Aachen/Düren. Axel Reitz „vertrete ein nationalsozialistisches und antisemitisches Weltbild und sei mit allen – auch strafrechtlichen – Konsequenzen dazu bereit, seine Ansichten in der Öffentlichkeit zu propagieren,“ gab Pressedezernent Frank Schafranek unlängst den Beschluss einer Kammer des Verwaltungsgerichtes Aachen wieder über die Aufhebung eines polizeilichen Verbotes eines Neonaziaufmarsches in Aachen. Den NPD-Kreisverband Düren und der ihm untergeordneten NPD-Ortsgruppe Euskirchen ficht das nicht an. Riefen bislang nur offen nationalsozialistisch auftretende Neonazi-Banden und -Aktionsgruppen zur Teilnahme an dem Reitz-Aufmarsch unter dem volksverhetzenden und geschichtsrevisionistischen Motto „Gegen einseitige Vergangenheitsbewältigung! Gedenkt der deutschen Opfer!“ auf, mobilisiert nun auch die NPD Düren unter ihrem Kreisvorsitzenden Ingo Haller zur Teilnahme:
„Somit möchten wir alle regionalen Nationalisten mobilisieren am 8.11.08 um 12.00 Uhr am Hbf Aachen zu sein,“ heißt es dazu auf den Homepages beider NPD-Verbände. Das Motto schließe „auch den Mord an Kevin [mit ein], dessen Mörder mit einer Freiheitsstrafe von lediglich 6 Jahren davon kam. Wir hoffen auf rege Anteilnahme.“ Besagter 19-jährige Berufsschüler aus Eschweiler war von Neonazis zum „Kameraden“ verklärt worden, weswegen bundesweit und in Stolberg vielfache Neonazi-Aktionen und -Aufmärsche stattfanden. Obschon das Opfer nur freundschaftliche Kontakte zu sehr wenigen Neonazis hatte und Freunde wie Eltern den „Lügen“ der Neonazis widersprachen, verklärt ihn die Szene weiter zu einem der ihren. So nannte Axel Reitz das Todesopfer unlängst bei einem ausländerfeindlichen Aufmarsch in Bochum, nachdem er die Teilnehmer „Nationalisten und Nationale Sozialisten“ genannt hatte, einen „Kamerad[en]“. Auf mehreren Homepages von Neonazis und NPD-Mitgliedern wird besagtes Opfer bis heute entgegen der Realität und Aussagen des NPD-Kreisvorsitzenden Aachen, Willibert Kunkel, weiter als „NPD-Sympathisanten“ bezeichnet. In all diesen Fällen geschieht dies unter voller Namensnennung des Opfers, das der rechtsextremen Szene nicht angehört hat.

Probleme mit Reitz schien die NPD-Düren indes sowieso bislang kaum zu haben. Reitz durfte kurz nach seiner Haftentlassung im April 2008 in Stolberg bei einem durch Haller mit organisierten „Trauermarsch“ für den 19-Jährigen reden uns sprach vor den „Nationale[n] Sozialisten“: „Wir haben mittlerweile in Deutschland einen Rassenkampf und wir [die Deutschen; mik] sind dabei ihn zu verlieren. […] Wir sind das letzte Bataillon, das angetreten ist, die Zeit zu wenden und ein neues Deutschland zu schaffen.“ Man hasse „das Asoziale“ und müsse sich wehren gegen die „eingewanderte[n] Fremdlinge“, so Reitz am 26. April während des NPD-Aufmarsches in Stolberg. Reitz war ebenso wenige Wochen später Gast eines Neonazi-Treffens, dass Haller auf seinem damaligen Grundstück in Inden-Pier veranstaltet hat. Der Verweis der NPD-Düren auf das Stolberger Todesopfer dürfte indes auch als Hinweis verstanden werden, wohin der Reitz-Aufmarsch am Sonnabend führen soll: Richtung Justizzentrum… [© Klarmann; Grafik als Logo der Gegendemonstration-Aufrufe dokumentierend eingeblendet]
Die NPD selber legt zeugnis schon seit Jahrzehnten darüber ab, mit welchen Rechtsextremisten sie zusammenarbeitet.
Man braucht sich nur einmal die Verweise der NPD Düren anzuschauen wo man Verweise zu Seiten findet, die einen Brechreiz auslösen.