Stolberg. Willibert Kunkel ist eher nicht zu beneiden: als NPD-Ratsmann seiner Heimatstadt und Interessierter des am Donnerstag getagt habenden Wahlausschusses für die Listenvorschläge zu den Kommunalwahlen muss er beim Betreten des Rathauses immer wieder unter dem Banner mit der Aufschrift „Stolberg hat keinen Platz für Rassismus“ hindurchgehen. Aber während es im Bereich der NPD-Reservelisten für die Bundes- und Landtagswahlen Streit bei der Einbindung von radikalen und militanten Neonazis gibt [1], haben die Stolberger NPD und der sich konziliant bürgerlich gebende Kunkel offenbar weniger Probleme mit solchen. Mindestens vier NPD-Kandidaten für die Kommunalwahlen im August sind im Rahmen von Neonazi-Aktionen aufgefallen, eine Person ist sogar vorbestraft wegen des Tragens verfassungsfeindlicher Kennzeichen in der Öffentlichkeit.
Selbstdarstellung eines Selbstdarstellers: Ohne Kunkel wär‘ in Stolberg gar nix los – bei der NPD… (Ausschnitt aus einem NPD-Plakat für den Kommunalwahlkampf)
Kunkel, Jahrgang 1950, wird zudem als NPD-Kandidat für das Bürgermeisteramt antreten. Weil er im alkoholisierten Zustand im September 2003 nahe seiner Wohnung nach gegenseitigen Pöbeleien einen 13-Jährigen rabiat an Hals und Nacken gepackt hatte, wurde der Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Aachen schon zu einer Geldstrafe von 2.100 Euro verurteilt. Wegen eines ähnlichen Vorfalls, Kunkel sollte im November 2005 Jugendliche ausländerfeindlich beleidigt sowie den Hitler-Gruß gezeigt haben, stellte das AG Eschweiler im August 2006 wegen widersprüchlicher Zeugenaussagen das Verfahren indes mit der Auflage ein, Kunkel solle 400 Euro an den Kinderschutzbund spenden. Das Amtsgericht Düren hatte den derzeit auch äußerlich extrem braun gebrannten NPD-Mann in erster Instanz im Dezember 2007 zudem wegen Körperverletzung verurteilt, weil er an einem NPD-Infostand in Düren einen Passanten geschlagen haben soll [2]. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig, eine Berufungsverhandlung wird indes seit Monaten nicht terminiert. Kunkel selbst war zudem vor Ort, als Neonazis am 1. Mai massiv die Kundgebung der Gewerkschaften in Stolberg störten [3].
Kunkel führt ebenso die NPD-Reserveliste an, gefolgt von dem „Altbursch“ der Aachener Burschenschaft „Libertas Brünn“, Oliver Harf. Beide sitzen seit den Kommunalwahlen 2004 schon für die NPD im Stolberger Rat und dürften bei den Kommunalwahlen im Herbst wieder sicher einen Sitz im Stadtrat erringen. Die NPD-Reserveliste umfasst insgesamt 10 Kandidaten. Alleine drei Personen stammen dabei aus der radikalen, zur Militanz neigenden Neonazi-Szene. Sowohl ein aktives Mitglied der Neonazi-Bande „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL), als auch ein ehemaliges Mitglied der KAL und der Neonazi-Gruppe „Sturmbund Aachen“ (SBA) gehören zu den Kandidaten auf der Reserveliste. Während letztgenannte Person wegen des Tragens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen – u.a. Hakenkreuze – einschlägig vorbestraft ist, ist eine weitere Person u.a. im August 2008 bei einem spontanen Pöbelmarsch von Neonazis im multikulturellen, alternativen Frankenberger Viertel in Aachen durch das Grölen volksverhetzender Parolen aufgefallen. Nach einem Raub- und Körperverletzungsdelikt in Herzogenrath, begangen gegenüber Antifaschisten, wurde besagtes KAL-Mitglied (s.o.) wiederum erst im Februar wegen Begünstigung dazu verurteilt, sechs Monate durch das Jugendamt betreut zu werden. Die Maßnahme sollte verhindern, dass der Jugendliche weiter strafrechtlich auffällt [4].
Auffallend ist bei der Reserveliste zwar, dass die NPD – als Partei in Deutschland mit dem niedrigsten Altersdurchschnitt bei den Mitgliedern – teilweise auch junge Mitglieder oder Unterstützer aufgestellt hat, indes bei den Direktkandidaten die knapp bzw. Ü-40er überwiegen. An der Radikalität mancher Kandidaten dürfte das jedoch nichts ändern. So tritt neben den oben genannten Reservelisten-Kandidaten in anderen Bezirken zudem ein Neonazi an, der mehrfach als Aktivist der Neonazi-Feindaufklärung im Rahmen so genannter „Anti-Antifa“-Arbeit aufgefallen ist. Er betreibt zudem Websites, auf denen u.a. ausländerfeindliche Beiträge erscheinen. In einem der Bezirke, aber ebenso auf der Reserveliste, kandidiert zudem eine Rentnerin, die ebenso mehrfach dadurch aufgefallen ist, dass sie sich im Umfeld und auf Veranstaltungen von Nazigegnern aufgehalten hat und im weitesten Sinne „Anti-Antifa“-Arbeit leistete.
Der wegen Tragens von u.a. Hakenkreuzen in der Öffentlichkeit mehrfach vorbestrafte Neonazi (s.o.) tritt ebenso als Direktkandidat in einem Bezirk an – und steht überdies im Verdacht, mit anderen Neonazis aus dem früheren SBA- und „Heimatschutz(bund) Aachen“-Umfeld an der Eigenproduktion und dem großflächigen Verkleben von Neonazi-Aufklebern in Stolberg, Düren und Aachen beteiligt zu sein. Dem gegenüber hat die NPD ebenso Kandidaten aufgestellt, die aus dem eher bürgerlichen Lager, dem Fanumfeld des Fußball-Zweitligisten Alemannia Aachen oder dem betrieblichen Umfeld von Kunkel zu stammen scheinen – zwar allesamt rechtslastig, aber offenbar weniger rechtsextrem eingestellt.
Was fehlt? Allem Anschein nach befindet sich unter den NPD-Kandidaten kein Mitglied der DVU. Bisher hatte die NPD zwei Ratssitze in Stolberg und auch die DVU verfügte mit Rudolf Motter über ein Mandat im Rat. Motter galt als Hospitant in der NPD-Fraktion, ergo war er ein NPD-Mitstreiter. Doch offenbar hängt der Haussegen zwischen Fraktion und Hospitant schief. Erst im April hatte Motters DVU-Ortsgruppe angekündigt, mit einer eigenen Liste bei den Kommunalwahlen – quasi gegen die NPD – antreten zu wollen. „Stolberger!!!“ hatte es einen da auf der DVU-Homepage ankrakeelt: „Wacht auf — seid mutig — dieses Jahr seid Ihr am Drücker! Wählt deutsch, wählt DVU. Auch in Stolberg gilt[:] WIR SIND DAS VOLK“. Motter suchte seinerzeit auch nach Bürgern ohne „Vorkenntnisse oder besondere Qualifikationen“ [5], die bei den Kommunalwahlen für die DVU kandidieren könnten. Weder Motter, noch offenbar andere DVU-ler haben es derweil auf die NPD-Listen geschafft… [© Klarmann]
[1] DER RADIKALE NPD-LANDESVERBAND IST ECHTEN NÖNAZIS ZU BÜRGERLICH
[2] Hoher NPD-Funktionär aus der Region wegen KV verurteilt
[3] ROCKY-HORROR-KUNKEL-SHOW IN STOLBERG UND NEONAZI-ATTACKEN AUF DGB-DEMOS
[4] ÜBERFALL AUF RODAROCK: STRAFEN FÜR NEONAZIS
[5] DVU TRITT GEGEN NPD AN, LÄUFT ZU PRO ÜBER SOWIE DIE PROBLEME IN KREFELD…?
Ganz schön zugelegt…
Hat der Herr Kunkel sich die Mimik etwa bei einem gewissen A. H. abgekuckt oder musste er beim Shooting einfach GROß auf die Toilette?
Das Foto ist jedenfalls äußerst schlecht geschossen.
Wenn man schon seinen „Führer“ nachmacht, sollte man sich auch GROß darstellen und nicht auf dem Foto wie ein Gartenzwerg wirken, der von einem Riesenrad [?] erschlagen wird!^^
ich denke, die vermutung ist grundweg falsch und das riesenrad kein solches, sondern ein anderes aus dem bergbau betreffs grubeneinfahrt (industriemuseum zinkhütter hof, stolberg münsterbusch). mik
@mik:
Das ist eine Seilscheibe und Teil eines Förderturmes.
Und ich als ehemaliger „Bergmann“ schäme mich dafür das solche „Gehirnbremsen“ sich als Unterstützer des Proletariat ausgeben.
Ich habe gerne mit Ausländischen Mitbürgern zusammen gearbeitet, und würde es jederzeit wieder machen. Dieser Mensch weiss garnicht wie es „Unter Tage“ überhaupt zugeht, da muss man sich auf seinen nächsten Verlassen.
only my 2 cents
„Und ich bumbs die Nutten, ich fahr den Porsche…“ Zitat Ende. Nicht wahr, Kunkel?
Mosshammer Lebt!
Wo ist DaisyL?
Ist mir jetzt nicht ganz klar, was mit der äußeren Colorierung gemeint ist, weil der Mann sich ja bestimmt nicht auf die Sonnenbank legt. Objektiv, quasi medizinisch betrachtet, als interessierter Laie spekulierend ohne moralisch werten zu wollen,
im Auge behaltend, dass für den Herrn der Süden hinter Freiburg endet, könnte die Hautfarbe auch auf gewisse Stoffwechselprobleme
durch eine nicht optimal funktionierende Leber hinweisen.
Ich habe das dumpfe Gefühl, dass die Sätze da oben nicht unbedingt
jedweder grammatikalischen deutschen Regel entsprechen.
Das liegt aber daran, dass ich im Selbstversuche erprobe, wie doof man sich überhaupt saufen kann.
Das Foto erinnert mich ja an „Ey, du komms hier nisch rein“. Gute Werbung sieht anders aus.
„Das Foto erinnert mich ja an „Ey, du komms hier nisch rein“. Gute Werbung sieht anders aus. “
Eher an Lenßen & Partner
Liste der Kandidaten in Stolberg:
http://klarmann.blogsport.de/images/Stolberg_wahlvorschlaege_vom_21_07_2009.pdf
Undeutscher kann man garnicht aussehen!
’ne getönte Pornobrille, gegeeltes Haar und dann diese abweisende Körperhaltung ….typische Abwehrhaltung !!!
Wovon lebt der Mann eigentlich ?
Hygienefilmchen drehen?
Er ist schon immer ein Typ gewesen wo Verstand rein gehört.
Von weiten sieht er aus wie zurückgeblieben wenn er näher kommt stimmt es sogar.
Erbärmlich diese Verbindungshetzte und dieses Nichtwissen. Auch zu selbsternannten Rechtsextremismusexperten dürfte durchgedrungen sein, dass die B! Lbertas Brünn zu Aachen inzwischen sämtliche NPD-Mitglieder dimitiert hat.
D. h., die Herren haben mitr rechtsextremen Gedankengut nichts zu tun.
Im übrigen war Herr Herf bis 2001 Alter Herr und nicht Altbursch.
sie wissender sind dann aber nett unwissend, was den rechtsextremen hintergrund der liberten bis heute angeht, was ja auch verbandsschwestern
so sehen:
http://klarmann.blogsport.de/2009/04/18/rechts-moegen-die-liberten-es-wieder-reichlich-mit-einem-vortrag-von-bjoern-clemens/
http://klarmann.blogsport.de/2009/05/21/gegenrechtsmitte-wie-man-eine-resolution-gegen-nazigewalt-an-einer-eliteuni-strengkonservativ-zerredet/
der herr, über den sie etwas zu wissen vorgeben, heißt überdies harf und war/ist eigenen angaben zufolge „altbursch“.
mik
@ ein nicht wissender
ist die libertas mitglied im bg? ja.
ist die spaltung der db auf betreiben der bg unter der leitung der liberten erfolgt? ja. ursache war die nicht erfolgte verurteilung der anschläge von mölln und sollingen.
du kannst uns ja sicher den beschluss vorlegen, in dem die demissionierung der npd burschis durch die aktivitas und alte herrenschaft bestätigt wird. alle hier anwesenden wären baff über soviel transparenz.
Es ist tatsächlich so, dass die B! Libertas Brünn zu Aachen zur Burschenschaftlichen Gemeinschaft gehört. Richtig ist auch, dass es in der BG Bünde mit teilweise problematischer Aktivitas gibt. Ebenfalls richtig ist es, dass es dort in den Neunzigern problematische Mitglieder, u. a. besagten Herrn Harf gab.
Wenn dieser Herr sich heute als „Altbursch“ bezeichnet, dürfte das den Konvent der Burschenschaft etwas angehen. Übrigens hat die DB ein streng akademisches Prinzip, und Herr Harf hat offenbar das Studium abgebrochen.
Ferner: Wenn die B! Libertas einen Björn Clemens einlädt, muss das zunächst erst einmal gar nichts heißen. Dieser Herr mag grenzwertige Ansichten vertreten. Aber zu einem Studium ohne Scheuklappen gehört es, sich mit verschiedenenen Positionen auseinanderzusetzen.
Korporierte sind eben ein buntes Volk und nicht so uniformiert und scheuklappenbehaftet wie die radikale Linke.
björn clemens ohne scheuklappen betrachten? gerd schultze-rhonhof auch? antisemitische reden auch? nöö, burschen, dann doch lieber zu harf stehen, denn der – auch wenn sie einem nicht passen mag – steht zu seiner meinung und labert nicht rum, um farbentragend uniformiert anderen vorzuwerfen, sie würden „uniformiert“ denken.
sollte harf das studium abgebrochen haben, dann würde es aber doch auch dem gegenüberstehen, dass man sich von ihm – wie sie sagen – ob seiner politischen arbeit getrennt hat… man hätte sich – so es stimmt – von ihm getrennt, weil er den elite-bund als „taugenichts“ beschmutzt hat… (eben genau das waren die damaligen gerüchte, nämlich dass er rausgworfen wurde, weil er „versagt“ hat, man es aber später so schön darstellen konnte, dass es wegen der NPD gewesen sei – so könnte man dann ja auch den bund schützen: wg. NPD rauswerfen und nicht zugeben müssen, dass einer es nicht gepackt hätte…)
clemens würde ich in der rechtsextremen hitliste übrigens weit über harf ansiedeln…und ob die liberten es hören wollen oder nicht: selbst bei öcher burschenschaften, corps und verbindungen stehen sie oft als ewig gestrig dar…aber aus mitleid trinkt man dennoch zusammen…
so, und nun liefern sie echte fakten, und kein neues rechtes wortergreifer-zeug, mit dem sie schwer extrem rechte redner schönschreiben wollen… mik
nun ja…., so schnell entlässt eine korporation ein burschen nicht. dem widerspricht doch das lebensbundprinzip. ah kann mann ja auch als nicht akademiker werden, wenn mann ansonsten steil war.
wie gesagt deine nebelkerzen kannst du hier sparen. hier schreibt fachpublikum.
die bg hat nicht die bünde mit problematischen aktivitas entfernt. nein. die ndb besteht ja aus den bünden, die z.b. folgende seite installiert haben: http://www.neuedb.de/index.php?id=4
mit dieser meinung standen die 24 einzelverbindungen in der bg natürlich allein da. darum gründete sich ja dann auch die ndb auf betreiben der bg. in den 1990ern stellte die libertas den vorsitzenden der bg. noch auf dem eisenacher burschentag von 1992 wurde durch die db an einem „volkstumsbezogenen vaterlandsbegriff“ festgehalten. dieser umfasse „auch österreich und ostdeutschland“, also nicht deutschland in den grenzen von 1937, sondern in denen von 1938 bzw 1914. nachzulesen in junge freiheit nr7-8 /1992 s.4 und ostpreussenblatt folge 26 s.4. die bg ist die größte interessenvereinigung innerhalb der db gewesen.
eine activitas der liberten, die damals solchen murx faselte, soll jahre später einen burschen rauskanten der ne stramm rechte meinung hat? unwahrscheinlich. die gleiche activitas stellt heute die ah der liberten. die kontinuität bleibt gewahrt.
Was ist das denn für ein Quatsch…
Lesen Sie doch bitte die von Ihnen zitierte Seite richtig. Die Neue Deutsche Burschenschaft umfasst diejenigen Bünde, die sich gegen ultrarechte Positionen bestimmter Bünde besonders aus der BG gewandt haben.
und ist die libertas in der ndb? nein und damit hast du die antwort auf deine frage was du für einen quarck schreibst?