Mitte: Schwimmen unter Nazikunst und nur langsam Fortschritte auf Vogelsang

Schleiden. Auf dem Gelände der ehemaligen NS-„Ordensburg“ Vogelsang wird laut WDR und Lokalpresse zur Stunde offiziell das Schwimmbad eröffnet. Ein eigens dafür gegründeter Verein hat das von den Nationalsozialisten erbaute Hallenbad saniert. Kritiker hatten Vorbehalte gegen die Wiederbelebung des Bades wegen seiner nationalsozialistischen Vergangenheit geäußert. Der Verein selbst hat dem widersprochen. Insbesondere ein Großgemälde, das den nationalsozialistischen Herrenmenschenwahn darstellt [1], stieß bei Kritikern auf Ablehnung – auch weil das Schwimmband künftig von Schülern genutzt werden soll.

Vogelsang diente den Nationalsozialisten als eine von mehreren NS-Eliteschulen. Unterdessen dient das Areal in Verbindung mit dem Nationalpark Eifel als Touristenmagnet und teilweise auch als Ort für Bildungsprogramme, u.a. gegen Rechtsextremismus und Rassismus. „Die Umwandlung der gigantischen Ordensburg, die der NSDAP als Kaderschmiede für den Parteinachwuchs diente, geht augenscheinlich nur in ganz kleinen Schritten voran – obwohl die Planungen schon vier Jahre vor dem Abzug der belgischen Armee und der Öffnung für zivile Besucher 2006 begannen,“ stellt nun die Lokalpresse [2] fest. Und weiter:

„Erst 2008, dann 2009 wollte man mit der Errichtung eines NS-Dokumentations- und Besucherzentrums – auch für den Nationalpark – beginnen. Daraus wurde bislang nichts. ‚Wir sind gerade dabei, die Förderanträge zu präzisieren. Das ist ein kompliziertes Unterfangen, weil diese an die Adressen verschiedener Ministerien gehen’, sagte am Freitag Klaus Ring, der wissenschaftliche Referent für Ausstellungen und Forschung der Betreibergesellschaft ‚Vogelsang ip’. […] Im November 2008 standen 11,5 Millionen Euro für das Forum zur Verfügung. Mittlerweile spricht Ring von einem Investitionsvolumen in Höhe von insgesamt 40 Millionen Euro. Die derzeitige Ausstellung am improvisierten Besucherzentrum, die auf Pappwänden Vogelsangs Nazi-Geschichte und den aktuellen Umplanungsstand darstellt, wirkt ramponiert und billig.“ [© Klarmann]

[1] Siehe DPA-Foto, zudem Bericht der Lokalzeit
[2] Direktlink


1 Antwort auf “Mitte: Schwimmen unter Nazikunst und nur langsam Fortschritte auf Vogelsang”


  1. 1 Klar, Mann? 08. September 2009 um 11:37 Uhr
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