Rechts: Historiker weiter im rechtsextremen Umfeld aktiv

Linnich. Der Laie staunt – der Fachmann wundert sich: der Linnicher Historiker Dr. Mario Kandil bewegt sich trotz Verlusten von VHS-Aufträgen [1] und seiner Abwehr von Vorwürfen, er bewege sich in rechtsextremen Kreisen [2], weiter in eben diesen. Zum „Deutschen Kongress“ der „Gesellschaft für freie Publizistik“ (GfP), der vom 8. bis 10. Mai stattfinden soll, kündigt die GfP auch einen Vortrag Kandils an.

Die GfP, laut Verfassungsschutz die größte rechtsextreme kulturpolitische Vereinigung in der Bundesrepublik, wurde 1960 von ehemaligen SS-Offizieren und NSDAP-Funktionären gegründet. Sie verbreitet ausländerfeindliche und nationalistische Aussagen. Der GFP gehören vor allem Verleger, Buchhändler, Redakteure und Schriftsteller aus dem rechtsextremen Spektrum an.

Laut GfP-Ankündigung wird u.a. der revisionistische, neurechte Historiker Walter Post über „Hitlers Europa“ sprechen, bevor Kandil über „Deutschlands Weg in die EU“ referieren soll. Im Rahmen der Tagung unter dem Titel „EU – Europas Unglück“ wird auch die Jahreshauptversammlung der GfP stattfinden.

Der NPD-Berater und für die „Bürgerinitiative Ausländerstopp“ (BIA) im Münchener Stadtrat sitzende Karl Richter wird bei dem Kongress ebenso referieren wie Harald Neubauer, zeitweise Mitherausgeber des rechtsextremen Strategieorgans „Nation Europa“. Vorsitzender der GfP ist Andreas Molau, der kürzlich für den NPD-Bundesvorsitz kandidieren wollte. [© Klarmann]

[1] VHS STELLT KOOPERATION MIT REFERENTEN EIN
[2] LINNICHER HISTORIKER ERWIDERT VORWÜRFE DER ANTIFA DÜREN; VHS-DOZENT AUF EXTREM RECHTEN ABWEGEN?