…titelt die Lokalpresse und berichtet [1] von Hausdurchsuchungen durch die Polizei bei drei Rechts- und einem Linksextremisten in Siegen und dem benachbarten Netphen. Laut Polizeibericht heißt es: „Am Freitagmorgen (15.05.2009) führte der Staatsschutz Hagen zusammen mit Polizeibeamten des Landrates Siegen-Wittgenstein zeitgleich vier Durchsuchungen in Siegen und Netphen durch. Ziel waren die Wohnungen von drei Aktivisten der rechten Szene (20, 21 und 42 Jahre alt) und einem Mitglied der linken Szene (20 Jahre alt). Eine weitere Wohnung wurde zudem in Wissen durch die Polizei des Landes Rheinland-Pfalz durchsucht. Auslöser waren gegenseitige Sachbeschädigungen und mögliche Waffendelikte in Siegen.
In der Wohnung des 42-Jährigen in Siegen stellten die Polizisten zwei Gewehre und eine zerlegte Pistole sicher. Zur Prüfung, ob waffenrechtliche Verstöße vorliegen, muss eine technische Untersuchung des Landeskriminalamtes abgewartet werden. In der Wohnung des der linken Szene angehörenden Mannes fanden die Beamten neben Chemikalien eine Rauchbombe und geringe Mengen Betäubungsmittel. Nach erkennungsdienstlichen Maßnahmen und Vernehmungen wurden die Beschuldigten wieder entlassen. Die Ermittlungen dauern an.“ Laut Lokalpresse [1] ging es bei der Razzia auch darum, Hintergründe aufzuklären, u.a. weil im vergangenen Jahr das Auto des stellvertretenden NPD-Kreisvorsitzenden in Flammen aufgegangen und auch das Auto eines Linken einige Zeit später erheblich beschädigt worden sei.
Insbesondere junge Neonazis aus dem Umfeld der „Autonomen Nationalisten“ (AN) und der „Freien Nationalisten Siegerland“ (FNSI) sollen in den letzten Monaten mit Waffendelikten in Verbindung gebracht worden sein. Zudem kam es in Siegen und Umgebung zu mehreren Neonazi-Aufmärschen, etwa am 1. Mai [2] und Mitte April in Netphen [3]. Neonazis aus Siegen und dem Siegerland nahmen auch im April in Stolberg an den „Trauermärschen“ [4] des Dürener NPD-Chefs Ingo Haller teil. Eine Handvoll Siegener Neonazis marschierte dabei im Vorfeld des „Fackelmarsches“ am 3. April quer durch das von Migranten bewohnte Viertel Mühle sowie über ein multikulturelles Straßenfest. Neben diesen Neonazis war dann am 4. April auch der – laut „Lotta“ – stellvertretende Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein, Peter Schulze, Teilnehmer des großen Aufmarsches gewesen.
Germanen-, Blut- und Bodenkult: T-Shirt von Peter Schulze am 4. April 2009 bei einem Neonazi-Aufmarsch in Stolberg…
Schulze war ebenso wie der Siegener NPD-Kreischef Stephan Flug Teilnehmer eines NPD-Aufmarsches am 8. Februar 2008 in Düren. Flug fungierte dabei auch als Redner und war seinerzeit noch Mitglied des NRW-Landesvorstandes der NPD, dem unterdessen Schulze angehört [5]. Sowohl Schulze als auch Flug hatten kürzlich als Zeugen im Prozess gegen Haller aussagen müssen, weil sie als Insassen in dessen PKW die ihm zur Last gelegte Beleidigung eines Polizisten gehört haben sollten. Beide bestätigten zwar im Zeugenstand, dass Haller in einem Wortgefecht mit einem Polizisten den Begriff „Bulle“ verwendet habe – indes bestritten beide, dass Haller den Beamten abwertend als einen „Scheiß Bullen“ tituliert habe. Verurteilt worden war Haller dennoch [6].
Rechtsextremisten aus Siegen unterhalten seit geraumer Zeit gute Kontakte in die Region und waren zudem Gäste verschiedener rechter Treffen im Großraum Aachen, etwa bei dem „Neujahrsempfang“ der NPD-Düren Anfang Januar [7]. [© Klarmann]
[1] Direktlink
[2] ROCKY-HORROR-KUNKEL-SHOW IN STOLBERG UND NEONAZI-ATTACKEN AUF DGB-DEMOS; STATT HANNOVER NUN EIN KESSEL BRAUNES IN SIEGEN – ZUDEM SPONTANAKTIONEN AUCH GEGEN DGB-VERSAMMLUNGEN
[3] Siehe Lokalpresse Direktlink
[4] MÄR UND MÄRTYRER…
[5] NPD-NRW(-VORSTAND) WIRD UNTER REGIONALER MITHILFE JÜNGER, AKTIVISTISCHER UND RADIKALER
[6] PROBLEME MIT DER ORDNUNGSMACHT
[7] REITZ WILL WOLTER SCHLAGEN…
„Guten Morgen lieber Staatsschutz…“
eher mahlzeit… mik
Schon komisch, dass das Alter des NPD-Kreischefs korrespondiert mit…
Mik
Hm….bei den einen werden Gewehre gefunden und bei den anderen BTM……so verschieden sind die Geschmäcker und die Sicht auf’s Leben.
Gibt zu denken.
Bei den „Gewehren“ handelte es sich übrigens um eine kaputte Erbsenpistole und ein Plastikgewehr für Kinder. Aber Hauptsache die Presse kann von den „schwer bewaffneten Rechten“ berichten….
ja, das schreiben auch die FNSI so ähnlich – aber, für wie blöd halten sie unsere polizei, dass sie „eine kaputte Erbsenpistole und ein Plastikgewehr für Kinder“ beschlagnahmen? oder sollte ich sie, mike, für so blöd halten, dass sie andere für so blöd halten…? mik
Recherche Siegen
-Nachrichtenportal über neonazistische Aktivitäten in Siegerland und Umgebung