Dokumentation: Gedenkveranstaltung für verfolgte und ermordete Roma

Stolberg. Am 2. März 1943 wurden in Stolberg 37 Roma aus ihren Häusern in der Steinfurt gezerrt, von SS und Gestapo zum Bahnhof getrieben, von wo aus sie nach Auschwitz transportiert wurden. Die in Stolberg ansässigen Mitglieder der Familien Lassisch, Todorowitsch, Wassilkowitsch, Markowitsch und Jowanowitsch starben nach langem Leiden durch Exekution, Vergasung oder an den Folgen der Zwangsarbeit. Gustav, der jüngste, war noch keine zwei Jahre alt, als er verschleppt wurde. Dem vorausgegangen war die Diskriminierung und Stigmatisierung der Roma als „arbeitsscheues Gesindel“. Die Vorurteile gegen Cinti und Roma gibt es heute noch, ihre Diskriminierung besteht heute oft darin, dass die Roma vor der Gewalt und den Kriegen in ihren Heimatländern fliehen müssen, dass ihnen in Deutschland aber weder Sicherheit gewährt noch ein geregelter Aufenthalt zugestanden wird.

Neben dem Gedenken an die Opfer stellen wir in diesem Jahr die Diskriminierung und Verfolgung der Roma in Europa an Beispielen dar. Die Recherchen von Amnesty International im Jahr 2006 und der ersten Hälfte von 2007 haben folgendes Bild einer Diskriminierung der Roma in Osteuropa ergeben: „Roma sind oft Opfer von sowohl gewalttätigen Übergriffen durch Polizeibeamte als auch von rassistisch motivierten Attacken. Die Behörden vieler Länder tun nichts oder wenig um ihren nationalen und internationalen Verpflichtungen gegenüber den Roma nachzukommen. Roma bleiben weitgehend vom öffentlichen Leben ausgeschlossen. Sie kommen daher auch nicht in den Genuss verschiedener Rechte, wie Wohnrecht, Recht auf Arbeit und Recht auf medizinische Versorgung. In manchen Ländern wird den Romakindern der Schulzugang erschwert. Aus dem Kosovo vertriebenen Roma wird die Eintragung ins Bürgerregister verweigert. Damit haben sie aber keinen Anspruch auf bürgerliche, politische, wirtschaftliche und soziale Rechte. Ähnliche Probleme haben Roma in Slowenien, die aus dem ehemaligen Jugoslawien stammen und die rechtswidrig aus dem Einwohnerregister gelöscht wurden.“

„Niemand und nichts ist vergessen – Solidarität mit den Roma“, Gedenkveranstaltung am 1. März, 11 Uhr in Stolberg vor dem Hauptbahnhof. Veranstalter: Gruppe Z und VVN-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Kreisverband Aachen. [Textquelle: redigierte, gekürzte Veranstalterinfo]


10 Antworten auf “Dokumentation: Gedenkveranstaltung für verfolgte und ermordete Roma”


  1. 1 Hempels 24. Februar 2009 um 14:20 Uhr

    „Die Vorurteile gegen Cinti und Roma gibt es heute noch, ihre Diskriminierung besteht heute oft darin, dass die Roma vor der Gewalt und den Kriegen in ihren Heimatländern fliehen müssen…“

    Soweit ich weiß, haben Cinti und Roma kein Heimtland…

  2. 2 Super-Ingo 24. Februar 2009 um 18:00 Uhr

    Tja Hempels, wer lesen kann ist klar im Vorteil!

    “Die Vorurteile gegen Cinti und Roma gibt es heute noch, ihre Diskriminierung besteht heute oft darin, dass die Roma vor der Gewalt und den Kriegen in ihren Heimatländern fliehen müssen…”

    Da steht ja auch Heimatländer und nicht Heimatland!

  3. 3 Hempels 24. Februar 2009 um 20:00 Uhr

    @Super-Ingo:
    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil?
    Der Singular war je auf Cinti und Roma bezogen, das hieße dann ein Heimatland pro „Volk“.
    Zudem ist das Haarspalterei, was Du hier betreibst.

  4. 4 Super-Ingo 24. Februar 2009 um 20:23 Uhr

    Ok, dir ist das scheinbar wirklich zu hoch!

  5. 5 Peter 25. Februar 2009 um 16:59 Uhr

    @ Hempels ;
    Ich denke Cinti und Roma haben dort ihre Heimat wo sie sich gerde befinden. Dazu zählt auch Deutschland und dieser Personenkreis bereichert uns!
    Nie mehr einen Massenmord an diesem Personenkreis!

  6. 6 Hempels 25. Februar 2009 um 18:32 Uhr

    Ich glaube, das Problem ist, daß wir aneinander vorbei reden, weil wir einfach unterschiedliche Auffassungen des Begriffes „Heimat“ haben.
    Ich muß auch anmerken, daß ich mich von diesem „Personenkreis“ bisher noch nicht bereichert fühlte, im Gegenteil bin ich nur auf Abkömmlinge dieses „Personenkreises“ gestoßen, die wirklich jedes Klischee erfüllt haben.
    Ein gebranntes Kind scheut eben das Feuer…

  7. 7 Peter 25. Februar 2009 um 23:03 Uhr

    @ Hempels ;
    Das Sie dies nicht als Bereicherung empfinden liegt durchaus in Ihrer „braunen Farbe“
    Was meinen Sie, wie unsere ausländischen Mitbürger und zum Teil Minderheiten, die hier lebenden wild gewordenen Neonazis empfinden?

    Sie schwatzen alles nach, was Führungskader wie zum Beispiel der mit schwerstkrimineller Energie geladene Mahler erzählen.

  8. 8 Hempels 26. Februar 2009 um 18:57 Uhr

    @ Peter:
    Wenn Sie richtig gelesen hätten, wäre es Ihnen aufgefallen, daß ich mich auf EIGENE Erfahrungen berufe, so wie ich das immer tue, denn ich brauche nichts „nachschwatzen“ , dafür habe ich zuviel eigene Lebenserfahrung.

    Abgesehen davon ist es fraglich, was Horst Mahler damit zu tun hat, der ganz sicher KEIN Führungskader ist.
    Auch unter schwerstkriminell verstehe ich was anderes.

    Aber es belegt nur, daß SIE derjenige sind, der „nachschwatzt“, da es ja durch die Medienpräsenz offensichtlich ist, wie Sie jetzt ausgerechnet auf Horst Mahler kommen. ;)

  9. 9 Wehrhafte Demokratie 27. Februar 2009 um 2:30 Uhr

    Aber immerhin hat der gute Hempels ja bereits bemerkt, dass die krankhafte Abneigung gegenüber Fremden nicht mit den Fremden sondern nur mit der eigenen Psyche zu tun hat. Das ist doch schonmal ein erster Schritt zur Besserung

  10. 10 Klar, Mann? 01. März 2009 um 16:42 Uhr

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