Rechts: Solidarität mit Solidaritäter zu Hitler-Stellvertreter

Düren. Das prominenteste Mitglied sammelt offenbar derzeit Spenden für das prominenteste Mitglied der Neonazi-Gruppe „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL): auf ihrer Homepage und mit Flyern ruft die KAL derzeit zu einer „Solidaritätskampagne“ und Prozesskostenspenden auf. Anlass dafür ist ein Urteil vor dem Amtsgericht Düren gegen einen „Aktivisten“ im Zusammenhang mit Aktionen rund um den Todestag des ehemaligen Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß. Laut KAL wurde der nicht namentlich genannte „Aktivist“ wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Sachbeschädigung und Störung des öffentlichen Friedens zu einer Geldstrafe von 2.000 Euro verurteilt. Was die KAL nicht mitteilt: verurteilt wurde Justizkreisen zufolge René L., nach Recherchen von „Klarmanns Welt“ der schon einschlägig vorbestrafte KAL-„Kameradschaftsführer“, zweite stellvertretende Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Düren, Ortsgruppenchef der NPD-Gruppe Rhein-Erft-Kreis und auf der NPD-Reserveliste für die Wahlen zum Kreistag Düren auf Listenplatz 5 vorgesehen.

L. wurde laut Justizkreisen zu 100 Tagessätzen á 20 Euro verurteilt, hat indes gegen das Urteil aus erster Instanz Rechtsmittel eingelegt. Neben anderen Urteilen in der Vergangenheit, die sich im Vorstrafenregister wieder finden, würde auch dieses Urteil – falls es rechtskräftig würde – Eingang ins polizeiliche Führungszeugnis finden. Denn alle Geldstrafen über 90 Tagessätze gelten nicht nur als schlichte Verurteilung, sondern werden im Vorstrafenregister aufgeführt. Da Polizeikreise davon ausgehen, dass L. sich wegen verschiedener anderer Urteile und Verfahren „nicht mehr viel erlauben kann, sonst fährt er ein,“ könnte besagtes Urteil weitaus gravierendere Auswirkungen haben, als eine „normale“ Geldstrafe.

Laut Justiz sind wegen der Sprüh- und Plakat-Aktionen rund um den Todestag von Heß derzeit weitere Verfahren gegen Neonazis anhänglich. Dem Spendenaufruf der KAL zufolge glichen die Verfahren bislang „einem bühnenreifen Demokratentheater“. Man wolle im Falle des schon verurteilten „Aktivisten“ nun „in höhere Instanzen gehen und einen juristischen Sieg erringen. Dies würde allen Aktivisten in der BRD zugute kommen! Ein juristischer Kampf hat enorme Kosten.“ Aus diesem Grund wird zu Spenden aufgerufen. Angegeben wird dabei ein Spendenkonto bei der Sparkasse Aachen mit dem Verwendungszweck „Rudi-Aktion“, als Kontoinhaber wird René L. genannt. Nach „Klarmanns Welt“ vorliegenden Informationen hat am Freitag indes ein Bürger die Bank und Lokalpolitiker über jenes Spendenkonto informiert und kritisiert in seinem Schreiben: „Der Spendenaufruf soll einen finanziellen Rahmen für rechtlichen Beistand hinsichtlich Straftätern schaffen, die Kriegsverbrecher wie Rudolf Heß huldigen.“ [© Klarmann; Vorrecherchen zu einem DN/AN-Bericht]


8 Antworten auf “Rechts: Solidarität mit Solidaritäter zu Hitler-Stellvertreter”


  1. 1 Flake 19. Juni 2009 um 18:36 Uhr

    Da wird das Sparschwein für ein anderes … geplündert.
    Schade, dann haben die Nazis gar kein Geld mehr für Aufkleber und Buntstifte. Die Armen :D

  2. 2 Peter 19. Juni 2009 um 19:00 Uhr

    Wie ich gehört habe, ist die Sparkasse Aachen sowie das Finanzamt über den Spendenaufruf durch Bürger informiert worden.
    Mal sehen wie lange die Kontoverbindung bestehen bleibt und wie finanzrechtlich die Spenden bewertet werden.

  3. 3 Peiper 19. Juni 2009 um 19:44 Uhr

    Wie gesagt schlimmer als die DDR.

    …und immer noch ein FDJ-hemd im spind? mik ps. wie gesagt, immer noch weniger schlimm als die NSDAP…

  4. 4 Klaus Störtebecker 20. Juni 2009 um 17:02 Uhr

    @peiper
    „Wie gesagt schlimmer als die DDR.“
    Wer hat denn daran jemals gezweifeltl? Hier bezahlt ja sogar die Polizeigewerkschaft Stasimördern den AnwaLt!(siehe Kurras)

  5. 5 Pumuckel 23. Juni 2009 um 12:03 Uhr

    Haha. Ich kanns mir denken… Endlich mal eine Strafe die zumindest der „KAL-Kampfkasse“ weh tut :)

  6. 6 Pumuckel 23. Juni 2009 um 12:14 Uhr

    @Klaus Störtebecker

    Und nicht zu vergessen: Jede Menge Altnazis wurden nach der Befreiung in der BRD weiterbeschäftigt…

  7. 7 Peiper 01. Juli 2009 um 22:33 Uhr

    Ach noch etwas, Peter Lustig…
    Ich gehe auch schon mal in den Aldi oder im Plus einkaufen – melden Sie es der Zentrale!

    mc donalds nix vergessen… mik

  8. 8 Soviets 02. Juli 2009 um 14:29 Uhr

    TITANIC deckt auf : DDR war an allem schuld!

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