Im Zuge der Vorstellung von Helge Schneiders Biografie Teil II mal wieder das Bücherregal abgestaubt. Siehe da, Teil I – frei nach The Jam a Book called „Guten Tach. Auf Wiedersehn.“ (1992) – steht auch verstaubt und von Fliegenpippi klebrig geworden im Regal. Nach Besuch in Chemischer Reinigung erfolgte Lektüre. Siehe da, sehr unterhaltsames Satzwerk. Helge, wie wir ihn lieb gewonnen nennen dürfen, beschreibt von Geburt an sein Leben über die Lehrjahre hinweg („Meine Klavierlehrerin hatte riesige Titten. […] Mein Vater […] ist total unmusikalisch. Nur Radio, dass kann er ein bißchen. Aber nur Zimmerlautstärke.“) bis hin zu den ersten Erfolgsgeschichten, bei denen der damals schon erst 90jährige Drummer Peter Thoms Backstage mit „hellgelber Feinstrumpfhose an und eine Latexmaske auf, wo nur eine kleine Öffnung ist mit einer Flöte, beim Atmen kommt immer so ein furchtbares Geräusch, widerlich“ Frauen vergewaltigt und quält („Vielleicht sollte ich den Namen Peter Thoms an dieser Stelle hier ändern lassen.“). Doch der Weg zum Erfolgsautor Schneider war beschwerlich und von Krankheiten geschüttelt, bei denen es nicht „genügt […] die Beine seitlich aufzufräsen, man muß eine Tomographie entstehen lassen, am ganzen Körper. Der Patient wird in Scheiben geschnitten und muß dann erst mal nach Hause, wo ihn seine Familie wegwirft, weil sie kein Fleisch essen.“ Was bleibt? Die Frage, was Nachbarn von jemandem denken mögen, wenn bei nächtlicher Stille oder morgendlicher Toilette in dem Zimmer mit den Kacheln plötzlich gellend laute Geräusche erschallen, die wie Tränenlachenschenkelblutrotklopfen klingen… [© Klarmann]
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