Rechts: Neonazi mit Kinderpornos…

…titelt die „Süddeutsche Zeitung“ und berichtet [1] über die Verurteilung eines Münchener Neonazis zu einer Geldstrafe von 800 Euro, weil bei ihm während einer Polizeirazzia im Dezember 2008 kinder- und tierpornografisches Material in geringen Mengen gefunden worden war. Besagter Neonazi war kurzzeitig in den Verdacht geraten, an dem Messerangriff auf den damaligen Paussauer Polizeidirektor Alois Mannichl beteiligt gewesen zu sein [2], er gehörte den Führungskadern der „Freien Nationalisten München“ [3] an. Der nun wegen der recht unappetitlichen Sache verurteilte war überdies am 12. April 2008 in Stolberg Teilnehmer eines Aufmarsches, der sich gegen „kriminelle Ausländer“ richtete [4]. Während des Aufmarsches trug besagter Münchener das Fronttransparent mit weiteren „Kameraden“ und war an heftigen Rangeleien mit der Polizei beteiligt.

mannometer

Der heute 34-Jährige schrieb seinerzeit zu dem „Fall Kevin“, bei dem Neonazis entgegen der Realität ein Stolberger Todesopfer zum „Kameraden“ und „Märtyrer der Bewegung“ verklärten, man werde sich in Stolberg treffen, „um mit einer Großdemonstration gegen diese deutschfeindliche Gewalt und gegen das System, welches diese Gewalt aus aller Herren Länder importiert, zu demonstrieren. Gestern war es Stolberg und heute kann es auch in München passieren – täglich, überall. Jeder kann Opfer von ausländischen Mördern werden – auch DU!“ Zudem schrieb der Münchener Neonazi in einem Aktionsbericht von dem Aufmarsch in Stolberg am 12. April anlässlich des „deutschfeindlichen Mordes“, man habe „im multikulturell verseuchten Stolberg [den] Widerstandswillen“ demonstriert. Doch schon am Ortseingang habe man gesehen, „was an Widerwärtigkeit nicht zu überbieten ist: Dort hat man von Seiten der örtlichen Politik teure Straßenschilder mit der Aufschrift: ‚Stolberg hat keinen Platz für Rassismus’ aufgestellt. […] Hier hat die ‚demokratische’ Gutmenschenmafia der etablierten Parteien und Verbände eine weitere Grenze überschritten, die nur mit den Worten widerwärtig und ekelerregend zu bezeichnen ist.“

Laut SZ nannte der 34-Jährige den Besitz von kinder- und tierpornografischem Material eine „Dummheit“. „Kameraden“ – üblicherweise fordern sie die „Todesstrafe für Kinderschänder“ – zeigen dafür in Szenediskussionen via Internet kein Verständnis. Fordern einige die „Todesstrafe“ für den „perversen Drecksack“, glaubt manch anderer an die Quasi-Unschuld des Neonazis. Schuld seien eigentlich wieder einmal andere, nämlich jene ominösen Kräfte, die das deutsche Volk zersetzen: „Wir müssen uns vom jüdischen Joch befreien und was machen die? Werden jüdisch…. die totale geistige Verjudung hat nun auch im so genannten NW [Nationalen Widerstand; mik] voll Einzug gehalten. Gute Nacht Heimatland oh Du ehemals wunderbarster Landstrich. Deine Söhne und Töchter verkommen immer mehr zu Degeneraten und Sklaven Deines ewigen Feindes…..“

Erst an Heiligabend war ein „Kinderschänder“ aus Aachen Teilnehmer eines Neonazi-Aufmarsches gewesen [5]. [© Klarmann]

[1] Direktlink
[2] ÜBERFALL AUF POLIZEICHEF: NEONAZI-PAAR WOHL DOCH TATVERDÄCHTIG…
[3] DREI MONATE HAFT FÜR MÜNCHNER NEONAZI…
[4] RECHTSEXTREMISTEN HALTEN AN „IHREM“ MÄRTYRER FEST
[5] GEH DOCH ZU HAUSE DU ALTE SCHEISSE…


4 Antworten auf “Rechts: Neonazi mit Kinderpornos…”


  1. 1 Peter 07. August 2009 um 16:36 Uhr

    Klar doch, berachtet man die Denkweise der Neonazis, sind nur die Anderen an allem Schuld!
    Es wäre besser, die Neonazis würden sich mal um die zunehmende Anzahl Pädophiler in eigenen Reihen Gedanken machen!

  2. 2 Klar, Mann? 07. August 2009 um 21:00 Uhr
  3. 3 Klar, Mann? 15. Oktober 2009 um 11:09 Uhr

    Unterdessen scheint das Münchener Landgericht die Geldstrafe auf 1350 Euro angehoben zu haben:

    http://www.abendzeitung.de/muenchen/139076

  4. 4 Peter 15. Oktober 2009 um 16:11 Uhr

    Hier zeigt sich klar, das in den Reihen der Nationalisten, mehr pervertierte Kinder und Tierschänder sind, als man denkt.

    Gleichfalls scheinen alle Münchner Neonazis von Hartz IV zu leben, seien es nun Manuel und Sabrina H., Philipp H., Norman B. (Ottobrunn) oder Björn-Christopher B. Also von dem Staat, den sie eigentlich bekämpfen.
    Wie war das noch mit „guten Heimpflug“ und der entsprechenden Ausländerhetze?

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