…titelt und fragt die Berliner Tageszeitung „Tagespiegel“ und berichtet [1] über einen Russlanddeutschen, der während einer Gerichtsverhandlung in Dresden eine Muslima und aus Ägypten stammende Apothekerin erstochen und deren Mann verletzt hatte. Seit einigen Tagen wird diskutiert, ob diese Bluttat einen fremden- bzw. islamfeindlichen Hintergrund hatte. Auslöser war ein Verfahren wegen Beleidigung, weil der Russlanddeutsche die „akademisch gebildete berufstätige Apothekerin [als] ‚Schlampe’, ‚Islamistin’, ‚Terroristin’“ beleidigt habe [2]. In dem Bericht heißt es ferner:
„In Sicherheitskreisen hieß es, vermutlich habe W. ‚seine Prägung schon in der alten Heimat erhalten’. […] In Russland sind Ressentiments gegen Muslime vor allem wegen der Tschetschenienkrise weit verbreitet. Bei Angriffen junger Neonazis starben viele Muslime. […] Andererseits werden Russlanddeutsche Opfer brauner Gewalt. Härtestes Beispiel: 2003 erstach ein Rechtsextremist in Heidenheim (Württemberg) drei deutschrussische Jugendliche. Die Sicherheitsbehörden schließen es derzeit eher aus, dass Alex W. in Deutschland einer rechtsextremen Gruppierung angehört. […] Es sei aber denkbar, dass rechtsextreme Agitation seine Ressentiments gegen Muslime gestärkt hat, sagte ein Experte. Die NPD gründete im Februar 2008 einen ‚Arbeitskreis der Russlanddeutschen’, in Wahlkämpfen verteilte die Partei schon Flugblätter in russischer Sprache. Eng liiert mit der NPD ist zudem die Gruppierung ‚Die russlanddeutschen Konservativen’, die ebenfalls russischstämmige Aussiedler mit rassistischen Parolen aufheizt.“
Einer der Drahtzieher jener „Russlanddeutschen Konservativen“ bzw. des in Teilen personengleichen „Arbeitskreises der Russlanddeutschen in der NPD“ lebt in Hürtgenwald, Kreis Düren. Unterdessen hat die Zeitung „Tagespiegel“ einen Exklusiv-Bericht [3] nachgereicht, in dem man feststellt: „Zunächst fragte Alex W. die Ägypterin im Saal, ‚haben Sie überhaupt ein Recht, in Deutschland zu sein?’ Dann setzte er nach, ‚Sie haben hier nichts zu suchen’. Der Russlanddeutsche wurde lauter und drohte, ‚wenn die NPD an die Macht kommt, ist damit Schluss. Ich habe NPD gewählt.’ Gleich danach stürzte er sich mit dem Messer auf Marwa el S. und ihren Ehemann. […] Nach bisherigen Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden war Alex W. jedoch kein Mitglied der NPD oder einer ihrer Unterorganisationen. […] Die Ermittler prüfen derzeit, ob sich in dem Material, das bei der Durchsuchung der Wohnung von W. sichergestellt wurde, rechtsextreme Propaganda befindet.“
Zu Neonazis und Rechtsextremisten in Russland selbst und deren Verbindungen zur internationalen Neonazi-Szene siehe: DOKUMENTARFILM ÜBER DIE GLOBALEN WHITE ARYAN TERRORISTS; BRAUNE HASSPREDIGER IN WEISSER UNIFORM. [© Klarmann]
[1] Direktlink
[2] Direktlink
[3] Direktlink Exklusiv vorab; Direktlink Reportage
ddp-Langzeile dazu:
http://de.news.yahoo.com/17/20090708/tde-trauerfeier-und-gebete-fuer-getoetet-08c524b.html
Wirklich sehr trauriger Fall. Vor allem für das Kind.
Ein „Rußlanddeutscher“ ist auch ein Deutscher und nicht irgendein Wesen vom andern Stern.
Für einen islamophoben Kulturrassismus muss man nicht nach Russland gehen. Den gibt es auch in Deutschland, nicht nur bei der NPD, sondern auch bei den „Pro“-Gruppierungen und im Internetblog von „Politically Incorrect.“
ddp: Junge Russlanddeutsche anfällig für Rechtsextremismus
http://de.news.yahoo.com/17/20090711/tde-verein-junge-russlanddeutsche-anfael-08c524b_1.html
Berichte zur Trauerfeier und neuen Erkenntnissen über Täter/Motiv:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,635652,00.html
http://de.news.yahoo.com/17/20090711/tde-dresdner-gedenken-der-getoeteten-aeg-08c524b_2.html
http://de.news.yahoo.com/1/20090711/tde-gedenkveranstaltung-fr-ermordete-gyp-975c243_2.html
ddp: Vertreter russischsprachiger Minderheit befürchtet Anfeindungen
http://de.news.yahoo.com/17/20090725/tde-vertreter-russischsprachiger-minderh-08c524b.html