Region. Scheißsystem und Behörden-Antifa strikes back: Die Dortmunder ARGE fordert von dem munteren Hitler-Rezitator [1] Dennis Giemsch Fördergelder zurück – so die WDR-Lokalzeit. Das Mastermind der „Autonomen Nationalisten“ (AN) in Dortmund, Anmelder zahlreicher brauner Aufmärsche und als Zeckentarn-Rädelsführer von Übergriffen auf Nazigegner und Gewerkschafter im Gespräch, hatte mit Existenzgründer-Geld vor drei Jahren einen Internethandel für Neonazi-Propaganda-Materialien und Waffen aufgebaut [2]. Aus den Förderunterlagen sei der rechtsradikale Hintergrund aber nicht ersichtlich gewesen, so die ARGE, sonst hätte der Bub kein Geld bekommen. Zahle er die Mittel nicht freiwillig zurück, werde man klagen. Eine Stadt vergießt, äh, vergisst nie…
Als hätten die ewigen Angstwollenmacher der NPD in Krefeld nicht längst an Durchschaubarkeit gewonnen, spielt die Spönlein-Rasselbande ihr Spiel putzmunter weiter. Immer wieder haben die NPD-Recken billige Drohkulissen in ihrem Fronttheater hin und her geschoben oder vernagelt wie ihre eigenen Hirne, bliesen auf der Website und im Web-Forum immer wieder Behauptungen und Infos zu Lachgas-Kinderballons für die eigene Truppenbelustigung auf. Man habe Antifaschisten bei der Begehung von Straftaten beobachtet, Adresslisten ausgewertet und die Menschen der anderen Feldpostnummer hätten daher nun mit Strafanzeigen, zivilrechtlichen Schritten oder standrechtlicher Erschießung via Rufmord-Munition zu rechnen – darunter dann ja auch „Klarmanns Welt“.
Was aber passierte wirklich? Es kam in den Schützengräben an der Heimatfront zu fein eingelochten Riesenpleiten, siehe die extremst schlecht mit Zielwasser getränkte Blindgänger-Batterie im Vorfeld der Kommunalwahl, die noch ganz treffsicher vor deren eigentlichem Beginn alle Munition verballert hatte wie ein Resterampe-Silvesterfeuerwerk [3], sowie, nicht minder tragikkomisch, das Ausbleiben der vollmundig angekündigten „öffentliche[n] Großveranstaltung“ mit NPD-Generalissimo Udo Voigt am Ende vom August [4]. Auch besagte Veranstaltung sollte einerseits eine Drohkulisse des örtlichen NPD-Inkompetenzteams gegen das antirassistische, multikulturelle „Fest ohne Grenzen“ in Krefeld darstellen, andererseits aber auch die Unterleibsflak von Spönlein-San ansehnlich vergrößern, auf dass sie bei der nächsten Aufführung des Räuber Hostienrotz wie mit einer Penispumpe aufgeblasen wirken sollte.
„Zwei namenhafte [sic!] Gastredner und eine Musikgruppe haben [für die Veranstaltung] mittlerweile zugesagt,“ hieß es Wochen vor dem anvisierten Datum vonseiten der NPD-Krefeld. Anfang Juli klopften sich die Spönlein-Getreuen gar noch selbst so mächtig auf die Schultern, dass es heute wie beste Realsatire einschlägig nachhallt: „Das wir mit Udo Voigt den ersten Mann der NPD nach Krefeld holen können, ist uns eine große Ehre und eine sehr hilfreiche Wahlkampfunterstützung zur anstehenden Kommunalwahl 2009. Die ständige Arbeit des Kreisverbandes Krefeld und die dadurch erzielten Erfolge finden mit dem Besuch unseres Bundesvorsitzenden einen würdevollen Höhepunkt.“ Hat eigentlich jemand seitdem darauf hingewiesen, dass jene Gaudi nie stattfand und Voigt selbst bei seinem Kommunalwahl-Wanderzirkus Anfang August am Niederrhein und im Rheinland [5] einen extremst weiten Straßenwahlkampf-Bogen um Krefeld machte? Spönlein blieb dabei nichts anderes übrig, als über den ausbleibenden Parteichef-Besuch zu twittern: „Udo Voigt ist im Rheinland angekommen!“ Von Krefeld war hierbei nicht mehr die Schreibe…
Was aber tun, wenn man eigentlich kaum etwas vorzuweisen hat, außer Blähungen und eine Unterleibsflak im Ruhestand? Weil die NPD-Krefeld weiß, dass Antifaschisten und Behörden deren Homepage und das Webforum lesen, verfallen sie in alte Gebräuche zurück – Angst machen und Drohkulissen schieben, mit denen man bestenfalls mediale Hoheit erringen kann, aber zumindest auch dem einen oder anderen Angegriffenen kurze Bauchschmerzen bereiten könnte. Und weil die Linke-Frontmutti Sahra Wagenknecht – und nicht NPD-Voigt – am 25. September Krefeld im Rahmen des Linke-Bundestagswahlkampfes besucht, schreibt man im Forum der NPD-Niederrhein denn auch: „In Dortmund konnte sich Frau Wagenknecht nur durch ein Platzverbot an die Nationale Opposition vor einer Diskussion retten. Ob Ihr das auf einer Öffentlichen Veranstaltung in Krefeld auch gelingt ist Fraglich ?“
In Moers hat man nun eine rechtsextreme Tagung called „Düsseldorfer Herrenrunde“ verhindert, schreibt die Lokalpresse [6]: „Die so genannte ‚Düsseldorfer Herrenrunde’ habe während des vergangenen halben Jahres mehrfach in seinem Restaurant getagt, bestätigte der Geschäftsführer […]. Die Buchungen seien stets über ein Berliner Büro gelaufen. ‚Ich habe nicht gewusst, dass wir uns mit diesen Gästen »braune Socken« ins Haus holen’, versicherte er. Den Teilnehmern sei ihre rechtsradikale Gesinnung keineswegs anzusehen gewesen: ‚Das waren keine »Glatzen«, sie erschienen als honorige Herren.’“ Vertreter der NPD-Krefeld dürften daher nicht allzu zahlreich anwesend gewesen sein…
Ein Racker der „Freien Nationalisten Siegerland“ (FNSI) wurde verurteilt – er fungierte laut Lokalpresse [7] auch als NPD-Kandidat, was nun nicht wirklich verwundert. „Das Siegener Amtsgericht verurteilte in dieser Woche einen 27-Jährigen […] zu acht Monaten Freiheitsstrafe, die auf Bewährung ausgesetzt wurde. Der Staatsanwalt hatte dem 27 Jahre alten Schlosser [wegen eines Angriffs auf echte oder vermutete Antifaschisten] gefährliche Körperverletzung mit einem Werkzeug vorgeworfen. […] Vor Gericht beteuerte der Angeklagte, in Notwehr gehandelt zu haben. Die Zeugen sagten aus, sie seien von einer etwa fünfzehnköpfigen Gruppe angegriffen worden. Diesen Aussagen folgte die Amtsrichterin jedoch nicht. Die Staatsanwaltschaft prüft jetzt, ob gegen die drei Zeugen aus dem rechten Spektrum ein Verfahren wegen Falschaussage eingeleitet wird. Die drei Rechtsradikalen gehören den ‚Freien Nationalisten’ an. Sie haben alle bei den Kommunalwahlen für die NPD in Netphen und Siegen kandidiert.“
Mit den FNSI hatte der Autor dieser Zeilen auch so ein Nahtod-Erlebnis. Vertreter der Truppe waren auch mitmarschiert bei zwei Aufmärschen in Stolberg Anfang April. Zu Beginn der Marschroute hatte sich der Autor dieser Zeilen auf einer rund acht Meter hohen Mauer eines Treppenaufgangs positioniert, um den Aufmarsch von oben herab mit seinem Lichtbild-Feldradar zu checken. Plötzlich stand einer der FNSI-Kameramanneraden direkt daneben und nutzte die gute Perspektive zum Filmsequenzen aufnehmen tun für den Wochenschau-Filmpalast. Ein Neonazi rief aus dem Aufmarsch herauf, der „Kamerad“ solle „dem Klarmann“ doch einen „netten Ruck“ bzw. „Schubs geben“ – was unweigerlich mehr als nur die Kamera beschädigt hätte. Tatsächlich wurde dem Autor dieser Zeilen daher auch etwas mulmig – aber später fragte er das FNSI-Linsenhirn dann doch freundlich, ob es den Befehl denn „bei aller Feindschaft“ ausgeführt hätte. Der Neonazi winkte freundlich lächelnd ab – aber es sah ein wenig aus nach: „Zu viel Bullen, zu viel Zeugen…“
Die NPD-Düren hat in den Kleinkrieg, ob die Stadt Aachen Kurt Pfeiffer, Albert Servais und Paul von Hindenburg die Ehrenbürgerschaft aberkennen soll [8], eingegriffen. Das erstaunliche vorweg: der rhetorische Feldzug ist zwar mit „NPD Düren Ingo Haller“ unterzeichnet, doch Haller-üblichen Rechtschreibmurks und adrett-realsatirische Rechtschreibfehler im Halbe-Zeilen-Dauerabo sucht man vergebens; der Autor dieser Zeilen vermutet daher auch, dass ein „Kamerad“, möglicherweise der KAL-Nahkampfsektion Eilendorf (bei Aachen), die Langzeile logistisch zum Kommandeur in Düren transportiert hat. Dessen ungeachtet schreiben Haller alias Feldpostillion-Ghostwriter ein Wort so konsequent falsch, dass es am Ende noch nicht einmal mehr wehtun will: „Aachens ehemaliger Bürgermeister Lindner“. Das hatte OB Jürgen Linden aber einen Tag nach der Leitung seiner letzten Ratssitzung und gut einen Monat vor seinem regulären Amtstod wirklich nicht verdient…
Der brillant abgeschmierte DVU-Ratsherr Rudolf Motter aus Stolberg, der dem kommenden Stadtrat nicht mehr angehören darf [9] und von dem manche schon glauben, er sei das letzte noch verbliebene Aktivmitglied des von ihm auch gleich selbst geführten DVU-Kreisverbandes Aachen/Heinsberg, zickt auch wieder rum. Hatte er im Vorfeld der Kommunalwahlen noch dazu aufgerufen, NPD zu wählen, ruft er nun wegen der Bundestagswahl dazu auf, DVU zu wählen. Nichtwähler, so Motter in seinem als Wahlaufruf getarnten Pamphlet, würden nur jene unterstützen, „die Moslemfaschisten unterstützen und für immer mehr Moscheen in Deutschland verantwortlich sind. Und wer immer in diesem Deutschland wagt, eine Meinung über den Islam zu haben, die nicht in das Trugbild der Meinungsmacher paßt, wird politisch isoliert und als rechtsradikal abgestempelt.“ Für einen gestandenen, echten, kernigen Rechtsextremisten wahrlich eine Beleidigung und Verhöhnung sondergleichen! Denn wer will schon bei den Präferenzen nur radikal sein?
Rudolf mottert zudem konsequent weiter: „Mit jeder Zweitstimme für die DVU, tretet Ihr den Etablierten vors Schienbein. Vielleicht kommt der eine oder andere dieser selbsternannten Demokraten ins Grübeln und denkt darüber nach, doch noch Politik für uns Deutsche zu machen. Denn für jeden Rechten, der in ein deutsches Parlament einzieht, verliert einer dieser Sesselpupser seinen Posten und das ist ihre größte Angst.“ Das jedoch scheint auf dem zweiten Blick mit den dritten Zähnen berechtigt zu sein. Motter, der fünf Jahre lang Mitglied im Rat der Stadt Stolberg war, hat dem Vernehmen nach den anderen „Sesselpupser[n]“ nämlich Angst gemacht – indessen nur deswegen, weil er ihnen mächtig die Schau gestohlen hat. Größtenteils inaktiv saß er in seinem Sitzmöbel, strich Sitzungsgelder ein und…
Alt und neu bekannte Schläger aus dem Crossover Neonazi-KAL- goes rechtslastische Hardkern-Gabber-Szene sollen in Aachen-Richterich wieder einmal einige junge Leute attackiert haben. Strafanzeige soll von den Opfern erstattet worden sein. Unszenekreisen zufolge soll zur Tatzeit wohl jemanden langweilig gewesen sein, weil ihn die Bundeswehr unehrenhaft ins Schlachtfeld des antisozialen Privatfeldzuges gegen alles und jeden entlassen haben soll. Den Autor dieser Zeilen düngt daher, hier arbeitet jemand eifrigst und extrem konsequent daran, sich einen sehr feinen Platz in der Intensivtäterdatei zu working classen – ehrenhafte Aufnahme in den Knastalltag dank „Polizeiwillkür“ beizeiten inbegriffen. [© Klarmann]
[1] ANTIKRIEGSTAG-NÖNAZI UND SEIN EWIGER JUDENHASS
[2] ARGE FÖRDERTE PROPAGANDA-MITTEL ZUR BEDROHUNG VON NAZIGEGNERN
[3] NPD VERLIERT IN KREFELD KOMMUNALWAHL SCHON HEUTE
[4] NPD-BOSS VOIGT BALD WIEDER KURZ IN DER HEIMAT?; NPD PLANT IN KREFELD WOHL WAS GROSSES IM KLEINEN…
[5] NPD-WANDERZIRKUS ANLÄSSLICH DER KOMMUNALWAHLEN
[6] Direktlink
[7] Direktlink
[8] Vgl. Passage dazu unter EMMERICH WIEDER CONTRA KÖLN, MÖNCHENGLADBACHS BEITRAG ZUM NPD-SCHULUNWESEN, KARLSPREIS SUCKS, HALLER IM MEDIENRAUSCH
[9] RECHTS VON DER MITTE VERZAUBERT UND ENTZAUBERT SICH SELBST
Der Antrag der UWG wurde nicht zurück gezogen, auch wenn dies den braunen Socken nicht passt! Ich schätze mal, das die etablierten Parteien hinsichtlich des Bundestagsahlkampfes um Vertagung gebeten haben, damit auch Wählerstimmen noch reingeholt werden können…