschern“…) erlauben, an der katholischen christmette teilzunehmen… herr im himmel! aachen hat deswegen bis heute einige moscheen, manche aber unerkannt… mik

  11. 11 Peter 02. November 2008 um 19:46 Uhr

    @Reiner Hohn ;

    Ich denke die letzten Jahre haben gezeigt, das die Bilal Moschee (wird hauptsächlich von Arabern besucht) und die neue DITIB Moschee der türkischen Gemeinde 2 völlig verschiedene Welten sind! Seit ich mich hier in Aachen mit dem Islam befasse, haben Türken fast nie die Bilal Moschee besucht und ich denke aus gutem Grunde. Immerhin fiel die Bilal Moschee damit auf, das hier Extremisten der ägyptischen und syrischen Moslembruderschaft ei und ausgingen. Bis heute ist die Bilal Moschee eine von 2 Moscheen, die im Visier der Sicherheitsbehörden stehen! Ich verweise diesbezüglich auf die einschlägige Literatur der Verfassungsschutzorgane.

    Es wäre nicht anzuraten, den Bau der DITIB Moschee zu verhindern, da ansonsten den gemässigten Muslimen keine Alternative geboten würde.

    Im übrigen, keine Bange! Es wird keine Moschee zurück gebaut, da die Bilal Moschee mit großen Finanzspritzen aus der saudischen Welt versorgt wird und die DITIB Gemeinde durch den türkischen Staat, sprich dem Amt für Religonsangelegenheiten personell und finanziell unterstützt wird.

    Es kann nur von Vorteil sein, wenn sich Spreu und Weizen selber trennt und unsere Demokratie mit Hilfe mehrerer Moscheen den islamischen Extremismus aushöhlt.

    In diesem Vorgehen sehe ich auch den Vorteil, das wir den Braunen keinen weiteren politischen Deckmantel anbieten.

  12. 12 Peter 02. November 2008 um 19:48 Uhr

    @Reiner Hohn ;
    Die zweite Moschee die durch den Verfassungsschutz beobachtet wird ist die von Milli Goeruz.

  13. 13 Peter 02. November 2008 um 19:50 Uhr

    @Reiner Hohn ;

    Insgesamt haben wir 5 Moscheen in Aachen!

    Die DITIB braucht eine neue Moschee, da die alte nur eine Bretterbude war!

  14. 14 Peter 03. November 2008 um 1:16 Uhr

    @mik;
    In Ihrer Aussage; „ach was. es gibt ja auch kath. und evgl. kirchen in aachen und ich denke, verschiedene glaubensrichtungen gibt es auch bei den muslimen.“; gebe ich Ihnen 100%ig Recht!

  15. 15 Volker 03. November 2008 um 11:42 Uhr

    @Peter
    Es fällt mir schwer auch nur ansatzweise Ihre optimistischen Vorhersagen zu teilen. Ich kann nicht erkennen wie mit weiteren Moscheen der islamische Extremismus ausgehöhlt werden kann. Die Ideologie die in den Moscheen gepredigt wird, ist ein und die gleiche Weltanschauung.
    Natürlich gibt es Anhänger dieser Religion – und ich behaupte mal daß es der größte Teil ist – die den völkischen und menschenverachtenden Anteilen des Islams äußerst kritisch gegenüber stehen und nach der strengen Auslegung des Korans selbst Diskriminierungen von islamischer Seite zu erwarten haben, aber das ändert nichts an der grundlegenden Ausrichtung des Islams. Diese Menschen hatten nie die Möglichkeit sich für oder gegen den Islam zu entscheiden. Die strategische Ausrichtung dieser Ideologie läßt den Hineingeborenen nicht die Möglichkeit ihre Spiritualität so auszuleben, daß sie selbst entscheiden wie sie mit dem Glauben umgehen wollen. Daher gibt es auch nach meiner Überzeugung keine gemäßigten Moscheen. In ihnen wird immer der Islam gepredigt und für mich ist selbst der angeblich gemäßigte Teil der islamischen Glaubenslehre eine untragbare Weltanschauung.
    Ich betrachte diese Religion als eine Ideologie mit starken faschistischen und völkischen Zügen und damit bin ich nicht allein. Und ähnlich wie bei rechten Ideologien möchte ich nicht die angeblich gemäßigteren zulassen. Das ist so ähnlich, als würden wir versuchen mit einer Stärkung von Pro NRW die rechtsextremen Tendenzen in der NPD zu schwächen und daher den Aufbau von Parteibüros dieser Pro-Gruppierung unterstützen würden.
    Und des Weiteren bezweifele ich, daß die DITIB wirklich eine Organisation ist, die man als gemäßigt bezeichnen kann. Sie untersteht zu 100% des türkischen Präsidiums für Religionsangelegenheiten, welches wiederum direkt dem türkischen Ministerpräsident (Das ist aktuell der Mann, der bereits wegen islamistischen Umtrieben und Volksverhetzung im Gefängnis gesessen hat) untersteht. Erdogan war selbst Mitglied der Milli Görüs-Bewegung, deren Moscheen hier in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet werden (wie Sie selber erwähnt haben) und leitet jetzt die Geschicke der DITIB. Das die DITIB nicht vom Verfassungsschutz beobachtet wird halte ich für eine Fehlentscheidung und ich kann sie mir nur so erklären, daß man diplomatische Verstimmungen zwischen Deutschland und der Türkei gar nicht erst aufkommen lassen möchte.
    Ich bin der Überzeugung, daß wir den Rechten um so mehr Futter bieten, um so weniger wir von der denokratischen Mitte unseres Landes dem Islam und seinen unmenschlichen Tendenzen einhalt gebieten. Jeder Wähler, der aus Verzweifelung und dem Gefühl mit seinen Sorgen allein gelassen zu werden die rechten Parteien wählt ist einer zuviel. Die Menschen merken daß es nicht richtig sein kann hier eine Moschee nach der anderen zu bauen, auch wenn das oftmals eher intuitiv bedingt ist als mit wirklichen Fakten untermauert. Nur wenige beschäftigen sich ernsthaft mit dem Islam und der Bedrohung die daraus unserer freiheitlich demokratischen Ordnung droht, doch in weiten Teilen der Bevölkerung festigt sich die Überzeugung, daß der Islam eben keine friedliche Religion ist, so wie uns jahrelang von allen Seiten eingeredet wurde. Ich selbst lebe in einer Stadt im Kreis Aachen, in der die Stimmen für die Rechten stetig von Wahl zu Wahl steigen. Dagegen etwas zu unternehmen wird um so schwieriger um so mehr die islamische Community Unterstützung erfährt. Jede weitere Moschee kann man fast in Prozentpunkten für die Rechten umrechnen. Leider differenzieren die Menschen nicht mehr wenn sie unmittelbar vor ihrer Haustüre erleben, daß beispielsweise Milli Görüs Straßenfeste organisiert und Mandatsträger der demokratischen Parteien zusammen mit diesen Verfassungsfeinden Mohammeds Geburtstag feiern. Alleine eine einzige dieser Veranstaltungen überzeugt wieder Dutzende davon sich den Braunen zuzuwenden. Das kann es doch nicht sein.
    Kurzum, wer die Moscheevereine und den Bau neuer Moscheen stärkt der stärkt nicht nur die Verbreitung des islamischen Gedankengutes, sondern stärkt damit auch die rechten Parteien. Wir sollten nicht den Fehler begehen und den Islam nicht als Bedrohung sehen, nur weil es eine fremde Religion ist und wir dazu neigen alles Fremde sofort zu tolerieren. In diesem Fall ist es eben nicht anzuraten.

    ich überlege mir gerade, ihren beitrag als analogie umzusetzen: wie hätte wohl „der moslem“ von „uns“ gedacht, als kreuzzüge und inquisition stattfanden? zudem verstehe ich nicht, warum sie a.) muslimen nicht zugestehen, ihren glauben tolerant und menschlich auszuleben, und b.) dialog ablehnen. nur ein dialog und gegenseitiger respekt (bzw. das gegenseitige kennenlernen) mit anderen fortschrittlichen kreisen bringen fortschritte für das tolerante miteinander! indem sie das ablehnen, stellen sie sich ebenso außerhalb der heutigen gesellschaftlichen werte, wie jene menschen, die sie oben zum teil angreifen bzw. angreifen wollen. hätten die alliierten nach ende des zweiten weltkriegs und den erfahrungen mit hitler-deutschland so gedacht, wäre deutschland heute übrigens rückständiger, als „der moslem“… überdies halte ich es für problematisch, wenn man sagt, jede den muslimen gereichte hand oder jeder moschee-bau stärke die recht(sextrem)en parteien. und ob wir sofort alles „fremde“ tolerieren? in einem land, dass um 1980 noch punks ins KZ stecken und vergasen wollte [1]… mik

    [1] lesen sie dazu vielleicht die langzeilen:

    http://www.ox-fanzine.de/interviews/rid/2499/ftcol/klarmann/interview-punk_in_der_ddr-einl.26.html

    http://www.ox-fanzine.de/interviews/rid/2508/ftcol/klarmann/interview-punk_in_der_ddr-die_.26.html

  16. 16 Religionskritiker 03. November 2008 um 12:25 Uhr

    Vielleicht kann man sich ja auch einfach auf Wiglaf Droste einigen, der zum Thema Humanismus folgendes schrieb:
    „Und solange hierzulande das Christentum toleriert wird, muss auch der Mullah mit Schlafrock, Knebelbart, Zwiebelmütze und Scheiße im Kopf durch die Straßen flanieren und ohne Gemurre von Deutscher Seite seinen dummen Verrichtungen nachgehen dürfen. Schwierig nur diese Position zu halten. Aber wer sagt denn das Humanismus leicht sein muss“.

  17. 17 Volker 04. November 2008 um 10:00 Uhr

    […]

    wissen sie: das schlimme an ihren ausführungen ist, dass sie nicht schlimm klingen, es aber dennoch sind. sie vergleichen den islam generell und ohne unterschied zu den einzelnen glaubensrichtungen bzw. reformkreisen immer (weiter) mit faschismus und der nazidiktatur, sie bauschen (eigentlich) alle muslime (ohne unterschied, sozialer herkunft und abstammung) zu menschen auf, die unsere gesellschaft systematisch unterwandern und zerstören wollen. ich denke, bevor wir uns nun noch hundert mal im kreis drehen, lassen wir es daher lieber sein. ihre tatsächlich sehr schlauen ausführungen erinnern mich im kern eher daran, dass sie den islam in gänze nur als eine „fremdreligion“ ansehen – und sie zwar eine intelektuell sehr fein verpackte, aber tatsächliche doch echte fremdenfeindlichkeit verbreiten. ähnlich wie „pro NRW“ geben sie vor, das grundgesetz gegen „den islam“ zu verteidigen, missachten dabei aber tatsächlich kerninhalte des grundgesetzes. mik

  18. 18 Volker 04. November 2008 um 11:50 Uhr

    Ich habe eigentlich erwartet, dass Sie besonnener mit abweichenden Meinungen umgehen. Es ist natürlich Ihr gutes Recht Beiträge und Kommentare in Ihrem Blog nicht, oder nur teilweise zu veröffentlichen. Es zeigt allerdings, wie wenig Sie bereit sind sich mit Argumenten zu beschäftigen die nicht Ihrer Meinung entsprechen. Allerdings noch schlimmer ist es Beiträge zu kommentieren die Sie erst gar nicht veröffentlichen. Sie bemerken nicht, welche Mittel Sie da anwenden, oder?
    Ihre Unterstellungen, dass ich Fremdenfeindlichkeit verbreiten möchte und mit meinen Argumenten Pro NRW ähnele sind – verzeihen Sie die drastische Formulierung – haltlos, dumm und sogar unverschämt. Ich muß das schon in dieser Deutlichkeit sagen, da Sie offensichtlich nicht davor zurückschrecken eine Abweichende Meinung zu diesem Thema derart zu diffamieren in dem Sie diese anderen unzugänglich machen, aber sich anderseits mit Ihrem Kommentar auf das zu hohe Roß des edlen Verteidigers unserer Grundrechte aufschwingen wollen. Dennoch scheint Ihnen der Mut zu fehlen direkt auf meine Argumentation einzugehen. Wie glaubhaft ist Ihr gesamtes Anliegen wirklich? Geht es Ihnen wirklich um unsere Demokratie unsere Verfassung und den Erhalt unserer pluralistischen, liberalen und humanistischen Gesellschaft? Für Ihren Einsatz gegen die rechte Gesinnung und deren Umtriebe können Sie sich meiner vollen Bewunderung gewiss sein. Ich finde es bemerkenswert mutig, daß Sie ungeachtet der ständigen Bedrohung der rechten Gruppen Ihren Standpunkt nicht verraten und sich nicht einschüchtern lassen. Für Ihren Umgang mit anderen verfassungsfeindlichen Tendenzen und Ihre Art Andersdenkende zu schneiden, enthalte ich mich lieber einer Bewertung, da sie nicht so schmeichelhaft ausfallen würde.
    Ich spare mir die Mühe Ihnen zu erläutern welche Kerninhalte der Islam hat und wie sehr diese Religion unserer Verfassung und der Menschenrechten widerspricht, da ich aufgrund Ihres Verhaltens nicht erwarte, daß Sie sich ansatzweise mit dem Islam auseinandergesetzt haben. Ansonsten kämen Sie nicht darauf, dass ich den Islam lediglich als „Fremdreligion“ –was immer das auch sein soll – ansehe. […]

    als antwort ein zitat aus ihrem kommentar, den ich NICHT frei geschaltet habe: „[…] Wir dürfen diese faschistische und totalitäre Religion nicht tolerieren, nur weil sie fremd ist. […]“ mik

    [nachtrag] dass mein vergleich mit „pro NRW“ sie erzürnt, kann ich nun verstehen, wenn denn das, was man über sie im web findet, zutrifft (wovon ich derzeit ausgehe) – denn es berührt sicher (unangemessen) ihr sonstiges parteiliches und soziales engagement. nach nochmaligem lesen ihrer älteren beiträge finde ich dennoch, dass einiges, was sie mir nun (s.o.) vorwerfen, auch an sie zurück gegeben werden könnte. genau jenes spitzte sich auch in dem (auch wegen anderer dinge bewusst) nicht frei geschalteten kommentar so zu, dass darin eben eine inhaltlich große nähe zum rechtspopulismus von „pro NRW“ steckte. auch dies sollte man, ob fachpolitiker, theologisch gebildeter oder nichts von beidem, reflektieren.

  19. 19 Peter 04. November 2008 um 14:32 Uhr

    @Volker;
    Ich muss Mik Recht geben; Ich habe versucht oben darzulegen, wieso eine Moschee der DITIB hier in Aachen sinnvoll und sogar erstrebenswert wäre, schauen Sie sich doch mal meine og. Beiträge an!

    Hinzu kommt noch, das die hier lebenden Muslime ein grundverbrieftes Recht auf Religonsausübung in Deutschland haben und durch die EU sogar legitim dieses Recht zugestanden wurde.

    Wir leben schon lange nicht mehr in einer Universallehre der katholischen Kirche, sondern haben hier in Deutschland und Europa etliche Religonen. Dies ist aber auch gut so wie es ist. Nur eine Vielfalt auf allen Ebenen eröffnet uns auch Horizonte!

  20. 20 Peter 04. November 2008 um 14:33 Uhr

    @Volker;
    Es gibt auch vereinzelt Faschisten in unseren Religonen, wie im Islam, die zum Teil weit aus schlimmer sind!

  21. 21 Volker 04. November 2008 um 15:38 Uhr

    Ich kenne derartige Reaktionen wie Ihre von vielen Menschen die sich gerade gegen Rechts engagieren. Sie sind nicht der erste mit dem ich derartige Diskussionen führe. Das Problem um dieses Thema herum lässt sich leider nicht in ein paar Worten zusammenfassen und von daher war es gewiß ein Fehler es auf diese Weise zu versuchen. Die Komplexität, die in der Weltanschauung Islam steckt und das vorgefertigte Bild das in der Öffentlichkeit vorherrscht lassen es nicht zu, daß man durch einen kurzen Meinungsaustausch den tatsächlichen Standpunkt des Gegenübers versteht. Darüber hinaus ist das Thema gerade durch den Missbrauch der Rechten, die es für ihre Hetze gegen Ausländer verwenden besonders brisant und verleitet, wie Sie wahrscheinlich unbewusst bewiesen haben, sehr schnell dazu in Klischees zu denken. Es ist mir dennoch ungeheuer wichtig hier richtig zu stellen, daß es mir nicht im Ansatz darum geht Migranten mit islamischem Glaubensbekenntnis für die Ideologie Islam verantwortlich zu machen oder sie gar deswegen auszugrenzen. Es ist mir um so wichtiger diese Menschen an unserer Gesellschaft partizipieren zu lassen. Dem Islam möchte ich dennoch keinen Raum für die Verbreitung seines Gedankengutes geben, auch wenn Sie das im Moment nicht verstehen. Es bedarf langer und ausführlicher Gespräche über den Islam, dessen Gründer und die ganzen Feinheiten die hinter der strategischen Ausrichtung des Islams stecken, um zu verdeutlichen daß nicht die Menschen aus dem Einflussgebiet des Islams eine Bedrohung darstellen, sondern der Islam als Weltanschauung. Leider ist hier nicht das richtige Forum um es dem Thema entsprechend zu behandeln. Aber Sie können sich vielleicht aus eigener Erfahrung vorstellen wie man sich fühlt, wenn man eine Bedrohung erkennt und sie belegen kann, aber von der breiten Öffentlichkeit nur ungläubiges Staunen bis hin zur Ablehnung erntet. Es ist unmöglich so viele intensive Gespräche wie nötig zu führen um das Ruder herum zu reißen. Leider können es sich die Rechten da einfacher machen. Auch wenn Sie anfangs nur plumpe Phrasen verwenden, so können sie darüber hinaus auch die Argumente von redlichen Kritikern verwenden und diese damit automatisch – ob gewollt, oder ungewollt spielt da keine Rolle – an den rechten Rand drängen, ohne das diese sich dagegen wehren können. Von unserer Öffentlichkeit wird das gerne mitgetragen. Siehe Ralph Giordano. Auch wenn die Rechten seine Argumente missbrauchen, so sind sie dennoch nicht falsch. Er hat den Mut weiter seine Argumente ins Feld zu führen. Sollten wir das nicht alle tun?

    @Peter
    Natürlich kenne ich den Artikel 4 unseres GG zu genüge. Ich möchte nun nicht wieder den Fehler machen und versuchen in einem Dreizeiler zu erläutern warum ich der festen Überzeugung bin daß es beim Islam eine besondere Betrachtung verlangt und warum ich die Meinung vertrete daß unsere Verfassungsorgane den Islam als Ideologie unter die Lupe nehmen müssen und vielleicht darüber nachdenken sollen ihn nicht als Religion anzuerkennen. Das würde wieder den Rahmen sprengen und nur wieder zu Missverständnissen führen. Unterliegen Sie nicht dem Irrtum, daß ich nicht die Vielfalt schätze und die Kath. Kirche als Maß aller Dinge ansehe. Auch ich bin für den Pluralismus und sehe ein unverzichtbares Gut in ihm, das es zu verteidigen gilt. Gerade deswegen stehe ich auf diesem Standpunkt und halte weiterhin jegliches Zugeständnis an DITIB zum Bau einer Moschee für einen grundsätzlichen Fehler.

    da dies ja hier kein forum ist, dies auszudiskutieren, schließe ich dieses thema hier (da dies nicht möglich ist meint das, wie in ähnlichen fällen: zu 99% wird jeder weitere kommentar nicht mehr frei geschaltet; dass restliche 1% müsste dann schon sehr weltbewegend sein…). mik

  22. 22 Klar, Mann? 04. November 2008 um 19:05 Uhr

    Das war mir dann aber doch noch eine Ergänzung wert, diesen Link hier einzustellen:

    Islamische und Jüdische Gemeinden verurteilen Grabschändungen

    http://de.news.yahoo.com/17/20081104/tde-islamische-und-juedische-gemeinden-v-08c524b_1.html

    [Thema dicht/Off]

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