Nachruf: Langjähriger DGB-Chef Heinz Kaulen gestorben

Aachen. Am Freitag ist nach kurzer schwerer Krankheit der langjährige Vorsitzende des DGB-Regionalverbandes NRW Süd-West und überzeugte Nazigegner, Heinz Kaulen, gestorben. Heinz wurde nur 60 Jahre alt. Er gehörte zu den Mitbegründern verschiedener Bündnisse gegen Rechtsextremismus in der Region, etwa in Düren, Aldenhoven, Niederzier und in der Region Aachen. Auch das Bündnis gegen Radikalismus in Stolberg wurde von dem überzeugten Sozialdemokraten mit angestoßen, als er im April 2005 während einer antifaschistischen Ratssitzung anlässlich eines NPD-Treffens als Redner dazu aufrief, besagtes BgR zu gründen.

Heinz wurde am 13. Dezember 1948 in Eschweiler geboren. Seit 1975 war er unter anderem in Oberhausen, Rheine, Hamm-Beckum und Bonn für den DGB aktiv. Am 18. Februar 1987 wählten ihn die Delegierten zum Vorsitzenden des DGB-Kreises Düren-Jülich. Kreisvorsitzender blieb er auch 1994 nach dem Zusammenschluss der DGB-Kreise Düren-Jülich und Euskirchen. Nach der Zusammenlegung der DGB-Kreise Düren-Euskirchen und Aachen im Jahre 2001 wurde Heinz mit großer Mehrheit zum Regionsvorsitzenden der DGB-Region NRW Süd-West mit Sitz in Aachen gewählt. Seit Dezember 1993 war er auch Mitglied des DGB-Bezirksvorstandes NRW.

„Heinz Kaulen war Gewerkschafter mit Leib und Seele und großem persönlichen Einsatz. Wir verlieren mit ihm einen engagierten, beliebten und aufrechten Kollegen und guten Freund, der seine vielfältigen Aufgaben mit großer Leidenschaft wahrnahm,“ so Karl Panitz vom DGB-Regionalverband NRW Süd-West, der Heinz in den letzten Monaten vertrat. Für Heinz gehörte es dabei im Rahmen seines gewerkschaftlichen Engagements und Auftrags immer auch dazu, sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen und sich konsequent gegen Neonazis und Fremdenfeinde zu engagieren. In diesem Rahmen fungierte er als Fürsprecher und Initiator verschiedener BgRs in der Region – er gehörte im BgR-Düren etwa 2007 dem ersten Sprecherrat an – sowie als Anmelder und Redner auf antifaschistischen Veranstaltungen und Demonstrationen.

U.a. ging auch auf Heinz’ Initiative eine große Demonstration in Aachen mit rund 2.500 Teilnehmern zurück, die sich am 8. November 2008 wegen eines Neonazi-Aufmarsch schützend vor die Aachener Synagoge stellte [1]. Wochen darauf erkrankte Heinz schwer und musste sich weitestgehend zurückziehen. Kurz zurück in der Öffentlichkeit trat er im Umfeld der DGB-Kundgebung am 1. Mai in Aachen, bevor ihn seine Erkrankung abermals zwang, sich zurückzuziehen. [© Klarmann]

[1] WER AACHEN IST BESTIMMEN AM 8. NOVEMBER DIE DEMOKRATEN; KNAPP 3000 AACHENER LASSEN NAZIS KEINEN PLATZ


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