Zitat: Aachen ist antifaschistisch und Neonazis sind ein Haufen Irrer…

Aachen. „Diesen Optimismus lässt [OB Linden] sich auch nicht von Neonazis verhageln, die Aachen offenbar zum Aufmarschgebiet erkoren haben. Um seine Stadt macht sich der OB da keine Sorgen: ‚Aachen ist eindeutig antifaschistisch’, sagt Linden, das hätte nicht zuletzt die ‚Woge der Gemeinsamkeit’ bei den Gegenveranstaltungen anlässlich der Kundgebung am 8. November gezeigt. 

Die rechte Bewegung müsse man ‚sorgsam beobachten und in Schach halten, aber nicht überbewerten’. Linden bezeichnet sie als ‚einen Haufen von Irren, die in der Gesellschaft keinen Anker gefunden haben’.“ Oberbürgermeister Jürgen Linden in einem Redaktionsgespräch mit den „Nachrichten“ [1].

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7 Antworten auf “Zitat: Aachen ist antifaschistisch und Neonazis sind ein Haufen Irrer…”


  1. 1 Arno Nymus 27. Dezember 2008 um 18:37 Uhr

    „Aachen ist eindeutig antifaschistisch“ – Dieser Satz von OB Linden ist besonders interessant in Hinblick auf die Tatsache, dass er bei dem Treffen von den Stadtratsfraktionen, den kirchlichen Gemeinden, den Gewerkschaften, u.a., in welchem er zur „aktiven Ignoranz“ aufrief, verlautbaren ließ, dass Aachen nicht beweisen müsse, dass es antifaschistisch sei.

  2. 2 Peter 27. Dezember 2008 um 23:48 Uhr

    “Aachen ist eindeutig antifaschistisch”, diesen Satz kann man als glaubwürdig erachten, bis auf die Tatsache, das für einige Karlspreisträger durchaus die Bezeichnung faschistisch zutrifft.

  3. 3 Wehrhafte Demokratie 28. Dezember 2008 um 2:01 Uhr

    Aachen ist ja auch eindeutig antifaschistisch. Wenn man sich mal überlegt, wieviele Menschen gegen die Nazis demonstriert haben obwohl Heiligabend war und der Oberbürgermeister ausdrücklich dazu aufgerufen hatte, den Protesten fernzubleiben, da ja nur einige Leute „ihr eigenen Süppchen kochen“ wollten (so wurde er zumindest in der Super Mittwoch vom 17.12. zitiert).

    Aber schön, dass selbst Bürgermeisterinnen lieber beim Süppchenkochen helfen, anstatt dem „Haufen von Irren“ freie Bahn zu lassen.

    Für sehr interessant halte ich auch die „Woge der Gemeinsamkeit“ am 8. November. Bei der Ratssitzung vom 17. hatte Dr. Linden noch Vehement gegen eine Gemeinsamkeit geredet, weil er sich nicht mit Gewalttätern solidarisieren wollte. Aber vielleicht wurde ihm ja zwischendurch mitgeteilt, dass die Einzigen Gewalttäter die Nazibande um Worch und Urkel Reitz waren.

  4. 4 Peter 28. Dezember 2008 um 11:22 Uhr

    @Wehrhafte Demokratie ;
    Die Bürgermeisterinnen von denen Sie sprechen, haben wirklich keine Ahnung von Extremismus, egal ob Rechtsextremismus, Linksextremismus oder islamischen Extremismus, wobei die letztere Form absichtlich, auch wenn man die Personen darauf anspricht, totgeschwiegen wird. Man will hier in Aachen keine öffentliche Debatte zum Beispiel über den islamischen Fundamentalismus und die Tragweite von ausländischen Staaten und Kirche, aus der Angst heraus, rechtspopulistischen Parteien Vorschub zu leisten.

    Dabei ist der Dialog zum Ausräumen eines Verdachtes hinsichtlich extremistischer Tendenzen bei Organisationen mehr als wichtig.

    Ich bin kein Freund der NPD oder der Glatzenvereinigungen, aber Extremismus in jeder farbschattierung hat in Aachen nichts verloren

  5. 5 Gini 28. Dezember 2008 um 14:50 Uhr

    Hey Peter,
    Deinem letzten Kommentar entnehme ich, dass Du a) Anhänger von Verschwörungstheorien bist (wer hat Dir denn bloß verboten, über „islamischen Exremismus“ zu reden? Und was meinst Du mit der „Tragweite“ von „ausländischen Staaten“? Auf die deutsche Politik? Alles gesteuert, meinst Du?), b) das Prinzip des Generalverdachts [vertrittst] (Zuerst mal alle verdächtigen, um diesen Verdacht durch „Dialog“ auszuräumen). Klingt ja verdächtig antidemokratisch, mir kommts fast vor, als wärst Du ein bißchen extremistisch. Nun, weniger polemisch gesagt: Hast Du schon mal was vom „Extremismus der Mitte“ gehört? Es ist ja nun beispielsweise eher die etablierte Politik, die Freiheits- und Grundrechte permanent beschränkt (siehe Datenschutz, Überwachung, Asylgesetzgebung, Unantastbarkeit der Wohnung, des Briefgeheimnisses etc.). Naja, aber Du wirst wohl sagen, die Mitte kann nicht extremistisch sein, weil sie eben die Mitte ist. Mal über diese Sicht von Gesellschaft nachgedacht? Es geht doch viel mehr um politische Inhalte, die vertreten werden, um Wege und Ziele als um irgendwelche Schemata. Alles als Extremismus zu diskreditieren, verhindert eine politische inhaltliche Auseinandersetzung. Unterhalten wir uns doch lieber über Faschismus. Was bedeutet der, was will der? Ich denke, hier sind wir uns sogar einig. Faschismus aber in Zusammenhang zu bringen mit linken Weltsichten, ist nicht nur historisch völlig daneben (es war ja schließlich der Konservatismus, der ideengeschichtlich den Weg ebnete, und das nicht nur in Deutschland) als auch aktuelle einfach nur eine Verweigerung inhaltlicher Debatte. Faschismus widerspricht fundamental jeder egalitären Gesellschaftsvorstellung. Faktisch sind Konservatismus, Ordnungsdenken und Prinzipien der Herrschaft weitaus näher an faschistischen Ideologien, als linke oder gar libertäre Vorstellungen.

  6. 6 Peter 28. Dezember 2008 um 23:11 Uhr

    @ Gini ;
    Nur einiges zur Klarstellung:
    Ich betrachte mich nicht als extrem, sondern als Demokrat in einer Mehrheitsdemokratie mit all ihren Stärken und Schwächen. Extremismus gibt es offen und versteckt, im linken, rechten Lager sowie auch verschiedentlich versteckt in der „Mitte, insoweit gebe ich Dir Recht.
    Schauen wir uns an, wie Rechtspopulisten und Rechtsextremisten Fuß fassen, erkennen wir, das dort Themen angesprochen werden, wo die bürgerliche „Mitte“ Angst haben diese anzusprechen. So zum Beispiel den Neubau der DITIB Moschee Aachen.

    Fragen nach, wer finanziert das Projekt, wie steht die DITIB Aachen zum Armeniermord, werden homosexuelle ausländische Mitbürger dort akzeptiert, wo geht das Vermögen hin, sollte die Gemeinde sich auflösen – all diese Fragen wurden trotz Fragenkatalogs an den Rat der Stadt Aachen (Die Linke und die CDU )nicht beantwortet.

    Ich denke das dies nichts mit Verschwörungstheorien zu tun hat, sondern eher die Angst der etablierten Parteien dahinter steckt, in ein Wespennest zu stechen. Die DITIB betont ausdrücklich den Dialog, also weshalb werden hier nicht auch mal kritische Fragen gestellt?
    Nur so kann man den Rechtsextremisten den Boden unter den Füßen entziehen.

    Es darf bei Fragen hinsichtlich gesellschaftspolitischer Themen keine Tabus aufgrund unserer Vergangenheit geben.

    Ich jedenfalls habe den Eindruck gewonnen, als wenn der Rat der Stadt Aachen nur an einem Pseudodialog Interesse hat und Meinungen zu bestimmten Themen wie Homosexuelle, Armenier usw. der DITIB Aachen gar nicht hören möchte.

  7. 7 Gini 29. Dezember 2008 um 12:21 Uhr

    Hey Peter,
    klar betrachtest Du Dich nicht als extrem. Menschen, die sich in der „Mitte“ wähnen, betrachten sich nie als extrem. Das ist ja der Trick an der Sache. Ich wills Dir auch gar nicht unterstellen, es ging mir nur darum, aufzuzeigen, dass der Extremismus-Begriff, der hier ja nicht nur von di[r] inflationär durch die Gegend geschmissen wird, einfach nichts taugt in politischen Diskussionen, außer eben zur Diskreditierung der Linken. Der verhindert beispielsweise jede Diskussion über Sinn und Unsinn von Parlamentarismus oder „Mehrheitsdemokratie“. Wenn ich auf Basisdemokratie stehe, muss das ja schon verdammt extrem sein, auch wenn ich das viel demokratischer finde als Parlamentarismus. Damit wäre jedenfalls die Diskussion gestorben. Heißt aber auch Stillstand und die Verhinderung einer jeden gesellschaftlichen Veränderung und kulturellen Dynamik.
    Zu dem anderen Punkt: Wenn ich mir die Presselandschaft so anschaue, haben reichlich wenige Angst davor, von sog. islamischem Fundamentalismus zu sprechen. Ich erkenne das Tabu einfach nicht. Ich beobachte eher, dass permanent mit diesem Thema rassistische Stereotype hervorgebracht werden. Ich denke, wenn über Dinge geredet wird – öffentlich – müssen wir schauen, welche Effekte das hat. Das liegt halt in unserer Verantwortung. Und ich glaube, es kann eine Kritik am politischen Islam und religiösem Fundamentalismus geben, ohne rassistisch zu argumentieren. Was mich allerdings wundert ist, dass alle vom Islamismismus reden und niemand mal „vor der eigenen Haustür kehrt“. Mitbekommen, dass hier in der Gegend sich eine christlich fundamentalistische Gruppe angesiedelt hat, die zutiefst homophob (wie ja auch die offiziellen christlichen Kirchen), antisemitisch und rechts ist? Gute Kontakte zu neofaschistischen Gruppen pflegt? Nein? Komisch. Hat so gut wie niemand. Warum? Weil hier der Generalverdacht nicht zieht, der gilt eben nur für die „anderen“. Nun, geh mal in den Dom und frag, wie die es mit Homosexuellen halten. Den sollten wir danach schließen.
    So und zur deutschen Vergangenheit und was die uns so für heute sagt, schreib ich jetzt hier nichts. Zu fettes Thema.

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