Rechts: KAL mietete sich vor dem Julfest ins Hausrecht ein

Stolberg. Am 29. November 2008 hat die Neonazi-Bande „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) im Bürgerhaus in Stolberg-Venwegen ihr „Julfest“ gefeiert [1]. Noch am selben Abend kam es in Teilen des Dorfes auf Schildern und an Laternenmasten zu Aufkleberaktionen mit den neuen Motiven [2] der KAL. Während der Veranstaltung kam es zudem zu einem Disput mit einem Hausmeister, dem die Neonazis den Zutritt verwehren wollten. Dies erfuhr „Klarmanns Welt“ nun aus gut unterrichteten Kreisen.

Nach Recherchen von „Klarmanns Welt“ hatte die KAL auf ihrem „Julfest“ hunderte ihrer Aufkleber für die schätzungsweise 75 Besucher bereit gelegt. Der Raum selbst war mit Reichs- und Reichskriegsflaggen sowie der KAL-Fahne geschmückt. Im Verlauf des Abends wurden auf der Bühne u.a. mehrere Mitglieder von dem KAL-Anführer René Laube für ihre Verdienste im Kampf des „Nationalen Widerstandes“ geehrt. Unter den Geehrten waren nach Recherchen von „Klarmanns Welt“ auch eine Reihe männlicher Jugendlicher, die im Jahr 2008 an Schlägereien und Randaleaktionen beteiligt waren.

Zaungäste schienen der Neonazi-Bande indes bei alldem eher unpassend. Wie „Klarmanns Welt“ aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, wollte der Hausmeister des Bürgerhauses im Verlauf des Treffens innerhalb der Veranstaltungsortes nach den Rechten sehen. KAL-Mitglieder verwehrten ihm demnach jedoch den Zutritt. Man gab dem Mann gegenüber offenbar zuerst an, man glaube ihm nicht, dass er der Hausmeister sei und daher verfüge er auch nicht über das Hausrecht. Erst als der unwillkommene „Gast“ damit gedroht habe die Polizei zu rufen, habe man ihn eingelassen, hieß es weiter. Offenbar hatte die KAL derweil genug Zeit, die Räumlichkeiten unverdächtig erscheinen zu lassen, da dem Hausmeister nichts Besonderes aufgefallen sein soll.

Den Nutzungs- und Mietantrag für das auch von Schützenvereinen genutzte Bürgerhaus soll ein junger Neonazi gestellt haben. Er soll, hieß es weiter, sich als junger Mann vorgestellt haben, der eine private Weihnachtsfeier plane. Die Mietsumme soll durch den Neonazi, der nach Recherchen von „Klarmanns Welt“ schon wegen Gewaltdelikten aufgefallen ist, in bar gezahlt worden sein.

Szenekreisen zufolge wurden Gäste wie bei ähnlichen Treffen der KAL über den Autobahnrasthof Aachener Land geschleust und erfuhren erst dort den Veranstaltungsort der in weiten Teilen konspirativ vorbereiteten „Julfeier“. Wegen der ungünstigen Verkehrsverbindungen zwischen dem Stolberger Bahnhof und Venwegen habe man überdies als Schleusungspunkt für Bahnreisende den näher liegenden Bahnhof Rothe Erde im Aachener Ostviertel genutzt, so Szenekreise weiter. [© Klarmann]

[1] KAL-JULFEST…VON WEGEN…
[2] KAL HAND IN HAND MIT DEN KULTURFEINDEN AUS DEN USA; AACHEN ZWEI WOCHEN VOR EINEM REITZENDEN SONNABEND… (2. Bild)