Rechts: Märtyrerkult in Stolberg

Stolberg. NPD und Neonazis planen anlässlich des Todestages eines 19-Jährigen in Stolberg (Kreis Aachen) Anfang April zwei „Trauermärsche“ in der nordrhein-westfälischen Kleinstadt.

Vor einem Jahr waren in Stolberg am 5. April 170, am 12. April 800 und am 26. April 450 Neonazis und Rechtsextremisten aufmarschiert, um dem von einen Migranten erstochen Heranwachsenden zu „gedenken“. Ihn hatte die rechte Szene entgegen der Realität und der Bitten der Eltern zum „Kameraden“ und „Märtyrer“ verklärt. Während Neonazis das Opfer bis heute als „Kameraden“ ansehen, rückte die NPD später wieder davon ab und nannte das Opfer nur noch einen Deutschen. Für den ersten Jahrestag der Bluttat, den 4. April 2009, rufen NPD und Neonazis nun bundesweit zur Teilnahme an einem neuen „Trauermarsch“ auf. „Der Marsch ist […] eine Art Symbol für alle deutschen Opfer, die durch Ausländergewalt umkamen“. schreibt der Anmelder des Aufmarsches, der Dürener NPD-Kreischef Ingo Haller. Da Haller Eigenangaben zufolge rund um den Todestags Aufmärsche bis ins Jahr 2018 plant, vermuten Nazigegner, dass Stolberg ein ähnlicher Märtyrerkult droht, wie dem schwedischen Salem. Weil die Polizei Hallers ursprüngliche Anmeldung und Wegstrecke für den 4. April 2009 nicht anerkannt hatte – so konnte ein breites gesellschaftliches Bündnis im gesamten Innenstadtbereich eigene Demonstrationen, Kundgebungen und Veranstaltungen anmelden, um den Neonazimarsch zumindest im Zentrum Stolbergs zu verhindern – hat der unterdessen auch einen Fackelmarsch in der Stolberger Innenstadt in den Abendstunden des 3. Aprils angemeldet. [© Michael Klarmann; für BnR]


5 Antworten auf “Rechts: Märtyrerkult in Stolberg”


  1. 1 Thomas Bücher 26. März 2009 um 0:04 Uhr

    Vor Lachen mal wieder auf dem Boden liegend (Hat der Mann vielleicht ein Alkoholproblem? Oder haben die so eine Art Geheimsprache?):

    Aufruf für den 03.04.09 „Fackelmarsch in Stolberg“

    Da es beim Kooperationsgespräch Divergenzen mit der von mir vorgesehenen Route gab meldete ich am Mittwoch noch eine zweite Demonstration in Herzen von Stolberg an.

    Diese soll in Form eines Fackelmarsches stattfinden. Da es beim besagten Kooperationsgespräch keine Probleme mit den Auflagen gab und man mir bereits mitteilte das bei beiden Veranstaltungen die gleichen Auflagen gelten, sah ich von einer weiteren Anmeldung für den 5.04.09 ab. Herausnehmen kann ich allerdings das der Fackelmarsch genehmigt wird mit einem Fackelanteil von mindestens 10 höchstens aber 1 : 4. für Rückfragen die bekannte Nummer wählen.

    […] Ich hoffe das gerade die regionalen Kräfte diese Aktion mit unterstützen um ein deutliches Zeichen zu setzen was die Route in Stolberg angeht für die restlichen 9 Jahre meiner Anmeldung. […]

    Mit kameradschaftlichen Grüßen Ingo Haller

  2. 2 Mr. Juh Tjuhb 26. März 2009 um 16:19 Uhr

    Wenn quasi Analphabeten (keine DIFFAMIERUNG gegenüber Analphabeten!) versuchen in ihrer MUTTERSPRACHE einen Text zu verfassen, der nicht wirkt als sei er nach 10 Bier und 30 Korn entstanden. Die geradezu dreiste Missachtung der Kommaregeln ist ja eine Ohrfeige für jeden, der der deutschen Sprache mächtig ist.
    Goethe hätte euch dafür eigenhändig durch Stolberg gejagt. Wenn das der Rechtschreibführer wüsste!
    „Demonstration in Herzen von Stolberg“…hihihihihi
    in, im, ihn, ihm alles egal oder Ingo?

  3. 3 Skeptiker 26. März 2009 um 20:49 Uhr

    Ich weiss ja nicht, was es da zu lachen gibt. Der Text von Ingo Haller ist gut lesbar und das reicht für die Adressaten völlig aus. Ein Fackelmarsch ist doch für die Nazis bestimmt ziemlich geil, v.a. nachdem Bürgermeister Gatzweiler dazu aufgefordert hat, alle Wohnungen an der Strecke zu verdunkeln, so daß die Fackeln in der Dunkelheit auch richtig zur Geltung kommen.

    Letztes Jahr haben sie die Migrantinnen und Migranten in der Mühle bedroht, jetzt kommen sie mit Fackeln …

    Auch wenn die Nazis von der Polizei wahrscheinlich nicht mitten durch die Mühle, sondern am Rand der Mühle geführt werden, ist dies für die Bewohnerinnen und Bewohner der Mühle eine doch sehr bedrohliche Situation.

    Alle demokratisch gesinnten Menschen gehören am Freitagabend (3.4.) in die Mühle, um den dort lebenden Menschen ihre Soldidarität zu zeigen und das Viertel gemeinsam zu schützen.

  4. 4 Thomas Bücher 26. März 2009 um 23:13 Uhr

    Das wirklich bedrohliche ist, dass Herr Haller jetzt auch die Mathematik entdeckt hat und sie skrupelos für sich und seine Ideologie einsetzt! Der nächste Schritt wird in der Eroberung der Physik bestehen. Und wenn er sie dazu nutzt, die Welt aus den Angeln zu heben, ja dann haben wir alle aber ein echtes Problem!
    Heil Haller

  5. 5 Peter 27. März 2009 um 12:01 Uhr

    @ Skeptiker;

    Ich glaube persönlich, das man die zur Zeit geltende Rechtslage ausschöpfen sollte und einen Marsch genehmigen sollte, aber eben ohne Fackeln.
    Ich denke, das diese Fackeln neben der brand und Anschlagsgefahr zu sehr für den Bürger an das Dritte Reich errinnern und somit nicht hinnehmbar sind.

    Das Verwaltungsgericht Aachen, so denke ich mal, würde dem Polizeipräsidenten bzw. der Stadt Recht geben.

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