GegenRechts: Antifademos in Stolberg verboten?

Stolberg. In verschiedenen, anonym im Web publizierten Texten kritisieren Antifaschisten, dass ihre Demonstrationen gegen Naziaufmärsche in Stolberg für das erste Aprilwochenende verboten wurden. Hintergrund sei demnach, dass ein breites bürgerliches Bündnis am Sonnabend zahlreiche Kundgebungen und Veranstaltungen in der Innenstadt angemeldet hat. Deswegen bleibt den Neonazis für ihren „Trauermarsch“ der Weg in die Innenstadt versperrt. Sie werden offenbar vom Hauptbahnhof aus zum Stadtrand und wieder zurückziehen.

Antifaschisten wollten in Stolberg indes ebenso eine eigene Demonstration veranstalten. Da in der Innenstadt indes alle Plätze belegt seien, hieß es nun, habe die Polizei diese Demonstration verboten. Die Antifa ruft nun offenbar zu einem Treffen am Stolberger Hauptbahnhof auf, rund anderthalb Stunden vor dem Eintreffen der Neonazis. Möglicherweise will man so direkt gegen den braunen Aufmarsch demonstrieren oder diesen schon zu Beginn blockieren.

Für den NS-„Fackelmarsch“ am 3. April rufen ebenso Antifaschisten zu Gegenprotesten und Besuchsaktionen im von Migranten geprägten Stadtteil „Mühle“ auf [1]. Unterdessen wird via Web anonym ein Treffpunkt verbreitet, um gegen den „Fackelmarsch“zu protestieren. Die Stadt Stolberg selbst hat dazu aufgerufen, den Neonazi-Aufmarsch am 3. April zu ignorieren und stattdessen ebenso die Migranten auf der „Mühle“ zu besuchen und ihnen Solidarität zu bekunden. [© Klarmann]

[1] [FACKELMARSCH] LÖSCHEN BEVOR ES BRENNT


11 Antworten auf “GegenRechts: Antifademos in Stolberg verboten?”


  1. 1 DEMOkrat 31. März 2009 um 14:56 Uhr

    Dass praktischer, antifaschistischer Wiederstand in Form einer Versammlung (die ja per Definition nun mal friedlich ist, da sie beim Beweis des Gegenteils von der Versammlungsbehörde aufgelöst werden muss) ist gleichwohl empörend wie auch erwartungsgemäss.
    Dabei handelt es sich nicht nur um das Ergebnis der Politik eines „Bündnisses gegen Radikalismus“, das sich die Definitionsmacht für legitimen Protest angeeignet hat, sondern auch um eine immer weiter um sich greifende Ausweitung polizeilicher Massnahmen, in Form (faktisch) grundrechtswidriger, präventiver Repression; vgl.: „NO-NATO“: Meldeauflagen für linke Aktivisten, Verbot von Kapuzenpullis, Auflagen gegen das Hüpfen (!) auf Demos, 1,5m Abstand von Polizisten (!!), Grenzkontrollen nach Flugblättern, … (Quelle u.a.: http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/kapuzenpullis-und-halstuecher-verboten/)
    Vielleicht sollten alle Aachener Antifaschisten am kommenden Samstag auf eine Fahrt nach Stolberg in den Kessel verzichten und sich statt dessen in der Kasernenstrasse zur freiwilligen erkennungsdienstlichen Behandlung melden – Motto: wir sind alle §129a ;)

  2. 2 Klar, Mann? 31. März 2009 um 16:41 Uhr
  3. 3 Klar, Mann? 31. März 2009 um 18:39 Uhr

    Lokalpresse zu allen Gegenveranstaltungen usw.:

    http://www.an-online.de/lokales/euregio-detail-an/850133

  4. 4 Antifa Erkelenz 31. März 2009 um 23:33 Uhr

    1. „die Antifa“ gibt es nicht
    2. natürlich kritisieren wir das bündnis gegen radikalismus
    3. wir werden da sein
    4. auch am 3.4.

    und, bringt der beitrag mehr als selbstbewusstsein vortäuschen? mik

  5. 5 Hempels 01. April 2009 um 10:33 Uhr

    Naja, mal sehen^^
    Vielleicht sitzen wir ja im gleichen Zug ;)

  6. 6 Antifaschist aus der Region 01. April 2009 um 19:10 Uhr

    Gegen den Fackelmarsch der Nazis ist inzwischen eine Gegenkundgebung unter dem Motto „Löschen bevors brennt“ angemeldet worden. Zeit- und Treffpunkt werden stehen noch nicht endgültig fest und werden voraussichtlich kurzfristig bekanntgegeben.

    Ich finde es gut, daß sich in Stolberg eine breite Front gegen die Nazis gebildet hat und das diese die Nazis mit am Samstag ihrer Großveranstaltung aus der Innenstadt und der Mühle heraushält. Nicht gut, finde ich das Verbot der Gegendemo der Antifaschisten.

    Ich unterstütze alle Aufrufe – den des Bürgermeisters und den von Bewohnern der Mühle am 03.04.09 in die Mühle zu gehen und dort Solidarität zu zeigen – und außerdem das Viertel durch die Anwesenheit vieler zu schützen.

    Nicht gut finde ich den Aufruf des Bürgermeisters und des Stolberger Bündnis zur aktiven Ignoranz des Naziaufmarschs.

    Letztes Jahr haben sie den Bewohnern der Mühle gedroht, jetzt kommen sie mit Fackeln. Das darf nicht ohne Protest bleiben.

    Deshalb rufe ich hiermit auf zur Teilnahme an der Kundgebung „Löschen bevors brennt“.

  7. 7 Josef 02. April 2009 um 10:22 Uhr

    Fragen :
    1. Was wollen die Nazis auch in der Innenstadt ?
    2. Was bringt Ignoranz an einem Tag, wenn man danach dick feiern will ?
    3. Was bringt feiern überhaupt ? Fehlt da vielleicht die nötige Erkenntnis, dass dieser Mord auch mit dem eigenen Scheitern zu tun hat ?

    und, gehts noch? aprilscherze waren gestern… mik

  8. 8 ak antifa aachen 02. April 2009 um 11:01 Uhr

    [Stolberg] Letzte Updates
    Wie berichtet, werden am 3.4. und 4.4.09 Nazis durch Stolberg/Rheinland marschieren.( http://de.indymedia.org/2009/03/245287.shtml) Als Anlass für die beiden Aufmärsche nehmen sie eine tödliche Auseinandersetzung des vergangenen Jahres, bei der ein junger Mann ums Leben kam, welcher im Anschluss von der extrem rechten Szene zum Märtyrer stilisiert wurde (siehe: http://de.indymedia.org/2008/04/214320.shtml und http://de.indymedia.org/2009/03/243798.shtml).

    Bei dem Aufmarsch am Samstag den 4.4. werden mehrere hundert Neonazis aus dem Spektrum der NPD sowie der „freien Kameradschaften“ erwartet. Die Route, welche die Neonazis an diesem Tag voraussichtlich laufen, beginnt am Stolberger Hbf und führt über die Münsterbachstraße, die Eschweilerstraße bis hin zum Tatort in der Birkengangstraße Ecke
    Rhein-Nassau-Weg. Auf dem Rückweg werden sie die Eisenbahnstraße zurück bis zum Hbf nehmen. Diese Route wird zurzeit von den Nazis juristisch angefochten, da sie auf ihre Ursprungsroute bestehen, welche durch die Innenstadt und das migrantische Mühlener Viertel führt. Wo ihr Aufmarsch letztenendes herführen wird, kann sich somit noch kurzfristig ändern. Achtet also auf Akündigungen und informiert euch am 4.4. beim Infotelefon!

    Das bürgerliche Stolberger „Bündnis gegen Radikalismus“ plant an diesem Tag zahlreiche Veranstaltungen im südlichen Teil der Stadt. Dort wird es mehrere Konzertbühnen, einen türkischen Basar, Würstchenstände und auch eine Demo geben. Die Naziroute führt allerdings nur durch den nördlichen Teil der Stadt, so dass die Bürgers es wie so oft schaffen werden, keinen einzigen Nazi an diesem Tag zu Gesicht zu bekommen.

    Von antifaschistischer Seite gibt an diesem Tag zwei Treffpunkte: einen am Aachener Hbf um 10:30h und einen am Kölner Hbf um 10:00h. Von da aus wird gemeinsam nach Stolberg aufgebrochen.
    Sowohl eine antifaschistische Demonstration, als auch eine Kundgebung in Stolberg wurden von der Aachener Polizeiführung verboten. Eine Polizeiführung, die am 3.4. gar einen Fackelmarsch der Nazis durch Stolberg genehmigt. Wir werten dies als eindeutiges politisches Signal des Herrn Oelze, der als Polizeipräsident der Stadt Aachen bereits mehrfach durch Kriminalisierung von AntifaschistInnen bei gleichzeitiger ‚Sanftmütigkeit’ gegenüber FaschistInnen auffiel. Wir werden es uns nicht nehmen lassen, an beiden Tagen in das rheinländische Städtchen zu fahren.

    Am Freitag den 3.4., dem Tag des Fackelmarsches der Nazis hat die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes eine Kundgebung an der Villa Lynen auf der Rathausstr./Ecke Rosentalstr. angemeldet. Unter dem Motto „Löschen bevor es brennt“ werden sich dort ab 19:00h AntifaschistInnen einfinden.
    Die Neonazis treffen sich an diesem Tag ebenfalls um 19:00h zu ihrer Auftaktkundgebung am Mühlener Bahnhof und marschieren gegen 20:00h mit ihren Fackeln los. Ihre Route für diesen Abend wird voraussichtlich erst Mittwoch hier veröffentlicht.

    Sowohl Freitag wie auch Samstag wird es einen Ermittlungsausschuss geben. Er ist unter der Nummer 0176-65411488 erreichbar.

    Ein Infotelefon wird Samstag geschaltet sein. Die Nummer: 015204893954

    Checkt für die letzten Infos: www.no-nazis.net und http://akantifaac.blogsport.de/

  9. 9 Klaus Störtebecker 02. April 2009 um 12:44 Uhr

    Ûnd wieder ein Samstag versaut……
    Ich denke mal, das können die „Addressaten“ des Aufmarsches diesmal selbst regeln.Ich bleib zu Hause.
    Demokratische Grundrechte wahrnehmen, gehört auch zur
    “ Integration“.

  10. 10 akantifa aachen 02. April 2009 um 13:50 Uhr

    Treffpunkte für Freitag und Samstag--WICHTIG

    Also für Freitag siehts so aus:

    Die Nazis treffen sich um 19.00 Uhr am Mühlener Bahnhof und gehen um 20.00 Uhr los.

    Die Antifakundgebung beginnt um 19.00 uhr an der Villa Lynen. Es ist aber ratsam bereits früher und gemeinsam nach Stolberg zu fahren, deswegen gibt es einen gemeinsamen Antifatreffpunkt, und zwar um 17.10 Uhr am Aachener Hauptbahnhof. Da die Cops wahrscheinlich den Mühlener Bahnhof zumachen, bietet es sich an, am Bahnhof Rathaus auszusteigen und sich um 18.00 uhr auf dem Kaiserplatz zu treffen, um von dort geschlossen zur Villa Lynen zu gehen.

    Samstag:

    Die Treffpunkte für die Antifaaktivitäten sind:

    Köln 10.00h Hbf

    Aachen 10.30h Hbf

    ckeckt auch : www.no-nazis.net und akantifaac.blogsport.de

  11. 11 Josef 02. April 2009 um 15:34 Uhr

    Das wäre ein höchst schlechter Aprilscherz. Diesen scheinbaren „Widerstand“ der selbsternannten „Bürgerlichen“ macht Stolberg weder dicht noch stört er wohl die Nazis.

    Und ja, einen Trauermarsch könnten doch auch vernünftige Menschen durchführen – solche die vllt. stichhaltigere Argumente haben, wieso so etwas passiert und was zu ändern ist.

    es hat kurz nach der tat eine mahnwache von früheren mitschüler/innen & freunden gegeben, falls sie das meinen…

    siehe: http://klarmann.blogsport.de/2008/04/09/rechts-maertyrer-wider-willen/

    und die dort verlinkte langzeile. mik

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