Siegen/Pulheim. Der Neonazi Axel Reitz strebt weitere politische Kampfaufträge gegen Parlamentarier an. Die Mitglieder- und Jahreshauptversammlung des NPD-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein hat den Pulheimer, der bei den Kommunalwahlen 2009 auf einer NPD-Liste für das Amt des Landrates sowie auf Listenplatz 2 für den Kreistag im Rhein-Erft-Kreis kandidieren wird, nun auch als NPD-Direktkandidat für die NRW-Landtagswahl nominiert. Dies geht aus einer Pressemitteilung besagten NPD-Verbandes hervor.
Bei dieser Versammlung wurde auch der bisherige Kreisvorsitzende, Stephan Flug, im Amt bestätigt. Flug soll örtlichen Beobachtern zufolge kürzlich auch im Zuge von Polizeirazzien aufgefallen sein, bei denen nach Waffen gesucht wurde [1]. „Der weitere Kreisvorstand wurde mit zuverlässigen Kandidaten besetzt,“ heißt es in der NPD-Mitteilung weiter. Flug soll ebenso Direktkandidat bei der Bundestagswahl im September im Wahlkreis 149 sein sowie Direktkandidat des Wahlkreises Siegen-Wittgenstein 1 für die NRW-Landtagswahl 2010.
Laut NPD soll zur Landtagswahlwahl im Wahlkreis Siegen-Wittgenstein 2 der Neonazi Axel Reitz antreten. Reitz konnte demnach „mit großer Mehrheit die Wahl zum Landtagskandidaten als Bestätigung seiner menschlichen und politischen Kompetenz entgegen nehmen.“ Reitz tritt bei den Kommunalwahlen für die NPD schon im Rhein-Erft-Kreis an [2]. Der Neonazi hatte seinerzeit begründet, warum er sich um Parlamentsposten bewirbt:
„Der Soldat geht dahin, wo seine Feinde sitzen. Die Feinde sitzen auch im Parlament. Und dort ist es ganz wichtig, dass wir klarmachen als Systemalternative, dass wir mit denen nichts zu tun haben und auch nichts zu tun haben wollen, sondern dass wir in die Parlamente gehen, um ihnen den KAMPF anzusagen, Kameradinnen und Kameraden.“ Den Begriff „Soldat[en]“ konkretisierte Reitz seinerzeit so: „Wir sind politische Kämpfer, wir sind politische Soldaten.“ Der frühere SA-Chef Ernst Röhm hatte die SA-Mitglieder einst „politische Soldaten“ genannt.
Auf der zu Kommunalwahlkampfzwecken eingerichteten Homepage von Reitz wurde unterdessen eine Reihe von Grußworten publiziert. Diese stammen u.a. von ehemaligen Mitkämpfern des verstorbenen Neonazis Michael Kühnen, als da wären Heinz („Nero“) Reisz, Thomas Brehl und Gottfried Küssel. Küssel aus Österreich war einst Führungskader der „Volkstreuen Außerparlamentarischen Opposition“ (VAPO).
Das „Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes“ zitiert aus dem Text „Das VAPO-Konzept“ folgendermaßen: „Die VAPO […] ist keine Organisation […], sondern eine lose Kampfgemeinschaft von nationalen Gruppen und Personen.“ Die VAPO hatte sich ähnlich wie Kühnen die „Neugründung der NSDAP“ nebst deren „erneute Machtergreifung“ zum Ziel gesetzt. [© Klarmann]
[1] WAFFENFUND BEI RECHTSRADIKALEN…
[2] REITZ RÜCKT AUF NPD-LISTE IM RHEIN-ERFT-KREIS EINEN PLATZ VOR; AUCH HITLER TRUG MAL SCHLIPS UND ANZUG…; DER HERRGOTT SANDTE DER NPD IM RHEIN-ERFT-KREIS EINEN NATIONALSOZIALISTEN; REITZ WILL WOLTER SCHLAGEN…
Reitz konnte demnach „mit großer Mehrheit die Wahl zum Landtagskandidaten als Bestätigung seiner menschlichen und politischen Kompetenz entgegen nehmen.“
Normalerweise gönnt man ja, selbst seinem ärgsten Feind solche öffentlichen Demütigungen nicht. Aber andererseits hat seit den Mitschülern, die Reitz einst mit dem Kopf ins Klo tunkten, wohl niemand mehr die menschliche und politische Kompetenz des Axels besser gewürdigt.
Passt wie Arsch auf Eimer!
Link zur Meldung im BnR des Autors dieser Zeilen:
http://www.bnr.de/content/ae-politischer-soldat-ae
Man dürfte solche „Politiker“ nach dem Gesetz über Wahlbeamte gar nicht erst zulassen. Immerhin ist im Beamtengesetz, was auch für Wahlbeamte gilt, einiges an Grundvoraussetzungen, wie zum Beispiel Verfassungstreue usw.
Wovon lebt der „Politiker“ Reitz eigentlich?
Hartz4 ?
Dann allerdings wäre es an der Zeit, das die Arge mal einen 1 Euro Job vermittelt.
NPD-Blog dazu:
http://npd-blog.info/2009/06/03/neonazi-reitz-kandidiert-fur-die-npd-in-siegen-wittgenstein/
Lokalpresse dazu:
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/siegen/2009/6/1/news-121499357/detail.html
Die Sicht der „Freien Nationalisten Siegerland“ zum Text oben und SA-Vergleich:
»[…] Auf der einschlägig bekannten Seite „Klarmanns“ entlarvt man die Absicht mit der Kandidatur Reitz, indem man auf eine seiner Aussagen verweist, die auf einer Wahlkampfveranstaltung des NPD-Kreisverbandes Düren veräußert wurden. „Der Soldat geht dahin, wo seine Feinde sitzen. Die Feinde sitzen auch im Parlament. Und dort ist es ganz wichtig, dass wir klarmachen als Systemalternative, dass wir mit denen nichts zu tun haben und auch nichts zu tun haben wollen, sondern dass wir in die Parlamente gehen, um ihnen den Kampf anzusagen…“. Diesen Satz versuchte man dann auf der politisch-korrekten Weltnetzseite „Klarmann“ mit der Definition des „politischen Soldaten“ des damaligen SA-Führers Ernst Röhm gleichzusetzen. Zu diesem Ausspruch lässt sich unsererseits nur der bekannte Kommentar hinzufügen: „Was gut war, kommt eben wieder“. […]«
Fast vergessen: die BnR-Langanalyse dazu
http://www.bnr.de/content/personalprobleme