Rechts: Stolberger DVU-Ratsmann initiiert Bundestagspetition

Stolberg/Berlin. Der Stolberger Ratsmann Rudolf Motter, zugleich Chef des Kreisverbandes Aachen/Heinsberg der rechtsextremen und ausländerfeindlichen DVU, hat eine Petition an den Bundestag initiiert, die dem vermeintlichen Tierschutz dienen soll. Hintergrund ist das von Motters DVU-Verband schon mehrfach angetäuschte Tierschutzengagement gegen das Schächten durch muslimische Metzger. Auf seiner DVU-Homepage ruft Motter nun „alle Tierschützer und Tierfreunde“ auf, die schon am 25. September durch den „Ortsverband DVU Stolberg“ beim Bundestag eingereichte und vor wenigen Tagen anerkannte Petition zu unterzeichnen, „damit diese Tierquälerei in Deutschland generell verboten wird.“ In dem Text der Petition deutet nichts darauf hin, dass er von einem DVU-Kader stammt und Ausländerfeindlichkeit über dem Umweg des Tierschutzes ausgelebt wird: „Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass das Schächten von unbetäubten Tieren generell und absolut verboten wird,“ heißt es in der Forderung. [© Klarmann]

[1] DVU-STOLBERG BOYKOTTIERT ENDLICH MUSELS!
[2] Direktlink


12 Antworten auf “Rechts: Stolberger DVU-Ratsmann initiiert Bundestagspetition”


  1. 1 Reiner Hohn 27. Oktober 2008 um 17:46 Uhr

    Dem Schaf, mit dem Kopf nach unten aufgehängt, werden die Halsschlagadern durchschnitten, damit daß noch schlagende Herz das „unreine“ Blut aus den Adern pumpt, bis das Schaf endlich verendet ist.
    Im letzten Jahr war sowas mindestens einer Aachener Metzgerei erlaubt, damit unsere muslimischen und jüdischen MitbürgerInnen zum Opferfest koscheres Fleisch essen konnten.

    Besser, ein Herr Motter von der DVU fordert für sowas ein Verbot, als niemand.

    ich glaube, wer sich ernsthaft mit der DVU auseinandersetzt und deren „konzepte“ gegen migranten und einstellung zum weltkrieg II, der merkt schnell, dass der tierschutz-gedanke an dieser stelle vorgeschoben ist. abgesehen davon: was ist das schächten gegen das tagtägliche, maschinelle abschlachten von tieren, eine unwürdige massentierhaltung und ebensolchen tiertransporten durch ganz europa? nein, der DVU geht es weniger um tierschutz als vielmehr darum, via ihrem verständnis von tierschutz gegen muslime (und juden?) zu agitieren. mik

  2. 2 Reiner Hohn 27. Oktober 2008 um 19:25 Uhr

    @ mik

    Die Juden haben das gleiche Fest wie unsere muslimischen MitbürgerInnen, zu welchem sie ausgeblutete Schafe essen.
    Es heißt bei Judens nur anders als bei Muslimens, also nicht „Opferfest“ (Passahfest, vielleicht ??).
    Jedenfalls, als der spätere Prophet Mohammed seine Religion, den Islam, zusammengestrickt hat, hat er die meisten Riten von dem dis dahin mindestens 2000 Jahre alten Judentum übernommen. Das Judentum war damals eine sehr weit verbreitete Religion.
    Die jüdischen und moslemischen Feiertage fallen daher oft auf den gleichen Tag, aber heißen inzwischen unterschiedlich.

    Zur Schächterei:
    Die Massentierhaltung und die maschinellle Tiermassentötung gefallen mir auch nicht. Ich würde aber jeden Vorschlag unterstützen, der ein Ausblutenlassen eines Tieres ohne Betäubung verbietet. Egal, wer den Vorschlag macht.

  3. 3 Ellen 27. Oktober 2008 um 20:10 Uhr

    […]

    na, schon mal hier nachgesehen?

    http://klarmann.blogsport.de/2008/10/18/geschichte-stolberg-und-seine-ehemaligen-juden/#comment-5846

    mik ps. das ist nun der letzte hinweis darauf! oft genug musste ich verschieben, umschreiben, löschen, weil immer wieder links auf presseartikel an den unmöglichsten stellen gepostet wurden. sogar einen extra pressespiegel hatte ich mal eingerichtet. zufällig wurde der kaum genutzt und dann wurde alles wieder „wild“ gepostet. so kann man journalisten natürlich auch beschäftigen…

  4. 4 Politischer Soldat 27. Oktober 2008 um 21:15 Uhr

    @Klarmanns Kommentar auf den Kommentar von Reiner Hohn:
    Mensch mik, was war DAS denn? Ist diese Argumentation wirklich Ihr Ernst? Man rechtfertigt das eine Unrecht, indem man ein anderes anführt?
    Und unabhängig davon, begehen sie hier mal wieder einen drastischen Fehler, den Personen ihrer Feldpostnummer nur all zu gerne begehen: Sie verteufeln etwas direkt von Anfang an, nur weil es vom politischen Gegner vorgeschlagen wird. Die israelgeilen Anti-Ds würden an dieser Stelle bestimmt sofort das Schächten huldigen. Ein Vorgang, der schon in der Sache ihrer Natur (dem „Anti) liegt. Aber das ist wiederum ein anderes Thema…

    ich rechne nichts gegeneinander auf oder rechtfertige etwas: zwischen den zeilen (und aus alten diskussionen) hätten sie erkennen können, dass ich lediglich darauf hinweise, dass ich es sehr komisch finde, dass eine ausländerfeindliche partei, die gegen mitmenschen hetzt (also im gewissen rahmen menschenfeindlich eingestellt ist), den tierschutz für sich entdeckt haben will. allerdings nur, wenn es ihr nutzt, um gegen migranten zu argumentieren. wir haben es in solchen bereichen teilweise mit menschen zu tun, die den holocaust relativieren oder gar leugnen, zugleich aber gegen das schächten agitieren. zudem kritisieren solche kritiker des schächtens eben nur selten oder gar nicht die massentierhaltung, die deutsche oder christliche bzw. weiße europäer betreiben und unter der tiere eben auch leiden. tierschutz wird von der DVU als strategisches element genutzt, um gegen migranten und muslime vorzugehen, und nicht des tierschutzes willen, finde ich. was man eben auch daran erkennt, dass ansonsten KEIN tierschutz thematisiert wird. hatte sie eigentlich für so schlau gehalten, alleine darauf kommen zu können. mik

  5. 5 Politischer Soldat 27. Oktober 2008 um 22:18 Uhr

    Ich bin durchaus schon selbst darauf gekommen und hatte mir auch gedacht, dass das der Hintergrund des „Artikels“ (um jetzt nicht mit Begrifflichkeiten wie Kommentar, Beitrag, etc. durch einander zu kommen) ist. Abgesehen davon, dass aber genau dies im Artikel nicht deutlich wird, bezog ich mich ja auch auf ihre Antwort zu „Reiner Hohns“ Kommentar, und nicht auf den Artikel selber. Genauer gesagt, bezog ich mich auf den Satz nach „abgesehen davon“. Hätt ich dann vielleicht explizit heraus stellen sollen…

    mich düngt, den hinweis, den sie vermiss(t)en, gab es schon im ersten motter-beitrag… mik

  6. 6 Peter 27. Oktober 2008 um 23:09 Uhr

    @Politischer Soldat ;
    Es geht Rechtsextremisten nicht um den Tierschutz wie Mik klar sagt, sondern um Ausländerhetze!
    Wenn es um Tierschutz ginge, gäbe es andere Möglichkeiten!

  7. 7 Politischer Soldat 29. Oktober 2008 um 21:57 Uhr

    @Peter:
    Und mal wieder mit Vollgas am Thema vorbei! Erstklassig! ;-)

    immer aufgelegt für einen netten scherz, der SA-mann heuer…mik

  8. 8 Peter 30. Oktober 2008 um 12:11 Uhr

    Nachhilfe für die braunen Lokalpolitiker im Kreis Aachen und Düren!

    Die EU Richtlinien garantieren in 93/119/EG das Schächten für Juden und Muslime.

  9. 9 p. 30. Oktober 2008 um 15:20 Uhr

    @Peter
    Das heisst aber noch lange nicht das es ethisch vertretbar ist!

  10. 10 Peter 30. Oktober 2008 um 16:02 Uhr

    @P;
    Grundlage für die rituellen Speisevorschriften sind der Koran (Offenbarung Mohammeds), darüber hinaus Traditionen des Propheten und Bestimmungen seiner Nachfolger, die in der Hadith und in den Fikh-Werken niedergelegt sind. Fleisch darf erst verzehrt werden, nachdem das islamische „Dhab“ durchgeführt wurde. Es sind vom Schächter die Speise- und Luftröhre sowie zwei Blutadern mit einem, maximal zwei Schnitten unter Aussprechen des Namens Allahs an einem nach Mekka ausgerichteten Tier zu durchtrennen. Überwiegend wird die Auffassung vertreten, dass eine Betäubung vor dem Schächtvorgang unzulässig sei, doch vertreten einige islamische Schulen auch die gegenteilige Ansicht.

    Die EG regelt nur industrielle Schächtungen!

  11. 11 Peter 30. Oktober 2008 um 16:05 Uhr

    @P.
    Durch den am 2.10.1997 unterzeichneten Amsterdamer Vertrag wird der Tierschutz erstmals auf der Ebene des Primärrechts in Form einer beschränkten Querschnittsmaterie verankert. Im Protokoll über den Tierschutz und das Wohlergehen der Tiere werden die Gemeinschaft und die Mitgliedstaaten verpflichtet, bei Festlegung und Durchführung der Politik der Gemeinschaft in den Bereichen Landwirtschaft, Verkehr, Binnenmarkt und Forschung den Erfordernissen des Wohlergehens der Tiere in vollem Umfang Rechnung zu tragen. Dabei sind „die Rechts- und Verwaltungsvorschriften und die Gepflogenheiten der Mitgliedstaaten insbesondere in Bezug auf religiöse Riten, kulturelle Tradition und das regionale Erbe“ zu berücksichtigen. Ein weiterer Anknüpfungspunkt ist die Verbürgung der umfassenden Religions- und Weltanschauungsfreiheit in Art 9 EMRK, der vom EUGH angewendet wird, doch ist zum Bereich Schächten/Religionsfreiheit noch keine relevante Entscheidung ergangen. Sind auf der Ebene des Primärrechts im Kontext des Tierschutzes „religiöse Riten“ ausdrücklich angesprochen, so findet sich auch eine diesbezügliche Berücksichtigung im Sekundärrecht. Gemäß der Richtlinie über den Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der Schlachtung oder Tötung (RL 93/119/EG) sind Tiere vor dem Schlachten grundsätzlich zu betäuben (Art5 Abs1), doch gilt diese Auflage nicht, wenn aufgrund bekannter religiöser Riten besondere Schlachtmethoden angewendet werden (Art5 Abs2). Zwar können Mitgliedstaaten in ihrem Hoheitsgebiet strengere Vorschriften „beibehalten oder anwenden“ (Art 18), doch bezieht sich diese Einschränkungsmöglichkeit nicht auf den Vorbehalt zugunsten des Schächtens. Daraus folgt, dass Schächtverbote wie etwa in Schweden und Norwegen, aber auch die relevanten österreichischen Landestierschutzgesetze gegen geltendes EU-Recht verstoßen.

  12. 12 P. 30. Oktober 2008 um 21:48 Uhr

    @Peter
    Haben sie überhaupt verstanden was ich mit dem Satz sagen wollte?
    Nur weil es erlaubt ist Tiere zu schächten ist es immernoch nicht ethisch vertretbar!
    Da können sie mir noch so viele Verträge und Gesetze zitieren, Schächten ist und bleibt Folter und Tierquälerei. (Nur mal so als Anmerkung, ich halte auch das ”normale” Abschlachten von Tieren für unethisch, aber Schächten finde ich um einiges schlimmer da hier völlig grundlos die Qualen der Tiere maximiert werden)
    Und Peter, falls sie mir antworten, dann bitte nicht mit irgendwelchen Wikipedia Texten…

    ich schließe dieses thema hier bis auf weiteres, da sie sich im kreis dreht! in der diskussion könnte klar geworden sein: das schächten aus religiösen gründen ist teilweise tatsächlich legal; b.) das macht das schächten oder die aktuelle fleisch(massen)-industrie (auch oder erst recht in den westlichen, nicht muslimischen bzw. lt. nönazis „rassisch“-überlegenen staaten) nicht besser; c.) die DVU kritisiert das schächten entgegen des von peter skizzierten geltenden rechtes, um gegen migranten zu wettern ohne sonstwie ein herz für den tierschutz zu haben. mik

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.