Nachschlag: Neonazis treiben Kriminalitätsstatistik in die Höhe

Region. Vor einigen Tagen war in „Klarmanns Welt“ von einem starken Anstieg der politisch motivierten Straftaten in der Region zu lesen [1] – zurück geht der Anstieg weitestgehend auf Neonazi-Straftaten und linksextremistische Vorfälle bei Gegenprotesten zu Neonazi-Aufmärschen. Alleine die durch Rechtsextremisten begangenen, registrierten Straftaten im Bereich Aachen-Düren-Heinsberg stiegen einer „Klarmanns Welt“ vorliegenden Auflistung zufolge von 243 (2007 [1]) auf 383 (2008) an. Insbesondere das Tragen, Zeigen oder Schmieren verbotener Symbole – etwa Hakenkreuze oder Hitler-Gruß – sowie Verstöße gegen das Versammlungsgesetz trugen zu der Steigerung bei: verstießen 2007 Rechtsextremisten nur fünf Mal gegen das Versammlungsgesetz, war dies 2008 schon 43 Mal der Fall, zuzüglich dreier Landfriedensbruchdelikte (2007: keines); leitete die Polizei 2007 noch 171 Verfahren gegen Rechtsextremisten wegen verbotener Symbole und Parolen ein, waren es 2008 schon 251 Verfahren.

Ein Anstieg registrierter Straftaten im Bereich Versammlungen und Gegenprotesten gegen Neonazi-Aufmärschen ist im Bereich Linksextremismus festzustellen: So stiegen die Landfriedesbruchdelikte im Bereich Links 2008 auf fünf Delikte (2007: 1). Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte wurden durch Linke zwei Mal begangen (2007: keine). Stark angestiegen sind Körperverletzungsdelikte, die Linksextremisten zugerechnet werden. Während die Polizei gegen Rechtsextremisten sowohl 2007 als auch 2008 jeweils 13 Verfahren wegen Körperverletzung einleiteten, stiegen die Körperverletzungsdelikte durch Linke von 2 (2007) auf 9 (2008) an. Beobachter führen dies u.a. darauf zurück, dass es 2008 in Aachen zu zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen Neonazis und Antifaschisten gekommen war.

Auffallend ist ein Rückgang von Sachbeschädigungen, die Linke begingen. Waren es 2007 noch 14 Delikte in diesem Bereich, sank die Zahl 2008 auf 9 Sachbeschädigungen. Die von Rechtsextremisten begangenen Sachbeschädigungen stiegen demgegenüber aber von 7 (2007) auf 23 (2008) an. Etwa konstant blieben die durch Rechtsextremisten begangenen Volksverhetzungsdelikte (2008: 29) sowie Beleidigungen (2008: 14), die Bedrohungen durch Rechte verdoppelten sich indes auf vier Fälle in 2008. Im Bereich Linksextremismus stieg die Zahl der Beleidigungen von 3 (2007) auf 9 (2008). Ebenso stiegen im Bereich Linksextremismus die Verstöße gegen das Versammlungsgesetz von 3 (2007) auf 40 (2008) – auch dies hängt laut Polizei mit Gegenprotesten bei Neonazi-Aufmärschen zusammen. [© Klarmann]

[1] STARKER ANSTIEG POLITISCH MOTIVIERTER STRAFTATEN IN REGION
[2] MASSIVER ANSTIEG RECHTSEXTREMER STRAFTATEN IN DER GESAMTREGION – ENTGEGEN DEM LANDESTREND


4 Antworten auf “Nachschlag: Neonazis treiben Kriminalitätsstatistik in die Höhe”


  1. 1 Antifa Erkelenz 08. April 2009 um 17:56 Uhr

    …und die Dunkelziffer ist noch weitaus höher. Viele Straftaten werde als nicht politisch motiviert betrachtet, obwohl das eigentlich so sein müsste. Zudem werden ja viele Straftaten nicht erfasst, da sie nicht nachverfolgt werden können bzw. zur Anklage ebracht werden können.

  2. 2 Hempels 08. April 2009 um 22:50 Uhr

    Ihr Erkelenzer A`Fas müsst mal ganz still sein, ich weiß von mindestens einem Fall, wo Ihr nicht angezeigt wurdet ;)

    und ich weiß auch von mindestens einem fall, der nicht aktenkundig ist, aber es sein müsste. stichworte? pont und straße und umfeld… na ja, sie wissen selbst: alleine im letzten jahr gab es in diesem blog bei den kommentaren bedrohungen und beleidigungen gegen mich, die, hätte ich sie zur anzeige gebracht, für eine verdreifachung jener fallzahlen gereicht hätten… mik

    ps. musikergreifungsstrategie part III:

    http://www.towerblocks.de/

    http://www.myspace.com/towerblocks

  3. 3 Hempels 09. April 2009 um 14:10 Uhr

    Herr Klarmann, ich kann immer nur für mich sprechen, mein Gewissen ist rein.
    Aber Sie kennen ja die Geschichte vom Glashaus und den Steinen…Die wollte ich dem Kollegen aus Erkelenz nur mal ins Gedächtnis rufen.

    ja, das mit dem glashaus kenne ich wohl… mik

  4. 4 Peter 09. April 2009 um 18:23 Uhr

    @Antifa Erkelenz ;
    Ich gebe Ihnen Recht, mit den Zahlen ist schon eine Sache für sich! Bestes Beispiel einer Anfrage innerhalb des Bundestages nach den Todesopfern rechter Gewalt, was wurden da für Zahlen genannt, obwohl es ca 140 waren seit der Wiedervereinigung.

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